Zum Hauptinhalt springen

Fehlstart für die Bundesligisten

Die deutschen Vereine sind miserabel in die Gruppenphase der Europa League gestartet.

Der Hamburger SV kassierte bei Rapid Wien eine 0:3-Niederlage, Hertha Berlin kam gegen Ventspils nicht über ein Unentschieden hinaus. Die Ehre rettete Werder Bremen.

(Noch) ruhig blieb es am ersten Spieltag der aufgestockten und umbenannten Europa League um das System mit zwei zusätzlichen Schiedsrichter-Assistenten. Gewöhnungsbedürftig war die Neuerung deshalb, weil das von UEFA-Präsident Michel Platini unterstützte Novum zu einigen skurrilen Szenen führte. Bei Angriffen der eigenen Mannschaft sah der Goalie den zuvor hinter dem Tor postierten Assistenten neben sich auf der Seite des Strafraums stehen und sofort weichen, wenn sich der Ball wieder zurückbewegte. Aufgabe der vier "zusätzlichen Augen", die bis zum Ende der Gruppenphase in sämtlichen 144 Partien beobachten werden, war und ist es, das Ziehen am Trikot, Handspiel, "Schwalben" oder andere Unregelmässigkeiten im Strafraum per Funk dem Referee zu melden.

Im Schweizer Nationalteam bekundete Blaise Nkufo in letzter Zeit etwas Ladehemmungen. Für seinen Verein Twente Enschede trifft der Westschweizer aber weiter regelmässig. Nach drei Toren in der Meisterschaft sorgte Nkufo beim Auswärtsspiel von Twente Enschede gegen Fenerbahçe Istanbul (2:1) im Alleingang für die Wende. Seine Doublette innerhalb von fünf Minuten (75./80.), den Europacup-Toren 2 und 3 für Twente, bescherte dem holländischen Aussenseiter gegen den Bezwinger des FC Sion die Überraschung.

Ebenfalls ein unerwartetes Resultat schaffte der österreichische Meister Salzburg. Das Team von Christian Schwegler gewann auswärts gegen Lazio Rom (Stephan Lichtsteiner) 2:1, weil Marc Janko in der 93. Minute einen unglaublichen Aussetzer in der Römer Verteidigung eiskalt verwertete. Erst acht Minuten vor Schluss war Salzburg durch Franz Schiemer der Ausgleich gelungen.

Der Bundesliga-Leader aus Hamburg leistete sich im mit fast 50'000 Zuschauer besetzten Stadion, das nach seinem ehemaligen Erfolgstrainer Ernst Happel benannt ist, einen schwachen Auftritt. Einen rabenschwarzen Abend zog insbesondere Rechtsverteidiger Jerome Boateng ein. Der U21-Europameister lenkte in der 35. Minute einen Freistoss von Rapids deutschem Captain Steffen Hofmann minim ins eigene Tor ab, vor dem 0:2 (44.) stolperte er über die eigenen Beine. Rapid, das in den Playoffs mit Aston Villa bereits einen höher dotierten Gegner bezwungen hatte, krönte die Leistung mit dem dritten Tor durch den eingewechselten Christopher Drazan.

Der HSV kassierte 237 Tage vor dem Europa-League-Final in der Hansestadt nach sechs Siegen in Folge die erste Niederlage. Damit steht der HSV bereits im Heimspiel gegen Hapoel Tel-Aviv, das gegen Celtic Glasgow trotz 0:1-Rückstand bis eine Viertelstunde vor Schluss überraschend noch 2:1 gewann, unter Druck.

Hertha Berlin setzte seine Baisse auch auf europäischer Ebene fort. Der nach vier Liga-Niederlagen in Serie auf den vorletzten Rang abgerutschte Verein von Lucien Favre tat sich gegen den lettischen Vertreter Ventspils, der in den Champions-League-Playoffs am FC Zürich gescheitert war, sehr schwer. Phasenweise bot die Hertha im Auftaktspiel ihrer Gruppe D den nur knapp 13'500 Fans eine desolate Vorstellung. Dazu verletzte sich Goalie Jaroslav Drobny bei seiner zweiten Rettungstat (19.) am rechten Oberschenkel und musste kurz darauf ausgewechselt werden. Laut Assistenztrainer Harald Gämperle wird der Tscheche ein bis zwei Monate ausfallen.

Für das "Highlight" aus deutscher Sicht - oder besser den einzigen Lichtblick des Abends - sorgte Werder Bremen. Der UEFA-Cup-Finalist 2009 verspielte auf der portugieischen Insel Madeira gegen Nacional Funchal in der zweiten Halbzeit (68./75.) während einer veritablen Schwächephase zwar eine 2:0-Führung. Eine schöne Einzelleistung des zweifachen Torschützen Claudio Pizarro sorgte aber doch noch für ein positives Ende für die Norddeutschen, nachdem sie zwei Gegentore durch Innenverteidiger von Nacional, dem ehemaligen Verein von Diego Benaglio, kassiert hatten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch