Mike Schmid: Ein Traum geht in Erfüllung

Der Frutiger Mike Schmid ist derzeit der stärkste Schweizer Skicrosser. Dank zwei Siegen im Weltcup hat sich der 25-Jährige bereits früh in eine gute Position für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Vancouver gebracht.

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So schnell lässt sich Mike Schmid nicht aus der Reserve locken. Nach seinen zwei Weltcup-Siegen in Inichen (It) sollte eigentlich klar sein, dass der Frutiger Skicrosser für die Olympischen Spiele gesetzt ist. Schmid hingegen sagt trocken: «Das glaube ich erst, wenn ich im Flugzeug nach Kanada sitze.» Christoph Perreten, Freestyle-Disziplinenchef bei Swiss-Ski, äussert sich konkreter: «Mike hat die A-Limite geschafft, damit ist alles gesagt. Er wird in Vancouver, falls er gesund bleibt, auf jeden Fall dabei sein» (siehe Text unten).

Mit Vancouver 2010 geht für Mike Schmid ein Traum in Erfüllung. «Olympia hat für jeden Sportler eine grosse Anziehungskraft. Man träumt von der Teilnahme, vom Gewinn einer Medaille» Nur: Mit dem Rennen des Lebens will sich Schmid noch nicht befassen. «Ich konzentriere mich derzeit weiter auf meine Weltcup-Einsätze.» Der Berner Oberländer ist in guter Form. «Im Moment stimmt alles», sagt er. «Ich habe gutes Material, das Umfeld passt. Und körperlich bin ich auch parat.»

Start bei den Alpinen

Wie fast alle Skicrosser begann auch Mike Schmid als alpiner Rennfahrer. Bereits mit 16 Jahren warf er aber den Bettel hin. «Ich wollte mein Leben nicht allein aufs Skifahren ausrichten», sagt er heute, «sondern auch andere Dinge ausprobieren».

Diesen Schritt musste Schmid nie bereuen, weil er schnell den Einstieg in den Skicross-Sport fand. «Schon als junger Knabe stand ich mit meinen Kollegen oben am Berg, und wir schauten, wer als Erster wieder unten ist.» Genau so läuft es im Skicross. Auf einer präparierten Piste gespickt mit Wellen, Sprüngen und Steilwandkurven duellieren sich jeweils vier Fahrer um Sieg und Platz zwei – die Ränge, die ein Weiterkommen garantieren. «Es ist der Kampf Mann gegen Mann, der mir sehr behagt.»

Keine Angst vor Cracks

Die Erfolge Schmids kommen nicht aus dem Nichts. Im kompakten Schweizer Team gehört er zu den wenigen Siegfahrern. Ob die Künste der Skicrosser auch für olympische Medaillen reichen, wird sich weisen. Die Gerüchte halten sich hartnäckig, dass Alpinfahrer im Skicross an den Start gehen werden. Ob dies in Vancouver – ohne vorher Weltcup-Rennen bestritten zu haben – überhaupt möglich ist, ist eine andere Frage.

Ein ehemaliger Crack, Daron Rahlves, ist heuer im Weltcup mit von der Partie. In Inichen schaffte es der Amerikaner nicht in die Top 10. Gestern meldete Rahlves in St.Johann mit Rang zwei hingegen seine Ambitionen an. Generell fürchten die Skicross-Spezialisten die alpinen Fahrer nicht. Es handelt sich um zwei verschiedene Sportarten. Bis jetzt gab es noch keinen Alpinfahrer, der auf Anhieb das Skicross dominierte.

Reich werden die Skicrosser mit ihrem Sport trotz Olympiastatus nicht. Immer noch müssen die Schweizer Fahrerinnen und Fahrer für die Teilnahme an den Weltcup-Rennen in die eigene Tasche greifen. Im Hinblick auf Olympia haben aber die meisten nationalen Verbände ihre Budgets erhöht. «Das Material wird immer mehr zum Thema», bestätigt Mike Schmid. Die Schweizer fahren neu in einheitlicher Kleidung. Denn obwohl einteilige Rennanzüge verboten sind, ist die Aerodynamik im Skicross wichtig. Ebenfalls wichtig sind die Ski. Schmid fährt auf Stöckli, «die Firma stellt uns auch einen Servicemann zur Verfügung». Im Wachsen sei er kein Experte, gibt der dreifache Weltcup-Sieger zu. «Ich konzentriere mich viel lieber aufs Fahren.»

(Berner Zeitung)

Erstellt: 12.01.2010, 15:57 Uhr

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