Zum Hauptinhalt springen

Wer sich im Flugzeug zurücklehnt, ist ein Egoist

Im neuen Swiss-Europaflieger kann man die Rückenlehnen in der Economy Class nicht mehr verstellen. Zum Glück.

Nüchtern und pragmatisch ist er geworden, der neue Airbus A320neo. Foto: PD
Nüchtern und pragmatisch ist er geworden, der neue Airbus A320neo. Foto: PD

Swiss hat ihren ersten Airbus A320 Neo – mit einer neuen Kabine. Vor allem eine Änderung gab zu reden: Man kann in der Economy Class die Sitzlehne nicht mehr nach hinten verstellen. Sie ist in einem Winkel von 20 Grad fixiert. Kritiker mäkeln, dass Swiss am Komfort spare. Doch das Gegenteil ist der Fall. Was die Fraktion pro verstellbare Rückenlehne ignoriert: In den beengten Kabinen der heutigen Kurz- und Mittelstreckenflieger ist jeder Zentimeter, den man durch das Verstellen für sich beansprucht, einer weniger für den hinteren Passagier.

Arbeiten am Laptop ist dann nicht mehr möglich, Essen nur noch mit Verrenkungen. Teils wird die Lehne ohne Vorwarnung mit einer solchen Wucht nach hinten gedrückt, dass einem das Getränk – im schlimmsten Fall ist es Rotwein – vom Tisch aufs weisse Shirt geschüttet wird.

Wenn man es aus irgendwelchen Gründen unbedingt tun muss, sollte man zumindest den ungeschriebenen Flugzeug-Knigge beachten und den Menschen hinter sich fragen oder vorwarnen. Aber ein gesunder erwachsener Mensch sollte es auf einem Europaflug schaffen, einfach mal ein, zwei Stunden gerade zu sitzen. Die paar Zentimeter, die sich die Sitze nach hinten verstellen liessen, verwandelten den Sitz zudem bisher auch nicht in ein Erholungsparadies.

Wer seine Lehne auf einem kurzen Flug ungefragt zurückstellt, tut das in den meisten Fällen nicht für den Komfort, sondern will demonstrieren, dass er gefälligst allen Platz braucht, der verfügbar ist. Wer so etwas tut, stellt im vollen Tram wahrscheinlich auch seine Tasche auf den letzten freien Platz neben sich, telefoniert lautstark oder isst im Zugabteil einen Kebab – er verhält sich egoistisch und achtet nicht darauf, ob sein Handeln die Mitmenschen stört. Dass Swiss so einen Egoismus nun verunmöglicht, verdient Lob.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch