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«Hoffentlich profitiert auch die Kassiererin im Supermarkt davon»

Die Reaktionen der Leser.

«Ich persönlich finde, ein Baby gehört nicht ins Parlament; aber die Zeiten haben sich geändert», sagt eine Leserin. Bild: Plainpicture/Bildhuset/Paulina Westerlind
«Ich persönlich finde, ein Baby gehört nicht ins Parlament; aber die Zeiten haben sich geändert», sagt eine Leserin. Bild: Plainpicture/Bildhuset/Paulina Westerlind

Chefin und schwanger, na und?

SonntagsZeitung vom 02. Dezember 2018

Arme Topmanagerinnen, CEOs, Politikerinnen, sie verdienen sicher zehnmal so viel oder noch viel mehr als eine Coiffeuse, Verkäuferin oder Fabrikarbeiterin, die im Akkord arbeitet. Haben Sie ausserdem schon gesehen, dass die Kassiererinnen, Arbeiterinnen ihre Neugeborenen zu ihrer Arbeit mitnehmen dürfen? Wenn sie Glück haben, schaut die Grossmutter oder die Freundin in der Zwischenzeit zu den Kleinen. Ansonsten müssen die Babys in teuren Institutionen abgegeben und mit dem Hungerlohn bezahlt werden. Ich persönlich finde, ein Baby gehört nicht ins Parlament; aber die Zeiten haben sich geändert, bald laufen auch Väter mit ihrem Nachwuchs herum, festgemacht an Brust und Rücken. Ob das die Zukunft sein wird, wissen die Götter. Nur, wenn das für Topmanagerinnen gelten soll, dann hoffe ich, dass auch die Kassiererin im Supermarkt bald einmal davon profitieren kann. Was Goliath fertigbringt, soll auch für David gelten.Susanna Geser, Biel

Bernerin wurde mit zerstörtem Implantat alleingelassen

SonntagsZeitung vom 02. Dezember 2018

Dieser Skandal ist unfassbar. Versuchsaffen litten unter denselben Problemen wie später Patienten. Das bedeutet, dass nicht nur die Patienten, sondern auch die Affen Höllenqualen durchmachen mussten. Aber das unsägliche Leiden der Tiere wird mit keinem einzigen Satz erwähnt. Die Paviane sind ja nur nummerierte «Versuchsobjekte» und werden wie eine Ware behandelt. Hat diese Ware ihren «Dienst» getan, wird sie weggeschafft, wie Abfall entsorgt. Es geht schlichtweg vergessen, dass Affen (und auch andere Tiere) genauso empfindungsfähige Lebewesen sind, die unter Schmerzen, Angst und Stress leiden, wie wir Menschen. Es ist also genauso ein Skandal, wie Versuchstiere immer wieder sinnlosen und unnötigen Qualen ausgesetzt werden, damit Forscher und sogenannte «Starchirurgen» sich profilieren und (noch mehr) Profit erzielen können. Wann entwickelt der Mensch endlich Mitgefühl auch den Tieren gegenüber?Claudia Zeier, Zürich

Zusätzlich zum Riesenskandal der untauglichen Implantate ist für mich, dass ein solcher Arzt noch weiter als Starchirurg betitelt wird. Der Mann hat weder Einsicht noch einen Funken Empathie für das, was durch seine Macht- und Geldgier den Patienten Schlimmes angetan wurde. Er tritt äusserst selbstherrlich und arrogant auf, keine Entschuldigung, gar nichts. Es müsste endlich am ganzen System eine Änderung vorgenommen werden. Die Spitäler und ihre Ärzte sollten für gravierende Fehler die ganze Verantwortung übernehmen müssen und so wie in den USA für den Schaden, der mit Invalidität, Schmerzen und oft einem zerstörten Leben des Patienten verbunden ist, bezahlen müssen. Warum haben die Spitäler keinen Fond, in den jeder Arzt einbezahlt? Die Versicherungen drücken sich, für einen Pfusch aufkommen zu wollen, der Patient wird alleingelassen mit seinem ganzen Unglück. Von allen Seiten werden die fehlbaren Ärzte geschützt, das kann und darf nicht sein. Es liegen sämtliche Beweise des Pfusches auf der Hand, und was geschieht? Wieder nichts, es ist ein Hohn. Im Gegenteil, der Schaden trägt auch die Allgemeinheit. Die Krankenkassen hacken dem Arzt auch kein Auge aus, der Prämienzahler bezahlt erneut die Zeche, davon haben wir nun einfach endlich genug: Es muss sich definitiv etwas ändern.Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

SVP-Führung würgt alle Geheimpläne ab

SonntagsZeitung vom 02. Dezember 2018

Höchstwahrscheinlich würden sogar alle Bundesräte beim Volk durchfallen. Offenbar ignorieren die Politiker, dass das Volk wegen zahlreicher Ungerechtigkeiten traumatisiert und geknickt ist. Allein schon nur wegen der steigenden Krankenkassenprämien. Dabei ist es doch sehr erstaunlich, dass man die grössten Profiteure nie ins Gebet nimmt. Darunter fallen insbesondere Verwaltungsräte, Kadermitglieder grösseren Krankenkassen sowie Spezialärzte und zahlreiche andere Absahner. Mit ihren unverschämten, ohnehin nicht verdienten, hohen Gehältern. Solange solche Missstände nicht beseitigt werden und niemand die volle Verantwortung übernimmt, ist es so oder so schier unmöglich, das Gesundheitswesen wieder einigermassen in den Griff zu bekommen.Armin Arnold, Köniz BE

Pädophiler Straftäter William W. wohnte in der Nähe eines Kinderheims

SonntagsZeitung vom 02. Dezember 2018

Als ich den Bericht über den pädophilen Straftäter W.W. in der SonntagsZeitung gelesen habe, standen mir die wenigen Haare, die ich noch habe, zu Berge. Dass es so etwas noch gibt, kann ich mit bestem Willen nicht mehr verstehen. Es kommt noch so weit, dass ein pädophiler Straftäter ein Zimmer in einem Kinderheim bekommt. So eine Person wie Herr W.W. muss bis an sein Lebensende hinter Schloss und Riegel. Muss eigentlich noch etwas passieren, bis die Behörden aus ihrem Winterschlaf erwachen? In welch einem Land sind wir eigentlich? Das sind Fragen, die endlich mal geklärt werden müssen. Aber hoffentlich schnell, bevor wieder so eine schlimme Tat passiert.Cyrill Hotz, Luzern

Für Flüchtlinge gilt ein anderer Brandschutz

SonntagsZeitung vom 02. Dezember 2018

Zynischer gehts nicht. Da haben also die Solothurner Behörden, um Geld zu sparen, den Tod von mehreren Menschen in Kauf genommen, und jetzt, wo das Unglück wirklich geschehen ist, wird die Bevölkerung aufgefordert, die Kosten für die überlebenden Waisenkinder zu übernehmen. Ich kann gar nicht mehr aufhören, den Kopf zu schütteln. Für diese Kinder müsste doch mindestens das Geld vorhanden sein, das man gespart hat, oder?Judith Vuillemin, Steinach SG

Ein Gentleman, der Weichen stellte

SonntagsZeitung vom 02. Dezember 2018

Der beeindruckende verstorbene Präsident George H.W. Bush hat nicht nur nach 1989 die europäische Aufstellung aussenpolitisch staatsmännisch umgesetzt, sondern auch nach den Niederlagen im Korea- und Vietnamkrieg mit der erfolgreichen Operation «Desert Storm» die sicherheitspolitisch-militärisch depressive Stimmung in den USA überwinden können. Die hervorragenden, erfahrenen Generäle, Generalstabschef Colin Powell und Storming Norman, haben mit einer Armee von über 700 000 Soldaten aus 17 Nationen aus der viertgrössten Armee keine mehr gemacht. Dies mit wenigen eigenen Verlusten unter Verschonung der Zivilbevölkerung. Auf dem Golfplatz von Key Largo erklärte mir Präsident Bush Senior, dass er und sein Generalstabschef Powell Norman Schwarzkopf auf allen Befehlskanälen zurückhalten mussten, weil dieser in nur zwei Tagen Bagdad eingenommen hätte. Dies, weil er die Kräftebalance zwischen dem Irak und dem Iran halten und eine gewisse minimale stabile Lage schaffen wollte. Das hat mir Norman Schwarzkopf bei seinem Besuch in Winterthur 1992 auch persönlich bestätigt. Was Vater Bush staatsmännisch löste, hat der Sohn im Zweiten Irakkrieg mit über 200 000 zivilen Opfern und mehr als 4000 gefallenen GIs einen hohen Blutzoll bezahlt, getrieben von seinem Vizepräsidenten Cheney, dem stellvertretenden Verteidigungsminister Wolfowitz und Sicherheitsberater Pearle, die mit dieser verheerenden militärischen Operation ein Milliardenbusiness aufzogen und den Nahen Osten auf längste Zeiten destabilisierten.Roger E. Schärer, Feldmeilen ZH

Wie der Pfarrer die Gläubigen zu Gläubigern machte

SonntagsZeitung vom 02. Dezember 2018

Vielleicht ist es Ihnen wie mir ergangen, als Sie den Artikel gelesen haben. Dieser Artikel hat nicht Mitleid in mir geweckt, sondern mich wütend gemacht. Meiner Meinung nach nutzte Pfarrer Werner F. sein Amt und seine Beliebtheit bei den Gläubigern in der Vergangenheit aus, obwohl seine Arbeitgeberin, das Bistum Chur, seit dem Jahre 2011 über seine Spielsucht und den Schuldenberg informiert war. Es hätte damals schon Sanktionen oder eine Überwachung seitens seiner Arbeitgeberin gebraucht, aber diese sind einfach nicht erfolgt. Jede Unternehmung haftet in der Schweiz für Schäden, die durch ihre Arbeitnehmer verursacht werden. In diesem Fall wäre es nicht mehr als recht, wenn das Bistum Chur die Verantwortung übernehmen und den Schuldenberg von Pfarrer Werner F. von über 2 Millionen begleichen würde. Auch wenn der Luzerner Anwalt Robert Bühler versucht, einen Erlass bei den Gläubigern im «Namen der Kirche» zu erwirken, ist das Unrecht und das fehlende Loch in der Kasse der Gläubiger nicht gestopft.Manuela Vedana, Lachen SZ

Die Rache der Versager

SonntagsZeitung vom 02. Dezember 2018

Danke, Herr Somm. Hoffentlich haben alle Erziehungsdirektoren diesen Artikel gelesen und beherzigen ihn auch. Sie sprachen aus den Herzen zahlreicher Lehrer. Talente verkümmern aufgrund eines überambitionierten Lehrprogramms, das unmöglich den vielen talentierten Kindern gerecht werden kann. Lisa Büschlen-Kohlbrenner, Basel

Wo der Kanton Wallis am schönsten ist

SonntagsZeitung vom 02. Dezember 2018

Im Artikel wird erwähnt, dass dies das höchste ganzjährig bewohnte Dorf Europas sein soll. Meines Wissens jedoch betrifft dies Juf im Averstal Graubünden. Sicher auch ein sehenswerter Ort, halt ohne Haute Cuisine, aber ursprünglich.Leo Cater, Züberwangen SG

Herr He spielt Gott

SonntagsZeitung vom 02. Dezember 2018

Das ist kein Spiel mehr. Wie ernst die Lage ist, wird sich erst zeigen, wenn es zu spät ist. Forschung ist erlaubt und die Anwendung der Ergebnisse zur Linderung von Schmerzen erwünscht, die Bekämpfung von Krankheiten notwendig und die Ausrottung von Seuchen ein Muss. Hier aber greift der Mensch prophylaktisch in die Schöpfung ein. Das geht nicht. Es wird bös enden, so wie alles, was gegen die Natur getan wird.Mark Gasche, Kirchberg BE

Rückkehr auf null

SonntagsZeitung vom 02. Dezember 2018

Kurt Volker, «Sonderbeauftragter der US-Regierung für die Ukraine», findet also, «wer wen beim Zwischenfall in der Meerenge von Kertsch provozierte, ist nebensächlich. Die Hauptsache ist, dass die Russen die Krim besetzt haben, ihre angebliche Annexion weder von uns noch von Europäern oder sonst international anerkannt wird. Die Russen haben in ukrainischen Gewässern kein Recht, den Ukrainern zu sagen, was sie wann zu tun und zu lassen haben.» Die ukrainische Provokation hat aber in russischen Territorialgewässern stattgefunden, die immer, noch vor der «angeblichen Annexion» der Krim, russisch waren. Abgesehen davon, dass auch diese Geografiekenntnisse des Amerikaners, selbst im Gebiet, das er in Washingtons Auftrag regiert, mangelhaft sind, ist Dmitri Trenin, Chef des Carnegie- Zentrums in Moskau, ganz anderer Ansicht: «Niemand sollte die Erlaubnis bekommen, einen bewaffneten Konflikt zu provozieren, der ganz Europa verschlingen könnte.» Es sei an der Zeit, geopolitische Realitäten anzuerkennen. Man beachte das Beispiel Nordzypern: Niemand ausser der Türkei erkenne den Staat an, aber es versuche auch niemand, das Gebiet zurückzuerobern.Victor Lambert, Rickenbach Sulz ZH

Wie Saudiarabien nach dem Weltfussball greift

SonntagsZeitung vom 02. Dezember 2018

Entlarvend, dass dieser Artikel im Teil «Wirtschaft» und nicht «Sport» erscheint. Aber genau das macht Hoffnung. Das heisst, die Gesetze des Marktes werden es regeln. Nur wir Fans und Konsumenten haben es in der Hand, diesem geldgierigen Monster Fifa den Hahn zuzudrehen. Wenn wir keine Hamburger der Sponsoren mehr essen oder deren Bier trinken, keine TV-Geräte mehr kaufen oder mit alternativen Airlines fliegen, hat dieser Irrsinn ein Ende. Denn der Markt regelt die Dinge. Auch für Herrn Infantino.Joe Laucke, Horgen ZH

Danke für diesen Artikel. Wann immer ich über Herrn Infantino in der Presse lese, kommt mir Bob Dylan in den Sinn, und sein Song «Sweetheart Like You», in dessen Textzeile es heisst: «Steal a little and they throw you in jail. Steal a lot and they make you king.» (Wer wenig stiehlt, kommt ins Gefängnis, wer viel stiehlt, wird König.) Als häufiger Gast in Zürich wundere ich mich, dass die Schweizer Politik und die Justiz nicht schon lange gegen diese «Fussball-Könige» beziehungsweise -Gauner vorgegangen sind. Das Image der Eidgenossen könnte davon nur profitieren.Christoph Schuh, Wien

Die Klugscheisser

SonntagsZeitung vom 25. November 2018

Der Artikel hat mich interessiert und ich habe ihn gerne gelesen, weil ich Publikationen von Precht und Hariri verfolge. Ich war froh, mal was Kritisches über diese Stars zu lesen. Die Thesen und Theorien, die Sie vertreten, finde ich hingegen interessant und erfrischend. Offensichtlich gehöre ich auch zu den «Schwarmdummen» (vergleichsweise Professor Dueck Gunter – auch ein Star) Konsumenten, die offensichtlich die falschen Bücher gekauft und die falschen Artikel gelesen haben. Ihr risikofreier Artikel, der aber auch gar nichts Gutes an den beiden (Dobelli habe ich nicht konsumiert) lässt, würde ich nicht als Klugscheisser, aber als Besserwisserei bezeichnen. Ich denke, dass auf einen Ihren Zerriss nun als nächstes ein eigener, besserer Bericht zur Lage der Welt erscheint.Beat Wampfler, Burgdorf BE

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