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«Die Schieflage der Reedereien hat Schneider-Ammann zu verantworten»

Die Reaktionen der Leser.

«Diese klare Inkompetenz wird durch den gescheiterten Vertuschungsversuch des Bundesrates zum Skandal.» Foto: Aksi Lindström
«Diese klare Inkompetenz wird durch den gescheiterten Vertuschungsversuch des Bundesrates zum Skandal.» Foto: Aksi Lindström

Schieflage bei Reedereien: Bund riskiert weitere 512 Millionen Franken

SoZ vom 27.8.2017

Es ist erschreckend, was Bundesrat Johann Schneider-Ammann in seiner Amtszeit geleistet hat. Die Schieflage der Reedereien hat er zu verantworten, und sein Auftritt in der «Arena» war kontraproduktiv. Dass Bundesrat Didier Burkhalter auch wegen ihm demissioniert hat, glaube ich sofort und ist traurig für die Schweiz. Immerhin ist er führend in der Benützung des Bundesratsjets, aber das ist kein Kriterium für Leistung und Effizienz. Schade, gilt das Rentenalter für Bundesräte nicht. Hans-Ulrich Wanzenried, Zürich

Diese klare Inkompetenz wird durch den gescheiterten Vertuschungsversuch des Bundesrates nicht nur zur Blamage, sondern zum Skandal. Da will man auf einem Gebiet «mitmischen», von dem niemand eine Ahnung hat und das für eine gesunde Kontrolle zu weit von «zu Hause» weg ist. Dann wird bekannt, dass hunderte von Millionen Steuergelder verloren gehen, aber man lässt die «dummen» Bürger noch für Jahre im Dunkeln. Diese Art mit uns umzugehen scheint Methode zu haben. Sie wird aber immer öfter aufgedeckt, was Bundesrat und Parlament in ein ganz schlechtes Licht rückt. Wann werden solche Inkompetenzen auch entsprechend geahndet? Es wird einfach froh und munter am Bürger vorbei politisiert! Wie lange wollen wir uns das noch bieten lassen? Mark Gasche, Kirchberg BE

Wenn tragende Säulen ins Wanken geraten

SonntagsZeitung vom 27. 8. 2017

Offenbar sind die Vorteile des Dreisäulenmodells unter Experten unbestritten. Gesagt werden muss, dass insbesondere Alleinerziehende, Frauenberufe und Niedrigverdienende von der dritten Säule nur träumen können! Zumal Lohnbezüger von 4000 Franken und weit darunter bereits vor dem Monatsende mit leeren Taschen dastehen und nach ihrer Pensionierung auch mit Ergänzungsleistungen mehr schlecht als recht über die Runden kommen. Armin Arnold, Köniz BE

Es ist zwar richtig, dass es in vielen westlichen Ländern parlamentarische Beschlüsse gibt, das Referenzrentenalter zu erhöhen, und dass es somit in Zukunft höher liegt als in der Schweiz, aber das effektive Rentenalter liegt in fast allen Ländern viel tiefer als in der Schweiz. In unseren Nachbarländern zum Beispiel gehen beide Geschlechter immer noch viel früher in Pension als in der Schweiz: in Deutschland mit 62,7 Jahren; in Österreich mit knapp über 62 bei den Männern und mit knapp über 60 bei den Frauen; in Italien mit knapp über 61 bei Mann und Frau, und in Frankreich gehen gar beide Geschlechter noch vor 60 in Pension. Die drastische Erhöhung des Referenzrentenalters ist somit ein politisches Wunschprojekt, das an der politischen und wirtschaftlichen Realität zerschellen wird; einfach weil ältere Arbeitnehmer zu teuer und zu wenig gut und spezifisch ausgebildet sind, zum Beispiel im Bereich der Fach- und IT-Kompetenzen, oder weil schlicht nicht mehr so viele Leute im Arbeitsprozess benötigt werden (Stichwort Digitalisierung). Übrigens: In der Schweiz ist das effektive Rentenalter bei beiden Geschlechtern über dem jetzigen Referenzrentenalter. John Lutz, Bern

Die bessere Rentenreform

SoZ vom 27.8.2017

Herr Eichenberger ist ein Theoretiker. Sicher braucht es dies auch in der Finanz- und Wirtschaftspolitik, ich nenne sie mathematische Visionen. Wenn man aber der Tatsache Rechnung trägt, dass viele zum Beispiel mit 55 überhaupt froh sind, weiterhin bis zur Rente ein Arbeitseinkommen zu haben. Wie wäre die Berechnung, wenn jemand die Arbeitsstelle verliert? Wäre das die Variante Pech gehabt? Eine Altersvorsorge soll allen nutzen. Ich frage mich, warum bestimmte Arbeitgeber dagegen sind. Vielleicht weil sie jetzt weniger Beiträge zahlen? Wären diese Arbeitgeber für ihre Variante bereit, sichere Arbeitsplätze zu schaffen? Eine solche Variante kann bei Mangel an Arbeitskräfte vielleicht interessant sein. Tiziana Aletti, Aarau AG

Immer mehr Katastrophen, doch alle drücken sich vor harten Mass­nahmen

SonntagsZeitung vom 27. 8. 2017

Es ist unerträglich, wie letztendlich tatenlos zugeschaut wird, wie sich eine Naturkatastrophe an die andere reiht – als Auswuchs der Klimaerwärmung. Trotzdem verharrt man in einer ungetrübten Zukunftsgläubigkeit, ja zelebriert sie, als ob nichts wäre. Man entfremdet uns von Natur und Mensch. Man digitalisiert schier manisch unser Sein in atemloser Geschwindigkeit, entfremdet uns von uns selber, von unseren Mitmenschen, von der Umwelt, von der Natur, übergibt immer mehr Tätigkeiten dem Computer, und bald einmal strecken wir den Kopf nach Atem ringend aus den Endmoränen unserer hausgemachten Naturkatastrophen und können nur noch Amen sagen, während wir unseren Untergang atemlos am Bildschirm verfolgen und nicht mehr wissen, ob das Gesehene nun virtuell oder Wirklichkeit ist. Federico Emanuel Pfaffen, Zürich

100 Felswände sind besonders gefährlich

SoZ vom 27.8.2017

Zählt Brandstiftung auch als Naturkatastrophe? Der Brandstifter war Pyromane und wurde später verurteilt. Maja Strasser, Solothurn

Kein Stich gegen Krebs

SonntagsZeitung vom 27. 8. 2017

Der Artikel mit dem Titel «Kein Stich gegen Krebs» in der SonntagsZeitung von Nik Walter erweckt leider den Eindruck, dass Alternativmedizin keine Rolle bei der Behandlung von Krebsbehandlungen spielt. Der Vergleich von Schulmedizin und alternativer Medizin ist völlig ungenügend. Diese in zwei Töpfe zu werfen und statistisch zu vergleichen, ist Unsinn. Alternative Medizin ist hier ein Sammelsurium von Anwendungen von Nicht-Medizinern. Alternative Medizin umfasst hier u. a. Kräuter, Vitamine, Homöopathie, spezielle Diäten, Meditation, Akupunktur und Chiropraktik. Das sind darüber hinaus Anwendungen von Nicht-Medizinern aus der westlichen Hemisphäre. Der Ansatzpunkt jeden Vergleichs, sogar unter dem Versuch, akademisch zu wirken, kann nur zu der Schlussfolgerung kommen, dass die Schulmedizin die Nase weit vorne hat. Als ehemaliger Professor für Statistik muss ich auch anmerken, dass die Studie sich auf eine magere Anzahl von Krebskrankheiten beschränkt, und wenn man zusätzlich bedenkt, dass diese auch noch auf etliche Krebsarten verteilt sind, dann bleibt hier wohl nicht viel übrig für zum Beispiel einen T-Test, eine statistisch relevante Untersuchung. Die richtige Frage ist daher wohl nicht Schulmedizin (S) versus Alternativmedizin (A), sondern S plus A. Nur wer S plus A (oder A plus S) beherrscht und diese als Paket auf spezifische Krebsleiden anwenden kann, würde hier Folgerungen schliessen können. Also S plus A und nicht S oder A ist die relevante Frage. Elmar B. Koch, Bottmingen

SBB machen Druck auf Kanton Bern

SonntagsZeitung vom 27. 8. 2017

Frage: Warum gibt es eigentlich noch eine BLS? Diese Berner Bahn sollte doch schon längst in die Schweizerischen Bundesbahnen integriert sein. Eigentlich ist die BLS mit den jetzigen Aktionären ein Relikt der Vergangenheit. Aber offensichtlich will es die Berner Politik so. Vielleicht auch deshalb, weil altgediente Berner Politiker mit Chargen bei der BLS ihre Rente ein wenig aufbessern können. Beim internationalen Güterverkehr konkurrenzieren sich die beiden Bahngesellschaften ja offensichtlich noch. Diese BLS-Sparte hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Namen «Bern-Lötschberg-Simplon» zu tun. Oder sehe ich das falsch? Peter Probst, Basel

Die Sprache, die Wahrheit und ein brillanter Heiliger

SonntagsZeitung vom 27. 8. 2017

Minderheiten verdienen in einer offenen und aufgeklärten Gesellschaft eine besondere Beachtung und sollen dieselben Rechte geniessen wie die bestimmenden Mehrheiten. Wobei nicht «nur» die Rechte, sondern auch die Pflichten dazugehören. In dieser Beziehung klafft bei einer Minderheit innerhalb der muslimischen Gesellschaft in vielen europäischen Staaten eine riesige Lücke. Es geht nicht an, die Privilegien eines demokratischen Staates zu geniessen und gleichzeitig die Werte mit Füssen zu treten. Dazu gehören die Toleranz gegenüber Andersdenkenden und die Einhaltung des Wertekonsenses. Stichwort Gleichberechtigung. Muslime, welche hierzulande Frauen als Menschen zweiter Klasse betrachten, haben in der Schweiz keinen Platz. Muslime, welche andere Religionen als Ungläubige brandmarken und gar zum Kampf gegen diese Menschen und Staaten aufrufen, gehören strafrechtlich verfolgt und auf direktem Weg ausgeschafft. Diese intoleranten Menschen haben keine Toleranz verdient. Zu lange haben europäische Staaten diesem Treiben zugeschaut. Nun ist es höchste Zeit, für Intolerante alle rechtsstaatlichen Mittel auszuschöpfen und diese auf dem schnellstmöglichen Weg auszuweisen. Pascal Merz, Sursee LU

Massentourismus überfordert Schweizer Ferienorte

SoZ vom 20.8.2017

Vielen Dank für den Artikel. Damit erfahren wir, was wir mit unserer Art des Reisens im Reiseland und im Leben dieser Menschen bewirken. Heute werden, ähnlich einem Zoobesuch im XXL-Format, die Touristengruppe zu den Sehenswürdigkeiten hin- und wieder abgeführt. Individuelle spontane Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung sind im getakteten Programm nicht vorgesehen. Auch wenn wir nicht im Hotel arbeiten oder Stadtführungen machen, sind wir den Touristengruppen und ihrem Verhalten ausgesetzt. Gewisses Verhalten ist unverständlich und störend. Wenn wir uns nun in Workshops die Kultur der Gäste aneignen sollen, um die Fremden besser zu verstehen, fordert das unsere Identität heraus. Dies stellt uns und unsere Werte und Traditionen in Frage. Es ist naheliegend, dass wir darauf mit einer Gegenreaktion antworten und eine Abwehrhaltung gegenüber Fremden aufbauen. Diese zeigt sich dann da, wo die Fremden in einer schwächeren Position sind. Die schwächeren Fremden sind jene ohne Geld und ohne Status: Flüchtlinge. Tourismus ist deshalb nicht nur eine Frage des Reiseprogramms, der Hotels oder Reiseagenturen, sondern auch eine gesellschaftliche Frage. Die Schattenseiten des Tourismus bieten die Chance, Tourismus neu zu denken und seine Qualitäten zu verbessern. Astrid Frischknecht, Biel BE (SonntagsZeitung)

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