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Neue Erkenntnis zum CoronavirusSpital Emmental sorgt international für Aufsehen

Starke Blutverdünnung hilft bei der Genesung von Coronavirus-Patienten. Diese Erfahrung aus dem Spital Emmental könnte vielen Menschen das Leben retten.

Chefarzt Robert Escher ist ein Vorreiter in der Behandlung von Coronavirus-Patienten.
Chefarzt Robert Escher ist ein Vorreiter in der Behandlung von Coronavirus-Patienten.
Foto: Manuel Stettler/pd

Ein 72-jähriger Mann kam Anfang März mit Atemproblemen und Fieber ins Spital Emmental. Wie die anderen Coronavirus-Patienten wurde der Mann, der ansonsten gesund und rüstig war, in einem Isolationszimmer gepflegt. Nach sechs Tagen verschlechterte sich sein Zustand rapide. Er musste auf die Intensivstation verlegt und künstlich beatmet werden.

Die Blutproben während der Intensivpflege zeigten «einen massiven Anstieg gewisser Blutgerinnungsfaktoren», wie die Spitalverantwortlichen mitteilen. Wegen der erhöhten Thrombosegefahr erhielt der Patient Blutverdünnungs-Medikamente in viel höheren Dosen als üblich. Bald begann sich der Gesundheitszustand des Mannes zu verbessern, und nach drei Wochen konnte er die Intensivstation wieder verlassen.

Weltweite Forschung

Der Fall des Emmentaler Rentners sorgt für Aufsehen und wurde nun im renommierten internationalen Fachmagazin «Thrombosis Research» veröffentlicht. Darin schildert Robert Escher, Leiter der medizinischen Klinik im Spital Emmental, wie sich die Blutverdünnung auf den Heilungsverlauf des Patienten ausgewirkt hat.

Weltweit forschen Fachleute an Behandlungsmöglichkeiten für Coronavirus-Patienten. Ob Escher der erste Arzt war, der die starke Blutverdünnung erfolgreich eingesetzt hat, ist in seinen Augen nicht massgebend. Viel wichtiger sei: «Es besteht die Hoffnung, dass wir durch diese Massnahme die Sterblichkeit bei Covid-19 Patienten deutlich senken können», wird er in der Mitteilung des Spitals zitiert.

(maz)