FC Thuns enge Zusammenarbeit mit Basel

Immer stärker wird beim FC Thun die Fraktion von Spielern, die vom FC Basel ausgebildet wurden. Mit Marco Aratore kam diese Woche ein weiterer dazu. Sportchef Andres Gerber spricht über die Zusammenarbeit mit dem FCB.

Vier Basler jubeln in Thun: Die Spieler aus Basel sind für Thun im Kampf um den Aufstieg zu einem wichtigen Faktor geworden.  Vier von 
ihnen bejubeln in dieser Szene ein Tor: Muhamed Demiri (vorne), Samet Gündüz (l.), Nicolas Schindelholz (oben links) und Timm Klose (oben rechts).

Patric Spahni

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mit einem halbstündigen Videostudium hat Thun-Trainer Murat Yakin seine Mannschaft zuletzt auf das Heimspiel am Samstag gegen Locarno vorbereitet. Erstmals im Aufgebot steht Marco Aratore. Erst seit dieser Woche gehört der 18-jährige Offensivallrounder zum Kader des FC Thun. «Wir sind im Angriff knapp besetzt und brauchten für die Schlussphase der Meisterschaft Alternativen, um nicht plötzlich in Personalnot zu geraten», nennt Thuns Sportchef Andres Gerber den Grund für den Zuzug. Für Schweizer – respektive lokal ausgebildete – Spieler unter 21 Jahren endet die Transferfrist erst am 31.März. Die Umgebung ist neu, trotzdem ist für Aratore im Oberland nicht alles völlig unbekannt. Nach Nicolas Schindelholz, Timm Klose, Sabri Boumelaha und Samet Gündüz ist er der fünfte Spieler, der den Weg aus dem Nachwuchs des FC Basel zum FC Thun gefunden hat. Beim FCB spielte Aratore meistens für die U21 in der 1.Liga. Unter Trainer Thorsten Fink kam er aber auch zu einigen Einsätzen in der ersten Mannschaft.

Viel FCB, wenig YB

Zur unterdessen stattlichen Basler Fraktion in Thun gehört auch Muhamed Demiri. Der Mittelfeldspieler wurde Anfang Saison verpflichtet, nachdem Concordia Basel die Lizenz für die Challenge League entzogen worden war. «Alle Basler haben sich toll eingefügt und tun unserer Mannschaft gut», sagt Gerber. «Ausserdem können sie bei Bedarf auch unsere U21-Equipe verstärken, deren Kader ebenfalls nicht allzu breit ist.» Doch sollte Thun nicht stärker mit den Young Boys zusammenarbeiten? Schliesslich besteht mit den Stadtbernern eine Partnerschaft, die auch die Ausleihe von Spielern beinhaltet. Gerber betont, er habe ein gutes Verhältnis zu YB-Sportchef Alain Baumann: «Es hat sich aber in der letzten Zeit nicht ergeben, dass YB uns Spieler zur Verfügung stellen konnte.» Thuns Sportchef sieht dafür zwei Gründe. Erstens gehe YB-Trainer Vladimir Petkovic im Titelduell gegen Basel kein Risiko ein und wolle auf jeden Spieler zurückgreifen können. «Zweitens hat sich die U21 der Young Boys den Ligaerhalt noch nicht gesichert. Dass sie zuerst für sich schauen, ist normal.» Beim FC Basel sei das Reservoir an talentierten und gut ausgebildeten Nachwuchsspielern halt einfach grösser als bei YB. «Der FCB bietet uns die Gelegenheit, Spieler zu verpflichten, die in ihrer Entwicklung bereits sehr weit sind und die uns weiterbringen. Das zu fairen Konditionen.» Die Basler ihrerseits profitierten davon, dass ihre Nachwuchsakteure beim FC Thun in der zweithöchsten Liga Erfahrungen sammeln und Verantwortung übernehmen können, sagt Gerber.

«Die richtige Mentalität»

Einen wesentlichen Einfluss auf die aktuelle Zusammenstellung des Teams hat auch die Herkunft von Trainer Murat Yakin. Basel ist die Heimatstadt des 35-Jährigen, mit dem FCB wurde er Schweizer Meister und Cupsieger. «Die jungen FCB-Spieler sind es gewohnt, sich durchzusetzen. Sie bringen die richtige Mentalität mit», sagt er.

Schindelholz und Klose haben einen Kontrakt bis 2011 unterschrieben und bestreiten demnach auch die nächste Saison in Thun. Demiri steht bis Ende Juni unter Vertrag. Gündüz, Boumelaha und Aratore sind bis zum Saisonende ausgeliehen. Noch hätten keine Gespräche darüber stattgefunden, wer von ihnen beim FC Thun bleibe, sagt Gerber. «Doch man kann es sich ausrechnen. Bei denjenigen, die oft zum Einsatz kommen, sind wir an einer Weiterverpflichtung interessiert.» (Berner Oberländer)

Erstellt: 27.03.2010, 13:08 Uhr

Service

Mitdiskutieren, teilen, gewinnen.

News für Ihre Timeline.

Die Welt in Bildern

Mit geschwellter Brust: Ein Mann aus Indien zeigt bei einem Wettbewerb für die beeindruckendste Gesichtsbehaarung stolz seinen Schnurrbart. Der Wettbewerb fand am Rande des jährlichen Kamel Festivals in der nordindischen Wüstenstadt Pushkar statt. (20. November 2018)
(Bild: Himanshu SHARMA ) Mehr...