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Der erfolgreichste Ausländeranwalt greift das Schweizer Asylwesen an

Keiner hat mehr Fälle gewonnen als er: Gabriel Püntener sieht sich als Verteidiger des Rechtsstaates, das Bundesverwaltungsgericht hingegen bezichtigt ihn des «leichtfertig verzögernden Prozessierens».

Gabriel Püntener: Keiner hat mehr Asylbeschwerden vor Gericht vertreten. Foto: Sebastian Magnani
Gabriel Püntener: Keiner hat mehr Asylbeschwerden vor Gericht vertreten. Foto: Sebastian Magnani

Vor Gabriel Püntener ist kein Richter sicher – wenn nötig, lässt er es auch eskalieren. Als der Asyl­anwalt einmal mit einer Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht abblitzte, zeigte er kurzerhand den Richter an. Püntener konnte nicht akzeptieren, dass sein Mandant zurück in der Heimat schon am Flughafen festgenommen und im Gefängnis gefoltert worden war. Der gestandene SVP-Richter, ausser Rand und Band ob der ­Klage, drehte den Spiess sogleich um und zeigte Püntener wegen ­übler Nachrede an. Erst nach über einem Jahr fand der beispiellose Rechtsstreit kürzlich mit der ­Einstellung des letzten offenen Verfahrens sein Ende. Beliebt wird sich Püntener bei den Richtern am Bundesver­waltungsgericht wohl nie mehr machen. An Asylrechtstagungen bitten sie ihn regelmässig süffisant, sich doch bitte eine neue, weniger belastende, dafür aber lukrativere Tätigkeit zu suchen. Gleichzeitig steigen die Bussen, die Püntener an Gerichten erhält: Im laufenden Jahr sind es bereits über 5000 Franken, die der Asylanwalt zahlen musste wegen «mutwilliger Prozessführung» durch «trölerisches, den Gerichtsgang leichtfertig verzögerndes Prozessieren».

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