Kantone nehmen mit schwarzen Listen Todesfälle in Kauf

In Chur starb ein HIV-positiver Mann – die Krankenkasse hatte sich geweigert, seine Medikamente zu vergüten, weil er Prämienausstände hatte.

Die Ärzte warnten die Krankenkassen vor «fatalen Folgen» einer Nicht-Behandlung. Trotzdem landete der Mann auf der schwarzen Liste. Bild: Keystone

Dominik Balmer@sonntagszeitung

Der Mann hätte nicht sterben müssen. Er war HIV-positiv – das ist heute kein Todesurteil mehr. Die Medikamente gegen das Immunschwächevirus wirken so effektiv, dass oft ein sorgenfreies Leben möglich ist. Nur sehr selten bricht noch Aids aus.

Doch in diesem Fall aus dem Kanton Graubünden war es anders. Der rund 50 Jahre alte Mann, ein normaler «Büezer», kein Randständiger, hatte Schulden. Nach Betreibungen seiner Krankenkasse ÖKK kam er auf eine schwarze Liste der säumigen Prämienzahler. Wer da landet, wird mit einem Leistungsaufschub bestraft. Das heisst: Solange die Prämienausstände für die Grundversicherung nicht beglichen sind, vergütet die Krankenkasse nur noch die Notfallbehandlungen.

SonntagsZeitung

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