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Steuererklärung 2020So sparen Sie Steuern

Zu viel Geld an den Fiskus zu zahlen, ist ärgerlich. 12 Tipps, die es zum Sparen zu beachten gilt.

Das Ausfüllen der Steuererklärung kann nervenaufreibend sein:  Wichtig ist, alle Abzüge vorzunehmen, wie zum Beispiel die Abzüge für Kinder.
Das Ausfüllen der Steuererklärung kann nervenaufreibend sein: Wichtig ist, alle Abzüge vorzunehmen, wie zum Beispiel die Abzüge für Kinder.
Foto: Getty Images

Schon bald ist es wieder so weit: Die Steuererklärung wird am 15. März fällig. Entgehen kann man ihr nicht. Stress vermeiden können Sie hingegen schon. Bereits ein paar einfache Massnahmen können helfen, die jährliche Steuererklärung mit weniger Kopfzerbrechen hinter sich zu bringen.

Tipp 1: Abzug für das Arbeitszimmer

Bei regelmässiger Arbeit zu Hause kann für das Arbeitszimmer ein Abzug gemacht werden. Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein: Der Arbeitgeber stellt keinen zumutbaren Arbeitsplatz zur Verfügung und der Arbeitnehmer hat in der privaten Wohnung ein Zimmer für die Erledigung der Berufsarbeiten. Das Zimmer muss dabei hauptsächlich beruflichen Zwecken dienen und regelmässig benutzt werden. Wer diesen Abzug geltend macht, verzichtet auf die Berufsauslagepauschale. Im Gegenzug darf er aber alle weiteren Berufsauslagen für Computer, Fachzeitschriften, Telefonate sowie anteilige Nebenkosten für Heizung, Reinigung und Beleuchtung des Arbeitszimmers geltend machen. Die Steuerverwaltung des Kantons Bern geht indessen wegen der Pandemie für die Zeit von 1. März bis 31. Dezember 2020 davon aus, dass die Voraussetzung «kein zumutbarer Arbeitsplatz» erfüllt ist. Für diese Zeit muss ausnahmsweise kein Nachweis erbracht werden, dass eine Tätigkeit am Arbeitsort nicht möglich war.

Tipp 2: Sämtliche Abzüge geltend machen und Pauschalen berücksichtigen

Jeder Steuerpflichtige muss steuermindernde Faktoren belegen können. Es empfiehlt sich daher, die Belege schon während des Steuerjahrs geordnet abzulegen, damit sie beim Ausfüllen der Steuererklärung griffbereit sind. Fürs Pendeln, für Versicherungen und andere Auslagen erlaubt das Gesetz Pauschalabzüge. Wichtig ist zu wissen: Wurde ein Jahresabonnement für den öffentlichen Verkehr gekauft, können diese Kosten trotzdem abgezogen werden, auch wenn das Abo wegen der Pandemie nicht das ganze Jahr genutzt wurde.

Tipp 3: Der Kinderbetreuungsabzug

Kinderbetreuungskosten können im Kanton Bern berücksichtigt werden für die Betreuung bis zum 14. Geburtstag des Kindes. Dazu zählen etwa Ausgaben für die Kindertagesstätte, Tagesschule und Tagesmütter. Betragsmässig ist der Abzug aber beschränkt auf 8000 Franken pro Kind und Jahr auf der Ebene des Kantons. Auf der Ebene des Bundes liegt der Betrag bei 10100 Franken.

Tipp 4: Ausbildungskosten der Kinder

Ausbildungskosten, die durch das Absolvieren eines Studiums oder am Gymnasium entstehen, können von den Eltern bis zum Maximalbetrag von 6200 Franken geltend gemacht werden. Darunter fallen beispielsweise der Kauf von Lehrmitteln oder Ausgaben für auswärtiges Essen. Vorausgesetzt ist beispielweise, dass die Beträge tatsächlich bezahlt wurden. Bei einem volljährigen Kind ist dieser Abzug nur möglich, wenn sich dieses in der Erstausbildung befindet und die Eltern für seinen Unterhalt sorgen.

Tipp 5: Unternutzungsabzug für Eigenheim

Auch wenn die Kinder erwachsen sind, lassen sich noch Steuern sparen. Wenn Sie ein Zimmer im Eigenheim nicht mehr nutzen, weil beispielsweise eines der Kinder ausgeflogen ist, können Sie einen Unternutzungsabzug geltend machen. So wird der steuerbare Eigenmietwert verringert. Das Gleiche gilt auch, wenn der Lebenspartner gestorben ist.

Tipp 6: Vorsorgen für das Alter

Wer kann, sollte freiwillige Beiträge in die Pensionskasse einzahlen, die wie die Säule 3a voll abzugsfähig sind. Für den optimalen Steuereffekt macht man am besten jedes Jahr eine Einzahlung. Aber prüfen Sie vorher den Gesundheitszustand der Pensionskasse. Denn wenn Sanierungen oder Teilliquidationen drohen, zahlt man mit dem getätigten Einkauf mit. Bei der Säule 3a können Sie Einzahlungen von maximal 6883 Franken vornehmen.

Tipp 7: Ausbildungen rentieren

Wer Aus- und Weiterbildungskosten selber bezahlt, kann sie vom steuerbaren Einkommen abziehen. Der Maximalbetrag liegt hier bei 12000 Franken pro Kalenderjahr.

Tipp 8: Gesundheitskosten geltend machen

In der Steuererklärung dürfen sämtliche Krankheits- und Unfallkosten deklariert werden, die im Steuerjahr in Rechnung gestellt wurden und nicht von der Krankenkasse oder anderen übernommen wurden. Diese Kosten sind nur abziehbar, soweit Sie einen Selbstbehalt von 5 Prozent Ihres Reineinkommens übersteigen.

Tipp 9: Spenden angeben

Gutes tun und Steuern sparen ist möglich. Spenden an gemeinnützige Organisationen können Sie bis zu maximal 20 Prozent des Reineinkommens abziehen. Insgesamt müssen aber im Kanton Bern die Spenden mindestens 100 Franken betragen.

Tipp 10: Umzug in steuergünstigeren Kanton

Mit einem Wechsel in einen steuergünstigen Kanton oder eine steuergünstige Gemeinde lässt sich viel Geld sparen. Wer im Laufe eines Jahres in einen anderen Kanton wechselt, wird für das ganze Jahr am neuen Wohnsitz besteuert.

Tipp 11: Indirekte Amortisation von Hypotheken

Bei der indirekten Amortisation werden die Rückzahlungen an die Bank auf ein Konto der Säule 3a geleistet, das der Bank als Sicherheit dient. Dadurch bleiben die Hypothekarschuld und die Schuldzinsen unverändert hoch und können vom Vermögen beziehungsweise vom Einkommen abgezogen werden.

Tipp 12: Unterhalt von Liegenschaften und Energiesparen

Eigentümer von Liegenschaften können auswählen, ob sie den Pauschalabzug für Unterhaltskosten von 10 Prozent (sofern die Liegenschaft jünger als zehn Jahre ist) beziehungsweise 20 Prozent (sofern die Liegenschaft älter als zehn Jahre ist) oder die effektiven Unterhaltskosten geltend machen wollen. Der Pauschalabzug bemisst sich auf dem Eigenmietwert beziehungsweise den Mieterträgen. Um Steuern zu sparen, wird empfohlen, dass Unterhaltsarbeiten in einem Jahr konzentriert gemacht werden, sodass die Kosten höher sind als der Pauschalabzug. Es ist also ungeschickt, wenn jedes Jahr 3000 Franken an effektiven Unterhaltskosten anfallen, wenn sich der Pauschalabzug auch in diesem Umfang bewegt. Besser ist es, zum Beispiel zweimal den Pauschalabzug geltend zu machen, um dann im dritten Jahr tatsächliche Unterhaltskosten von beispielsweise 9000 Franken zu bündeln und diesen Betrag vom steuerbaren Einkommen abzuziehen. Investitionen, die dem Energiesparen dienen, können im Kanton Bern auch bei Wertvermehrung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Dazu gehören zum Beispiel Solaranlagen.