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Hungrig ins Emmental gekommen

Mit Martin Kariya konnte SCL-Tigers-Coach Christian Weber seinen Wunschspieler als Nachfolger von Josh Holden verpflichten.

«Jetzt brauchen wir einen Sechser im Ausländerlotto», sagte Christian Weber, als feststand, dass Topskorer Josh Holden zum EV Zug wechselt. Der Headcoach der SCL Tigers hofft, dass er mit Martin Kariya tatsächlich das grosse Los gezogen hat.

Holden hat die Messlatte für den Bruder von NHL-Superstar und Olympiasieger Paul Kariya mit 26 Toren und 43 Assists in 48 Qualifikationsspielen sehr hoch gelegt. Doch Martin Kariya mag den Vergleich mit seinem Landsmann nicht: «Holden ist Holden und ich bin ich. Skorerpunkte und Statistiken sind ein Teil des Eishockeys, aber lange nicht das Spiegelbild eines Spielers.»

Er sei ein Mannschaftsspieler, ein Allrounder mit Leader- und Vorbildfunktion, sagt Martin Kariya über sich selbst. «Zu meinen Stärken gehören die Schnelligkeit und das Passspiel. Ich bin aber nicht sehr gross und auch nicht sehr schwer. Deshalb bemühe ich mich umso mehr, mit Köpfchen zu spielen und möglichst viele richtige Entscheidungen zu treffen.»

Der neue Kanadier der SCL Tigers ist ein Spielmacher mit einer ganz einfachen und einleuchtenden Eishockeyphilosophie: «Ich will die Scheibe so oft wie nur möglich, und ich will mit ihr so lange wie nur möglich spielen. Und wenn ich sie verloren habe, dann will ich sie so schnell wie nur möglich zurückerobern. Das ist nichts anderes als logisch. Wer die Scheibe besitzt, bestimmt das Spiel, kommt zu mehr Chancen und hat die grösseren Aussichten auf Erfolg.»

Murray half tüchtig nach

In der Saison 2006/07 erreichte die Karriere von Martin Kariya einen ersten Höhepunkt. Mit 66 Punkten (18 Tore/48 Assists) in 60 Spielen führte er Espoo in der höchsten finnischen Spielklasse erstmals in der Vereinsgeschichte in den Playoff-Halbfinal und wurde mit der Pekka-Ketola-Trophy als Topskorer der Liga ausgezeichnet. Das Interesse am kleinen Kariya war riesengross. Die ZSC Lions verpflichteten ihn für drei Jahre. Doch ausgerechnet ein ehemaliger ZSC-Trainer machte den Zürchern einen Strich durch die Rechnung.

Andy Murray, der Headcoach von Team Canada, bot Martin Kariya als Pikettspieler für die WM 2007 auf und gab ihm als Cheftrainer der St.Louis Blues auch gleich noch eine Chance für den Sprung in die NHL. Drei Tage vor NHL-Meisterschaftsbeginn wurde aber Martin Kariya von Andy Murray als letzter Spieler aus dem Kader gestrichen, ins Farmteam nach Peoria geschickt und nie mehr zurückgeholt. So gesehen war die harte Personalpolitik von Andy Murray, der von 1984 bis 1986 im Hallenstadion Christian Weber trainierte, das Glück des jetzigen Headcoachs der Emmentaler.

Kariya vs. Holden

Die letzte Saison sei einfach frustrierend gewesen, sagt Martin Kariya. Dafür sei er jetzt so hungrig wie noch selten zuvor aufs Eishockeyspielen. «Ich hoffe, dass ich die neue Chance nutzen und der Mannschaft helfen kann.» Der Kanadier soll einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung des Defensivverhaltens leisten.

Josh Holden überzeugte letzte Saison zwar mit seiner engagierten Spielweise und den Spitzenwerten als Skorer, nicht aber bei fünf gegen fünf Spieler: Er stand bei 48 eigenen und 48 gegnerischen Toren auf dem Eis. Martin Kariya hingegen war in den vergangenen vier Saisons bei vier verschiedenen Klubs (Kobe/Jap, Stjernen/Nor, Espoo/Fi, Peoria/USA) auf drei verschiedenen Kontinenten sowohl offensiv als auch defensiv ein sicherer Wert: 202 Punkte (58 Tore/144 Assists) in 196 Spielen und dies bei einer Plus-/Minus-Bilanz von +54.

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