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Hightech-Impfungen wirken stärker und länger

Impfstoff-Typen, Entwicklung und Herstellung: Was Sie über die in der Schweiz empfohlenen Präparate wissen müssen.

Anke Fossgreen
Eigentlich wollten die britischen Forscher Alexander Glenny und Barbara Hopkins nur das Reaktionsgefäss mit Formaldehyd sterilisieren. Sie entdeckten aber, dass sie so das Toxin des Diphtherie-Erregers, ein Protein, abschwächen konnten. Damit eignete es sich als Impfstoff.
Eigentlich wollten die britischen Forscher Alexander Glenny und Barbara Hopkins nur das Reaktionsgefäss mit Formaldehyd sterilisieren. Sie entdeckten aber, dass sie so das Toxin des Diphtherie-Erregers, ein Protein, abschwächen konnten. Damit eignete es sich als Impfstoff.
PHIL, Wikimedia
Der Däne Thorvald Madsen führte erstmals eine kontrollierte klinische Studie für einen Impfstoff durch. Er fand, dass der Impfstoff aus abgetöteten Keuchhusten-Bakterien die Krankheit zwar nicht verhinderte, sie aber milder verlief als bei Ungeimpften.
Der Däne Thorvald Madsen führte erstmals eine kontrollierte klinische Studie für einen Impfstoff durch. Er fand, dass der Impfstoff aus abgetöteten Keuchhusten-Bakterien die Krankheit zwar nicht verhinderte, sie aber milder verlief als bei Ungeimpften.
PHIL, Wikimedia
Forscher züchteten in Hühnereiern erstmals Influenzaviren heran und verwendeten sie abgeschwächt lebend oder getötet als Impfstoffe.
Forscher züchteten in Hühnereiern erstmals Influenzaviren heran und verwendeten sie abgeschwächt lebend oder getötet als Impfstoffe.
Getty Images
US-Forscher konnten erstmals Polio-Viren in Zellkultur züchten und stellten daraus einen Totimpfstoff her. Später setzte sich die besser wirksame Schluckimpfung mit einem Lebendimpfstoff durch. Seit 1998 wird in Europa wieder der Totimpfstoff per Spritze verabreicht.
US-Forscher konnten erstmals Polio-Viren in Zellkultur züchten und stellten daraus einen Totimpfstoff her. Später setzte sich die besser wirksame Schluckimpfung mit einem Lebendimpfstoff durch. Seit 1998 wird in Europa wieder der Totimpfstoff per Spritze verabreicht.
Getty Images
Masern- und Mumpsviren wurden auf Hühnereiern, Rötelviren in Zellkultur gezüchtet und dienen abgeschwächt als Lebendimpfstoffe. Seit 2006 sind Röteln in den USA und einigen skandinavischen Ländern ausgerottet.
Masern- und Mumpsviren wurden auf Hühnereiern, Rötelviren in Zellkultur gezüchtet und dienen abgeschwächt als Lebendimpfstoffe. Seit 2006 sind Röteln in den USA und einigen skandinavischen Ländern ausgerottet.
Getty Images
Der erste Impfstoff wurde 1937 in der Sowjetunion entwickelt. Für die aktuellen Impfstoffe werden die FSME-Viren in Hühnereiern gezüchtet.
Der erste Impfstoff wurde 1937 in der Sowjetunion entwickelt. Für die aktuellen Impfstoffe werden die FSME-Viren in Hühnereiern gezüchtet.
zecken.de
Gentechnisch veränderte Hefe- oder Säugetierzellen stellen Proteine her, die sich in der Ober­fläche des Hepatitis-B-Virus befinden. Sie eignen sich als Impfstoff, um eine Immunantwort zu erzeugen.
Gentechnisch veränderte Hefe- oder Säugetierzellen stellen Proteine her, die sich in der Ober­fläche des Hepatitis-B-Virus befinden. Sie eignen sich als Impfstoff, um eine Immunantwort zu erzeugen.
Getty Images
Rachel Schneerson und John ­Robbins entwickelten den ersten Konjugatimpfstoff. Sie koppelten ein Zuckermolekül des Bakteriums Haemophilus influenza an ein abgeschwächtes Protein des Diphtherie-Toxins. So konnte auch die Immunantwort bei Kleinkindern verstärkt werden.
Rachel Schneerson und John ­Robbins entwickelten den ersten Konjugatimpfstoff. Sie koppelten ein Zuckermolekül des Bakteriums Haemophilus influenza an ein abgeschwächtes Protein des Diphtherie-Toxins. So konnte auch die Immunantwort bei Kleinkindern verstärkt werden.
PHIL, Wikimedia
Der Impfstoff wurde in den 1970er-Jahren in Japan entwickelt. Die Impfung ist für Jugendliche empfohlen, die keine Windpocken hatten. Für Senioren gibt es einen hoch konzentrierten Impfstoff, der gegen Gürtelrose schützen soll.
Der Impfstoff wurde in den 1970er-Jahren in Japan entwickelt. Die Impfung ist für Jugendliche empfohlen, die keine Windpocken hatten. Für Senioren gibt es einen hoch konzentrierten Impfstoff, der gegen Gürtelrose schützen soll.
Getty Images
Gentechnisch veränderte Hefe­zellen produzieren verschiedene Untereinheiten von humanen Papilloma-Viren. Die Untereinheiten lagern sich zu ungefährlichen Virus-ähnlichen Partikeln zusammen und aktivieren das Immunsystem.
Gentechnisch veränderte Hefe­zellen produzieren verschiedene Untereinheiten von humanen Papilloma-Viren. Die Untereinheiten lagern sich zu ungefährlichen Virus-ähnlichen Partikeln zusammen und aktivieren das Immunsystem.
NIH, WIkimedia
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Die Besucher kichern, Tracy Walshe lächelt nachsichtig: «In diesem Aufzug wollen immer alle ein Foto von sich», sagt die Direktorin der Abteilung Impfstoffe bei der Firma Pfizer im Werk Grange Castle bei Dublin. Die ein­geladenen Journalisten haben sich in der ersten Schleuse fast in Raumfahrer verwandelt: Sie tragen einen weissen Overall, weisse Überschuhe und eine farblich passende Haube über dem Haar. Die Frauen mussten zuvor ihr Make-up und den Nagellack entfernen, obwohl sie nun eine überdimensionierte Schutzbrille auf der Nase tragen und in der zweiten Schleuse Handschuhe über ihre gewaschenen und desinfizierten Hände stülpen. Sie sind sogar in ein zweites Paar Überschuhe geschlüpft. Vorschrift ist Vorschrift. Wir befinden uns in einer Reinraumanlage.

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