BSV rat- und harmlos

Der BSV Bern steckt weiter im Tief. Gegen Leader Pfadi Winterthur verloren die schwachen Berner 21:32.

Kaspar Arn bleibt nicht das einzige Mal an der Pfadi-Abwehr hängen.

Kaspar Arn bleibt nicht das einzige Mal an der Pfadi-Abwehr hängen.

(Bild: Markus Grunder)

Reto Pfister

«Was sollen wir bloss tun?», werden sich die Spieler des BSV Bern ab und zu gefragt haben. Immer wieder liefen sie auf die Abwehr von Pfadi Winterthur auf, wussten nicht, wie sie den Ball irgendwie Richtung gegnerisches Tor bugsieren sollten. Die Defensive der Gäste war, wie von diesem Team gewohnt, in einer 3-2-1-Formation postiert. Ein solch offensives Deckungssystem lässt sich im Normalfall durch viel Laufarbeit und variables Spiel aus den Angeln heben.

Im Normalfall, aber nicht an diesem Abend. Pfadi agierte in der Abwehr nahezu perfekt, die Deckungsspieler standen fast immer am richtigen Ort. Kreisläufer Kaspar Arn fiel so als Anspielstation weitgehend weg. Es war so, als agierte der BSV im Angriff permanent in Unterzahl, was aber nicht der Fall war. Und zum Mittel, permanent mit sieben Feldspielern und ohne Torhüter anzugreifen, mochte Trainer Aleksandar Stevic angesichts des grossen Risikos von Gegentreffern ins eigene leere Tor nicht frühzeitig greifen.

Die Gäste agierten auch bei ihren Angriffen clever, spielten die deutlich weniger kompakte Berner Abwehr mit cleveren Spielzügen aus. Der BSV schien in eine Niederlage desaströsen Ausmasses zu schlittern, ehe in den letzten 20 Minuten das Angriffsspiel etwas besser lief und die Gastgeber gegen den Leader «nur» 21:32 verloren.

Rohr fällt auch aus

Topskorer Simon Getzmann zeigte als einer der wenigen Berner eine akzeptable Leistung. Er lobte zuerst den Gegner. «Spielmacher Kevin Jud ist für seine Grösse ein herausragender Spieler. Er hat uns immer wieder ausgespielt. Und die Abwehr ist das Prunkstück von Pfadi, das hat man heute gesehen», sagte er.

«Wir müssen die Situation annehmen, uns herauskämpfen.»Simon Getzmann

Dann setzte er zur Analyse der schwachen Leistung seines Teams an. «Es hat damit begonnen, dass wir in der ersten Halbzeit unsere Chancen nicht nutzten, die wir trotzdem hatten», meinte Getzmann. «Und wir kamen kaum dazu, unsere Gegenstossstärke auszuspielen.» Man müsse die derzeitige Situation annehmen. «Wir stecken in einem Tief», sagt der BSV-Topskorer. «Wir müssen die Situation annehmen, uns herauskämpfen. Auswärts gegen Endingen müssen wir nächste Woche unbedingt gewinnen.»

Am Trainer liege es nicht. «Ich habe noch keinen Coach erlebt, der uns so akribisch auf Spiele vorbereitet wie Aleksandar Stevic», schloss Getzmann. Zur schlechten Leistung kam gestern eine weitere Negativmeldung. Abwehrspezialist Lucas Rohr wird wegen eines Kreuzbandanrisses 2019 nicht mehr spielen.

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