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PR-Agentur ist auf beiden Seiten engagiert

Bundesanwalt Michael Lauber hat zur Sicherung seiner Wiederwahl vor drei Wochen Peter Hartmeier, ehemaliger UBS-Sprecher und Ex-Chefredaktor des «Tages-Anzeigers», als PR-Berater engagiert. Hartmeier arbeitet für die Agentur Lemongrass. Ebenfalls für Lemon­grass arbeitet Andreas Hildenbrand. Dieser vertritt seit längerer Zeit den ehemaligen Fifa-Generalsekretär Urs Linsi als Pressesprecher. Linsi ist, zusammen mit drei anderen Ex-Fussballfunktionären, im Zusammenhang mit einer Millionenzahlung im Umfeld der Vergabe der WM 2006 an Deutschland angeklagt.

Dem Quartett wird vorgeworfen, im April 2005 den Präsidialausschuss des WM-Organisationskomitees über den Zweck der Zahlung arglistig getäuscht zu haben. Im Zusammenhang mit dieser Anklage kam es zu Kritik an der Bundesanwaltschaft (BA), weil der Haupttäter Beckenbauer aus gesundheitlichen Gründen nicht angeklagt wurde. Auf die Frage, ob da nicht ein Interessenkonflikt bestehe, sagt Hartmeier: «Die Partner von Lemongrass beraten absolut unabhängig und sind frei von jeglichen Konflikten.»

Zu einer Überschneidung der Mandate kam es auch bei Laubers Anwalt Lorenz Erni, denn dieser arbeitet auch für Sepp Blatter, gegen den die BA ermittelt. Der Staranwalt vertritt Lauber beim laufenden Disziplinarverfahren. Es stellt sich die Frage, wer die beträchtlichen Anwaltshonorare übernimmt. Laut BA-Sprecherin Ladina Gapp ist die Rechtslage unklar.

Arthur Rutishauser

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