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Gottérons Signal mit dem Toptransfer

«Das erste Zähringer-Derby der Saison steht unter dem Eindruck der spektakulären Viertelfinalserie im letzten Frühling.»

Es war die grösste Playoff-Überraschung der Geschichte: Gottéron schaltete den Qualifikationssieger SC Bern aus, der die Liga in den 50 Runden mit Rekordzahlen dominiert hatte. Die Emotionen gingen hoch während der sechs Spiele und dazwischen mit einzelnen Scharmützeln und Saubannerzügen. Beim ersten Auftritt in St-Léonard führten die Berner bis 17 Sekunden vor Schluss 1:0 und standen vor ihrem zweiten Sieg. Dann verwertete Julien Sprunger einen Penalty, und Beni Plüss glich die Serie in der ersten Minute der Verlängerung aus.

Vier Overtime-Siege

Gottéron gewann schliesslich alle vier Partien in der Overtime, was der mentalen Verfassung des Favoriten kein gutes Zeugnis ausstellt, umso mehr als im entscheidenden sechsten Match die Freiburger wegen Sperren und Verletzungen mit dem allerletzten Aufgebot einliefen. Es passte zur Choreografie, dass der ehemalige Mr. Playoff des SCB, der 43-jährige Gil Montandon, in seinem 1010.Spiel den Treffer zum Halbfinal erzielte. Dieser Triumph soll keine Eintagsfliege gewesen sein. Gottéron hat dank seinen beiden Platin-Sponsoren, der Kantonalbank (BCF) und dem Energielieferanten Groupe E, die Schulden getilgt und das Budget um eine weitere Million aufgestockt. Der Vertrag von Serge Pelletier wurde vorzeitig bis 2012 verlängert. Der Trainer und Sportchef hat bald eine ähnliche Machtfülle wie Chris McSorley in Genf. Dazu passt, dass die kanadischen Zwillinge René und Louis Matte den Job als Assistenten in Freiburg und Genf übernommen haben.

Wieder näher zur Spitze

Gottéron möchte sich wie Anfang der 90er-Jahre wieder der nationalen Spitze annähern. Damals bewirkte das Duo Bykow/ Chomutow Wunder, diesmal ist die Mannschaft nicht mehr von zwei Ausnahmeathleten abhängig. Im vergangenen Jahr war der Kanadier Sébastien Caron phasenweise der beste Goalie der Schweiz und bügelte so manche Nachlässigkeit der Abwehr aus. Der junge Schweizer Sturm mit Sprunger, Bykow junior und Plüss schaffte den Durchbruch und trug die Mannschaft in der Offensive.

Mit den teuren Vertragsverlängerungen dieses Trios und der Verpflichtung von Sandy Jeannin aus Lugano setzte der Klub klare Signale. Der 32-jährige Internationale war neben Martin Plüss, der zum SCB kam, der Toptransfer in der Liga. Die beiden Center gehören mit Löhnen weit über einer halben Million Franken im Jahr auch zu den bestbezahlten Spielern.

Bereits mit Goldhelm

Der Neuenburger Jeannin wollte nach einer Tour de Suisse mit Stationen in Zürich, Davos und Lugano und auf dem Höhepunkt seiner Karriere einmal bei einem welschen Klub spielen. Als seine Hauptaufgabe sieht er, die jüngsten Fortschritte Gottérons zu unterstützen. Dass man ein Drittel richtig verschläft wie am letzten Samstag in Zürich, dürfe in Zukunft nicht mehr geschehen, wenn man ein Siegerteam werden wolle, sagt Jeannin.

Jeannin, der im Frühling beim verrückten Zähringer-Derby im Playout gegen Basel engagiert war, spürt, wie die Euphorie weiterlebt und man dem heutigen Dienstag entgegenfiebert. Mit ihm, dem pflegeleichten Allrounder, ist das Potenzial nach vorne, aber auch im Powerplay und Boxplay grösser geworden. Den Goldhelm des Topskorers trägt er bereits.

Respekt vor Montandon

Jeannins Nummer 28 war bei den Freiburgern schon vergeben. Er wählte die 58, die in der Liga kaum verbreitet ist, aber, wie er sagt, auch aus Respekt vor seinem Neuenburger Copain «Gilou» Montandon, der seine Karriere mit der 85 auf dem Rücken um eine weitere Saison verlängert.

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