«Macht aus dem Genossenschafts-Bund einfach eine Migros Schweiz»

Die Reaktionen der Leser.

«Durch den Markteintritt von Aldi und Lidl sowie den Onlinehandel hat sich die Situation markant verändert», meint ein Leser zum Sparprojekt der Migros. Bild: Keystone

«Durch den Markteintritt von Aldi und Lidl sowie den Onlinehandel hat sich die Situation markant verändert», meint ein Leser zum Sparprojekt der Migros. Bild: Keystone

(Bild: Getty Images)

Migros geht ans Eingemachte
SonntagsZeitung vom 26. August 2018

Während Hans­ueli Loosli, ein dynamischer, führungsstarker Chef mit «Blutgruppe Detailhandel», Coop auf Vordermann trimmte, verursachten die CEOs der Migros zahlreiche unternehmerische Misserfolge.
Roger E. Schärer, Feldmeilen ZH

Was jetzt publik wird, war zu erwarten. Jahrzehntelang konnten sich Migros und Coop an ihrem Quasi-Oligopol erfreuen. Durch den Markteintritt von Aldi und Lidl sowie den Onlinehandel hat sich die Situation markant verändert.
Ernst Hostettler, Belp BE

Mein Vorschlag: Hebt doch endlich die 10 regionalen Migros-Genossenschaften auf und macht aus dem MGB (Migros-Genossenschafts-Bund) schlicht und einfach eine Migros Schweiz. Wetten, dass das Sparpotenzial recht gross wäre? Aber eben: Was passiert dann mit den Regionalfürsten und ihren Stäben?
Peter Probst, Basel

Todesdrohungen auf dem Notfall
SonntagsZeitung vom 26. August 2018

Man hört je länger, desto mehr, dass Notfallstationen von Gewalt heimgesucht werden. Orte der Empathie und Geduld werden zu Orten des Horrors. So schlimm es auch tönt: Solche Patienten sollten gar keine Pflege mehr erhalten. Das heisst, die Ärzte und das medizinische Personal müssten einfach medizinische Hilfe verweigern. Klar ist das sehr schwierig, da die Ärzte ja einen Eid abgelegt haben und das Personal ausgebildet worden ist, um zu helfen. Trotzdem, wenn die Gesetze nicht strenger werden und unsere Politiker sich dieses Problems nicht annehmen, muss das Notfallpersonal selber agieren.
Susanna Geser, Biel BE

16 gewaltbereite Hausbesetzer kommen vor Gericht
SonntagsZeitung vom 26. August 2018

Bei Demonstrationen und bei Sportanlässen kommt es immer häufiger zu Pöbeleinen und auch Angriffen auf die Polizei. Sorry, aber wieso weigern sich die Polizeioberen immer noch, Bodycams einzuführen? So könnte man leichter Beweise schaffen und gegebenenfalls Anschuldigungen gegenüber Polizisten entgegnen.
Richard Sieber, Rheineck SG

Lieber später in die 1. Klasse
SonntagsZeitung vom 26. August 2018

Es ist eine Frage des Menschenbildes, ob man Kinder dann einschult, wenn sie bereit sind, oder ob man es vorzieht, noch nicht bereite Kinder (eigentlich ohne Förderbedarf) zu pathologisieren und therapieren, anstatt ihnen genügend Entwicklungszeit zuzugestehen. Ein Kind unbegründet zurückzuhalten, ist kein «Trick», um ihm einen Vorteil zu verschaffen, sondern gefährdet die Schullaufbahn: Grundlos zu spät eingeschulte Kinder langweilen sich nämlich erfahrungsgemäss, was sich negativ auf die Lernfreude und Leistung auswirkt. Beim Einschulungsentscheid muss es immer um das Wohlergehen des einzelnen Kindes gehen.
Sandra Beriger, Entwicklungspsychologin lic. phil., Schulische Heilpädagogin, Zürich

Dass Zug nicht «zu spät», sondern «zu früh» einschult, haben viele Kinder ihren ambitionierten, dauerfördernden Eltern zu verdanken. Grundsätzlich gehts um ganzheitliche Reife, um den Anforderungen der Schule nicht nur standzuhalten, sondern auch mit Freude zu lernen. Graziella Gisler, DaZ Lehrperson, Altdorf UR

Der Staat soll wieder das Sagen haben
SonntagsZeitung vom 26. August 2018

Mir geht es nicht darum, das tragische Beispiel von Italien zu instrumentalisieren. Letztlich aber wollte dort ein privates Unternehmen Gewinne schreiben, um seine Existenz zu erhalten. Es ist eben aktuell politisch nicht sexy, in die Infrastruktur zu investieren und die Kosten verursachergerechter zu verteilen. Doch marode Infrastrukturbauten gefährden Menschenleben. Steuergelder scheinen mir diesbezüglich sehr gut investiert, dies sollte sich jedermann vor Augen führen.
Pascal Merz, Sursee LU

Eine Mischung von Tragik, Arroganz, Missmanagement und Gier
SonntagsZeitung vom 26. 8. 2018 Andere Medien fabulierten, man wisse nicht genau, was die Ursache für den Absturz war. Danke deshalb für diesen objektiven Bericht, der eine Kette von Mitursachen aufzeigt und sogar den Namen und die Abhängigkeit des damaligen Hauptverantwortlichen erwähnt. Als damaliger Angestellter eines Mitbewerbers kann ich alles nur bestätigen.
Jakob Speiser, Gelterkinden BL

Ein paar Bemerkungen zu Ihrem Bericht über den Absturz von SR 111 vor 20 Jahren bei Halifax: 1. Das Ifen-Bordunterhaltungssystem wurde nicht von mir ausgewählt, sondern von der Swissair-Geschäftsleitung in corpore, nachdem diese Demonstrationen von drei verschiedenen Herstellern beigewohnt hatte.
2. Das System bestellt – und die Verträge unterschrieben – habe ich ebenfalls nicht.
3. Installiert habe ich es auch nicht, auch die Kabel habe ich nicht verlegt.
4. Die Überwachung der Installation war auch nicht meine Auf­gabe, ich bin kein Techniker.
5. Nicht die Kabel haben gebrannt, sondern die Abdeckung (wie ein Beitrag von «10 vor 10» wunderbar aufgezeigt).
6. Dass das Abdeckmaterial nicht vorher ersetzt wurde, kann man nicht dem Ifen anlasten.
7. Es gibt wirklich keinen Beweis dafür, dass das Unterhaltungssystem-Kabel Auslöser für den Unfall war.
8. Ihr Artikel deutet zwischen den Zeilen – und auch im Titel – an, dass ich mit dem Kauf der Aktien Insiderwissen nutzte, welches andere nicht hatten (ausser den drei von Ihnen erwähnten Swissair-Mitarbeitern). Stimmt nicht. Ich habe die Aktien genau deswegen erst gekauft, als über den Abschluss des Vertrages in den Medien berichtet wurde. Dass sich Kleinanleger wie ich hin und wieder an Start-ups beteiligen, ist nicht ungewöhnlich. Und diese Investition in ein Start-up war weder meine erste noch die letzte, wobei diese, zugegebenermassen, am Ende in die Hosen ging. Da war nichts Illegales am Kauf dieser Aktien.
9. Ich war zwar verantwortlich für die Unterhaltung an Bord, etwa für die Auswahl der Filme, der Musik etc. Und dazu gehörte auch die Mitarbeit bei der Selektion der Hersteller von Unterhaltungssystemen, die ein Angebot machen konnten. Aber auch das habe ich nicht alleine gemacht, auch hier habe ich die Unterstützung der Spezialisten benötigt und erhalten. Allerdings: Als der Entscheid einmal gefallen war, war es dann meine Aufgabe als Leiter Bordunterhaltung, mich darum zu kümmern, dass Inhalt und Funktionen des Unterhaltungssystems unseren Ansprüchen und Vorstellungen genügten – für die Technik war ich weder zuständig noch verantwortlich.
Karl Laasner, ehemaliger Swissair-Manager

Herzliche Gratulation für den Kommentar zum Absturz der Swissair 111 bei Halifax. Der gut recherchierte Text enthält viele interessante Informationen. Zudem werden verschiedene wichtige Aspekte in politischer, rechtlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht aufgezeigt. Oder kurz zusammengefasst: hervorragender Journalismus.
Rudolf Joder, Belp BE

Der Kreuzfahrtboom bedroht die Weltmeere
SonntagsZeitung vom 26. August 2018

Kreuzfahrt ist nicht umweltneutral. Der Rest der Schifffahrt auch nicht. Sogar unsere eigene Existenz ist nicht umweltneutral. Fakt ist, von den 340 Millionen Tonnen Schweröl, verbrennt die Kreuzfahrtbranche ca. 12 Millionen Tonnen. Der Rest von 328 Millionen Tonnen wird durch die restliche Schifffahrt verbraucht. Würde die Kreuzfahrtindustrie vollständig wegfallen, ändert das nicht viel am weltweiten Schwerölverbrauch. Und diese Schifffahrt nutzen wir alle täglich.
Alex Papatheodorou, Itingen BL

Burn-out im Klassenzimmer
SonntagsZeitung vom 19. August 2018

Zwischen 45 und 90 Minuten Hausaufgaben pro Woche, um das Burn-out-Syndrom zu bekämpfen? Funktioniert gar nicht, weil die Hauptursache darin besteht, dass die Kinder im Durchschnitt pro Tag 2 Stunden in der Medienwelt herumsurfen. Man reduziere also den Smartphone-Zugang auf maximal 90 Minuten pro Woche und der Stress nimmt wieder ab. Weshalb wird dies nicht thematisiert? Ist es etwa für Eltern/Lehrer, etc. viel einfacher, den Nachwuchs mit dem Smartphone ruhig zu stellen?
Alex Köhli, Gelterkinden BL

Früher war ich eine interessierte Leserin von Remo Largos Büchern, doch nun stelle ich fest, dass er scheinbar schon sehr lange nicht mehr in einer öffentlichen Schule war. Ja, beängstigend viele Kinder sind in der Schule überfordert, allerdings nicht inhaltlich, sondern vom ausufernden, ach so neumodischen Trend der heutigen Didaktik, schon ab der ersten Klasse die Verantwortung für das Lernen den Kindern aufzubürden. Wochen- bis Semesterpläne, selbstorganisiertes Lernen, Lerntagebücher, Selbstbeurteilungen und -bewertungen ohne Ende führen allzu oft zu einer schweren Hilflosigkeit und Überlastung der Kinder. Aufgrund welcher Lebenserfahrung sollen die Kinder denn «selbstbestimmt» lernen? Kinder leben nach dem Lustprinzip! Wie schön war das früher - und auch heute gibt es noch solche Ausnahmelehrpersonen - als die Lehrperson die volle Verantwortung für den Lernprozess trug und den Kindern sagte, was sie wann zu machen hatten. Und an der Tafel stand und die Kinder begeistern und mitreisen durfte. Da durften die Kinder noch Kind sein und auf die Erwachsenen um sich vertrauen.
Birgit Riedi, Ortschwaben BE

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