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In drei Schritten zum ErgebnisSo funktioniert der neue Selbsttest

Ab heute sind in Apotheken Sars-CoV-2-Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung erhältlich. Mittels eines einfachen Nasenabstrichs können sich jetzt auch Laien selbst testen.

An der Pressekonferenz des Bundesrats wird erklärt, wie der Selbsttest funktioniert.
Video: Webvideo Tamedia

Wer Freunde oder Familienmitglieder treffen will, kann jetzt selbst überprüfen, ob eine Infektion mit Sars-CoV-2 vorliegt oder nicht. Jede Person hat Anrecht auf fünf Gratis-Schnelltests zur Selbstanwendung pro Monat. Das Ergebnis liegt nach 15 Minuten vor. In Deutschland wurden die Selbsttest-Kits von Roche schon am 26. Februar mit einer Sonderbewilligung zugelassen. Die neuen Selbsttests unterscheiden sich von den bisher üblichen Antigen-Schnelltests darin, dass das Stäbchen des Abstrichtupfers kürzer ist und die Probe jetzt nur noch im vorderen Nasenbereich entnommen wird. Bei richtiger Anwendung lassen sich auch damit hochinfektiöse Personen zuverlässig identifizieren. Man hofft, auf diese Weise mehr Fälle zu erkennen und Infektionsketten früher zu unterbrechen.

Was ist als Erstes zu tun?

Kopf nach hinten und das Stäbchen nur noch zwei Zentimeter weit in die Nase schieben.
Kopf nach hinten und das Stäbchen nur noch zwei Zentimeter weit in die Nase schieben.
Foto: Roche

Am Anfang braucht es vielleicht noch etwas Übung, doch dann wird es irgendwann zur Routine. Mit den zuvor gewaschenen Händen nimmt man den sterilen Abstrichtupfer aus der Verpackung und berührt ihn nur am Griff und nicht an der Spitze mit dem auffälligen «Wattebausch» dran.

Danach neigt man den Kopf leicht nach hinten, führt den «Wattebausch» jetzt langsam ca. 2 cm vorwärts in ein Nasenloch ein (parallel zum Gaumen in Richtung Rachen, nicht nach oben), bis man einen Widerstand spürt. Wichtig ist es, dabei keinen Druck auszuüben.

Drehen Sie den Tupfer danach viermal (insgesamt 15 Sekunden lang) gegen die Naseninnenseite und ziehen Sie ihn dann wieder aus der Nasenhöhle. Wiederholen Sie den Vorgang mit demselben Abstrichtupfer nun im anderen Nasenloch. Fertig ist die Probenentnahme.

Wie kommt die Probe auf den Teststreifen?

Stäbchen mit Probe mehr als zehnmal in dem Röhrchen hin und her drehen.
Stäbchen mit Probe mehr als zehnmal in dem Röhrchen hin und her drehen.
Foto: Roche

Jetzt wird der Abstrichtupfer in das kleine Röhrchen mit Extraktionspuffer gestellt. Drücken Sie es zusammen und drehen Sie nun den Tupfer mehr als zehnmal hin und her. Pressen Sie die Seiten des Röhrchens weiterhin gut zusammen, während Sie den Tupfer wieder herausziehen. Danach verschliessen Sie das Röhrchen fest mit der ebenfalls mitgeschickten Spenderkappe.

Danach vier Tropfen auf das Feld geben und auf die Zeit achten.
Danach vier Tropfen auf das Feld geben und auf die Zeit achten.
Foto: Roche

Legen Sie den Teststreifen jetzt auf eine ebene Fläche und halten Sie das Röhrchen senkrecht über das runde, markierte Feld. Tropfen Sie dort vier Tropfen drauf (notfalls gehen auch fünf Tropfen). Stellen Sie die Stoppuhr und lesen Sie das Testergebnis nach 15 bis 30 Minuten ab (auf keinen Fall später).

Wann ist ein Test positiv?

Das Ergebnis ist positiv, wenn die Testlinie (T) und die Kontrolllinie (C) eingefärbt sind.
Das Ergebnis ist positiv, wenn die Testlinie (T) und die Kontrolllinie (C) eingefärbt sind.
Foto: Keystone

Positives Testergebnis: Das Vorhandensein einer Testlinie (T) zusammen mit einer Kontrolllinie (C) bedeutet ein positives Ergebnis. Auch wenn die Testlinie schwach ist, sollte das Ergebnis als positiv bewertet werden. Es bedeutet, dass Sie sehr wahrscheinlich erkrankt sind und von medizinischem Fachpersonal in einem Testcenter, einer Apotheke oder Arztpraxis einen zusätzlichen PCR-Test machen lassen müssen.

Negatives Testergebnis: Das Vorhandensein einer Kontrolllinie (C) (egal, wie schwach), aber keiner Testlinie (T) bedeutet ein negatives Ergebnis. Es liegt somit kein Hinweis auf eine Infektion vor. Dennoch sollten weiterhin alle Schutz- und Hygienemassnahmen eingehalten werden.

Ungültiges Testergebnis: Wenn keine Kontrolllinie sichtbar ist, ist das Ergebnis als ungültig zu betrachten.

Was passiert im Teststreifen?

Der Inhalt der Testkassette ist beim Antigen-Schnelltest und beim Selbsttest genau gleich.
Der Inhalt der Testkassette ist beim Antigen-Schnelltest und beim Selbsttest genau gleich.
Foto: Roche

Der Antigen-Schnelltest für den professionellen Gebrauch (Probe: Nasen-Rachenraum oder vorderer Nasenbereich) und der neue Selbsttest (Probe: vorderer Nasenbereich) basieren auf dem gleichen Prinzip. Der Abstrich wird in beiden Fällen in einem Röhrchen mit Pufferlösung gelöst, damit die nachzuweisenden Antigene freigesetzt werden. Danach werden vier Tropfen auf das vorgesehene Feld auf dem Teststreifen gegeben. Aufgrund der Kapillarkräfte breitet sich die Flüssigkeit auf dem Teststreifen aus.

Ist Sars-CoV-2 in der Probe enthalten, reagiert das nachzuweisende Antigen (das Nucleocapsid-Protein des Virus) unter anderem aufgrund einer zusätzlichen spezifischen Antikörperreaktion direkt mit dem Teststreifen, der sich dadurch verfärbt (Testlinie). Unterdessen wandert die Flüssigkeit dann aber noch weiter, um sich in einem zweiten Abschnitt an allgemeine Antikörper zu binden (Kontrolllinie). Das Ergebnis ist positiv, wenn beide Linien zu erkennen sind.

Lesen Sie dazu: Wie komme ich zu einem Selbsttest?

42 Kommentare
    Anton Meier

    Bild eins illustriert genau wie man es nicht machen soll - siehe korrekter Text. Hier wird nach oben und nicht nach hinten getestet. Der Kopf soll gerade bleiben - am besten vor dem Test den Stuhl mit der Lehne an die Wand stellen, damit man nicht unwillkürlich ausweichen kann.