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Do it yourselfSo kommen Sie mit wenig Geld zu Ihrem Traumgarten

Es braucht kein Vermögen, um Gartenträume zu verwirklichen. Mit zwei Händen und ein paar guten Ideen kommt man weit. Ein paar Grenzen gibt es trotzdem zu beachten.

Sieht gut aus und kostet fast nichts: Blumenregal aus Holzpalletten.
Sieht gut aus und kostet fast nichts: Blumenregal aus Holzpalletten.
Foto: Getty Images/iStockphoto

Das Haus ist gebaut oder gekauft, aber für den Garten hat das Budget nicht mehr gereicht. So geht es vielen, die von einer Wohnung in ein Eigenheim mit Umschwung wechseln, oder Mietern, die kein Vermögen in den Garten investieren wollen, der ihnen nicht gehört. Und jetzt? Das Schöne am Garten ist: Das Paradies muss nicht teuer sein. Es braucht Ideen, etwas Grundwissen, viele Stunden und helfende Hände. Denn Gartenwege, Sitzplätze, Pergola, Gemüsebeete, Spaliergerüste und viele andere Projekte können auch mit kleinem Aufwand selber gebaut werden. So gehen Sie vor:

Eignen Sie sich das nötige Wissen an

Wem Videos und Anleitungen im Internet zu wenig präzise sind, kann sich in Gartenkursen viel Know-how aneignen. Diese werden an folgenden Orten angeboten:

  • an den landwirtschaftlichen Ausbildungszentren
  • bei den Regionalgruppen der Vereinigung Bioterra (www.bioterra.ch)
  • bei den Regionalsektionen des Verbandes deutschschweizerischer Gartenbauvereine (www.vdgv.ch)
  • am Kurszentrum Ballenberg (www.ballenbergkurse.ch)
  • in grösseren Gartencentern oder Baumärkten

Beschaffen Sie sich günstiges Material

Baumaterial, vor allem Natursteine und Holz, bekommt man günstig, wenn man es direkt ab Steinbruch oder Sägerei erwirbt. Bei einigen Steinbrüchen können Drittklass-Steine zu vergünstigten Preisen abgeholt werden. Diese Steine werden in der Regel nicht ausgeliefert, eignen sich aber bestens für Trockensteinmauern oder Kräuterspiralen. Eine Liste der Steinbrüche in der Schweiz gibt es hier: www.nvs.ch.

Sparen kann man auch mit Secondhand-Materialien. Diese sind nicht nur günstiger, sondern erzielen im Garten oft bessere Wirkung als Neumaterial ab der Fabrik. Hier wird man fündig:

  • Bauteilbörsen: An acht Standorten in der Schweiz werden noch brauchbare Bauteile von Abbruchhäusern und aus Gärten gesammelt und günstig weiter verkauft: www.bauteilclick.ch
  • Onlinebörsen wie ricardo.ch, tutti.ch, nimms.ch, gratiszuverschenken.ch, Marketplace auf Facebook
  • Baustellen: Oftmals müssen alte Pflastersteine oder schöne Granitplatten Neuanlagen weichen und würden im Schredder landen – ausser man fragt danach. Attraktives Altholz lässt sich bei Abbruchhäusern beschaffen.

Besorgen Sie sich günstige Pflanzen

  • Fragen Sie bei anderen Gartenbesitzern nach überzähligen Stauden, Sämlingen oder Stecklingen.
  • An Tagen der offenen Gartentür (www.offenergarten.ch) lernt man nicht nur neue Pflanzen, sondern auch Gärtnerinnen und Gärtner kennen, die von ihren Schätzen meist gerne etwas abgeben.
  • Nehmen Sie an Pflanzentauschbörsen teil. Diese werden regelmässig organisiert von der Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde (www.staudenfreunde) sowie den Regionalgruppen der Organisation Bioterra (www.bioterra.ch).
  • Was Sie schon haben, können sie via Samen oder Stecklinge selber vermehren.

Sparmöglichkeiten bei der Möblierung

  • Gartenmöbel, Töpfe oder Gartengeräte aus zweiter Hand sind in Onlinebörsen oder Brockenhäusern zu finden. In Embrach (ZH) gibt es sogar ein spezielles Gartenbrockenhaus: www.hardundgut.ch
  • Fast jeder Behälter kann zum Pflanztopf werden. Man braucht bloss Abflusslöcher zu bohren, damit nicht Staunässe die Wurzeln faulen lässt.

Mieten Sie Werkzeug und Maschinen

Mieten statt kaufen, zum Beispiel eine Vertikutiermaschine.
Mieten statt kaufen, zum Beispiel eine Vertikutiermaschine.
Foto: Getty Images/iStockphoto

Gewisse Hilfsmittel sind im Do-it-yourself-Garten unerlässlich: eine Vibraplatte oder ein Grabenstampfer zur Verdichtung der Kofferung, ein Anhänger zum Besorgen von Material, eine Fräse, eine Vertikutiermaschine oder eine gute Bohrmaschine. Vieles kann in Baumärkten, bei Handwerkern aus der Region oder auch beim Projekt Leihbar (www.leihbar.ch) gemietet werden.

Mutig, aber nicht übermütig

Wer ein bisschen Mut hat, kann auch als Anfänger überraschend vieles selber herstellen. Mit der richtigen Anleitung aus dem Internet oder aus einem Fachbuch sind zum Beispiel kleine Trockenmauern selbst für Büroleute im Bereich des Machbaren. Und selbst als Laie kann man sich selber das Pflästern beibringen.

Bevor man loslegt, sollte man allerdings definieren, was man möchte und was man realistischerweise auch umsetzen kann. Von Stützmauern an Hanglage sollte man lieber die Hände lassen. Unsachgemäss gebaute Mauern können schon nach kurzer Zeit abrutschen oder einstürzen. Da ist es nicht nur schade für die Arbeit, sondern auch gefährlich. Haften tut zudem der Bauherr, also in diesem Fall der Gartenbesitzer.

Einen Schwimmteich zu bauen, dürfte für die meisten Do-it-yourself-Gärtner eine Nummer zu komplex sein.
Einen Schwimmteich zu bauen, dürfte für die meisten Do-it-yourself-Gärtner eine Nummer zu komplex sein.
Foto: Getty Images

Auch Schwimmteiche sind äusserst komplex und können bei unfachmännischer Ausführung im Frust enden. Denn die Grösse des Schwimmbereiches und des Pflanzen-Filters, des sogenannten Regenerationsbereichs, müssen gut aufeinander abgestimmt werden. Sonst kämpft man bald mit unerwünschtem Algenwuchs.

Solche Projekte werden besser verschoben auf Zeiten, in denen das nötige Budget wieder vorhanden ist. Oder man kann den Gartenbauer fragen, wo und wie man bei der Umsetzung mithelfen kann. So spart man Arbeitsstunden, was oft einen der grössten Budgetposten bei Gartenprojekten darstellt.

Eines ist gewiss: Zu einem Garten, den man selber angelegt hat, hat man einen speziellen Bezug, der sich durch nichts aufwiegen lässt.