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Warum wir so gern über das Wetter reden

Unser Interesse für Sonne und Schnee trägt obsessive Züge – und ist die ideologische Kampfzone der Stunde.

Tina Huber
Wird es schön? Keine Frage beschäftigt mehr als diese. Montage: SZ, Foto: Getty Images
Wird es schön? Keine Frage beschäftigt mehr als diese. Montage: SZ, Foto: Getty Images

Man muss sich die enttäuschten Gesichter vorstellen. Aus der halben Schweiz waren die Journalisten angereist, entsendet von ihren Redaktionen, um die weisse Apokalypse einzufangen. Und dann war da alles wie immer – für die Einheimischen wenigstens. Mitte Januar war die Bündner Gemeinde Sumvitg eingeschneit, die Strasse hinauf nach Disentis wegen Lawinengefahr gesperrt, die Menschen konnten nicht zur Arbeit. Kommt vor in einem Berg­tal. Ungewohnt war hier nur eines: die Reporterschar aus dem Unterland. Onlineportale eröffneten Schnee-Ticker und verschickten Pushnachrichten, der Disentiser Gemeindepräsident musste besorgte Nachfragen zu Ernährungslage (stabil) und Stimmung (gut) beantworten, sogar die britische BBC machte eine Liveschaltung.

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