Mit 14 begann Samuel Hadorns GP-Geschichte

Kein Grand Prix von Bern ohne Samuel Hadorn: Der 43-Jährige hat keine der bisherigen 29 Austragungen verpasst. Am Samstag läuft der Thuner zweimal.

Berns Brunnen und Strassen  sind ihm wohlbekannt: Samuel Hadorn startet am Samstag zu seinem 30. Grand Prix von Bern.

Berns Brunnen und Strassen sind ihm wohlbekannt: Samuel Hadorn startet am Samstag zu seinem 30. Grand Prix von Bern. Bild: Andreas Blatter

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Frühling 1982. Der Grand Prix von Bern wird erstmals ausgetragen. Am Start steht auch der 14-jährige Samuel Hadorn aus Thun. Er ist Langläufer, das Laufen dient ihm als Sommertraining. Auch seine Eltern sind sportlich. Vater Niklaus meldet die Familie an. Sohn Samuel übersteht die 10 Meilen (16,093 km) ohne Schwierigkeiten. In 1 Stunde, 18 Minuten und 32 Sekunden läuft er ins Ziel.

Frühling 2011. Samuel Hadorn hat sich wieder für den GP angemeldet. Sein Ziel ist es, die Leistung von 2010 (1:27:02) zu verbessern. «Ich habe etwas mehr trainiert als im letzten Jahr», sagt der 43-jährige Architekt und Vater von zwei Kindern. «Also sollte dies möglich sein.» Zwischen der Premiere von 1982 und dem Lauf vom Samstag wurde 28 weitere Male durch Berns Strassen gelaufen. Und Samuel Hadorn war immer dabei.

78 «Golden Runners»

Hadorn, der im August 44 Jahre alt wird, ist der jüngste von 48 Läufern, die in zwei Tagen zum 30.Mal die 10 Meilen in der Bundesstadt unter die Füsse nehmen. Weitere 30 Athleten, auch sie alles Männer, waren auch in jedem Jahr gemeldet. Sie haben sich allerdings in einem oder mehreren Jahren für die Teilnahme am kürzeren Altstadt-GP (4,7 km) entschieden. Die 78 «Golden Runners» werden morgen Abend in einer speziellen Veranstaltung geehrt. «Geehrt zu werden, ist eine Alterserscheinung», sagt Hadorn, der mit 43 beileibe noch kein alter Mann ist. «Und es ist eine Glückserscheinung.» Gelaufen sei er immer. «Das Laufen ist ein Ausgleich für mich», erklärt der Architekt. «Ich fahre aber auch Bike und Rennvelo.»

Auch die Eltern waren oder sind laufsportbegeistert. Die mittlerweile verstorbene Maria Hadorn gehörte häufig zu den Besten ihrer Alterskategorie, der Vater Niklaus Hadorn (73) ist ebenfalls ein «Golden Runner» und nimmt am Samstag am Altstadt-GP teil. «Der Grand Prix ist ein Anlass, der mir immer gut gefallen hat», sagt Samuel Hadorn. «Und er ist gut organisiert. Er ist der einzige Anlass, an dem ich jedes Jahr teilnehme.»

Nicht heiraten, bitte

In 30 Jahren immer am GP starten zu können, bedarf auch einer ausgeklügelten Terminplanung. Hadorn sagt jedoch, dass er nie mit grösseren Schwierigkeiten konfrontiert war, um an diesem einen Samstag in Bern dabei zu sein. Sein Architekturstudium absolvierte er in Burgdorf, eine längere Auslandreise, wegen der er im Frühling nicht zu Hause gewesen wäre, hat er nie unternommen. «Verletzt war ich im Frühling auch nicht und nie in der GP-Woche im Militär», blickt der Jubilar auf seine ganz persönliche GP-Geschichte zurück. Nur etwas musste er sicherstellen: «Ich musste den Kollegen sagen, dass sie doch bitte nicht am GP-Wochenende heiraten sollen.» Mittlerweile wird das GP-Datum im Terminkalender des Thuners dick angestrichen. «In den ersten zehn Jahren bin ich einfach immer an den GP gegangen», sagt er. So auch 1987, als Hadorn in 1:07:59 seine persönliche Bestzeit aufstellte. «Danach war es schon ein Ziel, jedes Mal dabei zu sein.»

Mit dem Vater

Für seinen 30. Start stellt sich Samuel Hadorn einer speziellen Herausforderung. Vor dem Start zum 10-Meilen-Lauf nimmt er den Altstadt-GP unter die Füsse. «Ich will noch einmal mit meinem Vater durch Bern laufen», sagt der 43-Jährige. «Ich werde mich seinem Tempo anpassen.» Hadorns Frau und sein 10-jähriger Sohn haben sich ebenfalls für das Rennen über 4,7 km angemeldet. Der 30.Grand Prix soll nicht der letzte des Thuners sein. Samuel Hadorn im Jahr 2031 mit 63 Jahren zum 50.Mal am Start? «Nicht ausgeschlossen», sagt Hadorn. Wenn es die Gesundheit zulässt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.05.2011, 07:45 Uhr

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