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Geldblog: Rente oder KapitalSollten Paare ihre PK-Bezüge koordinieren?

Warum es sich lohnt, wenn Ehepaare die Entscheidung für Kapital- oder Rentenbezug aufeinander abstimmen.

Ich bin 63 und überlege mir, in zwei Jahren einen Rentenbezug bei der Pensionskasse. Meine Frau ist sieben Jahre jünger als ich. Sollten wir auch bereits schauen, ob sie eine Rente oder das Kapital bezieht? Welches sind Kriterien, die wir mitberücksichtigen müssen? Leserfrage von W.G.

Ehepaare sollten beim Entscheid Rente oder Kapital eine Gesamtbeurteilung vornehmen. Dazu macht es Sinn, frühzeitig gemeinsam eine Vorsorge- und Pensionsplanung erstellen zu lassen. Geregelt werden müssen nicht nur die Kernfrage, ob die Ehepartner bei der Pensionierung von ihrer Pensionskasse eine Rente oder Kapital oder eine gemischte Lösung in Anspruch nehmen, sondern auch der Nachlass und die Absicherung, wenn einer der Partner stirbt sowie Steuerfragen.

Wenn etwa mehrere Säule 3a-Konten bestehen, ist es in den meisten Kantonen steuerlich vorteilhaft, wenn man dieses Kapital gestaffelt bezieht und nicht im gleichen Jahr auszahlen lässt, wenn auch noch gleich das Kapital eines der beiden Partner ausbezahlt wird. Ansonsten bezahlt man zu viel Steuern, die man sich dank umsichtiger Planung teilweise sparen könnte.

Noch viel wichtiger als die Steueraspekte ist die von Ihnen angesprochene Kernfrage, die sich jede und jeder PK-Versicherte stellt: Soll man die Rente oder das Kapital beziehen. Sie haben für sich den Entscheid offenbar schon gefällt und sich für das Kapital entschieden. Beim Entscheid, welche Variante Ihre Frau wählen sollte, ist dies zu berücksichtigen.

Welche der beiden Kassen bietet etwa den höheren Umwandlungssatz oder attraktivere Leistungen nach dem Tod des einen Partners?

Im Sinne einer Risikoverteilung kann es aus meiner Sicht sinnvoll sein, dass Ihre Frau bewusst die Rente wählt, damit Sie und Ihre Frau neben dem von Ihnen bezogenen Kapital auch noch ein sicheres Renteneinkommen haben. Während die Rente Ihrer Frau bis ans Lebensende bezahlt würde, tragen Sie aufgrund Ihres Kapitalbezugs das Langlebigkeitsrisiko selbst. Wenn man sehr alt wird, kann dies bei einem Kapitalbezug später ein Problem werden. Indem Ihre Frau die Rente wählt, würden Sie somit diversifizieren. Denn beim Kapitalbezug übernehmen Sie neben dem erwähnten Langlebigkeitsrisiko auch das Anlagerisiko.

Sie müssen Ihr bezogenes Kapital investieren, damit es eine Rendite abwirft. Doch dies ist mit mehr oder weniger starken Kursschwankungen verbunden und ein Anlageerfolg ist nie garantiert. Die Tatsache, dass Ihre Frau sieben Jahre jünger ist als Sie spricht für mich ebenfalls eher für einen Rentenbezug. Frauen haben nach wie vor eine höhere Lebenserwartung als Männer, wobei beim Entscheid Rente oder Kapital auch die eigene Gesundheitsverfassung und somit die Lebenserwartung einzubeziehen sind.

Als Ehepaar sollte man vor einem Entscheid die Leistungen der beiden Vorsorgeinstitutionen vergleichen: Welche der beiden Kassen bietet etwa den höheren Umwandlungssatz für eine Rente und attraktivere Leistungen nach dem Tod des einen Partners? Bei einem tiefen Umwandlungssatz verliert ein Rentenbezug an Attraktivität.

Dennoch kann ein Rentenbezug gerade in einer Konstellation wie bei Ihnen Sinn machen, weil Sie sich damit als Ehepaar besser absichern können. Welche Variante für Sie und Ihre Frau tatsächlich vorteilhafter ist, lässt sich nicht aus der Ferne beurteilen. Darum empfehle ich Ihnen, noch vor einem definitiven Entscheid gemeinsam eine Vorsorge- und Pensionsplanung in Anspruch zu nehmen wie sie die meisten Banken, Versicherungen und weitere Finanzfirmen anbieten. Diese zeigt Ihnen Ihre Optionen auf und gibt Ihnen Sicherheit für Ihren wichtigen Entscheid.

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