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Trummer fürchtet QuarantäneSituation in Florida ist zu heikel

Automobilrennfahrer Simon Trummer verzichtet auf das Rennen in den USA. Der Berner Oberländer will nicht 10 Tage in Quarantäne.

Simon Trummer fährt am Sonntag in Le Castellet statt in Florida.
Simon Trummer fährt am Sonntag in Le Castellet statt in Florida.
Algarve Pro Racing

Eigentlich sollte Simon Trummer am Samstag in Sebring ein Rennen der amerikanischen Sportwagen-Serie IMSA bestreiten. Doch der 31-jährige Frutiger hat auf die Reise nach Florida verzichtet. «Erstens ist die aktuelle Corona-Situation dort heikel, und zweitens habe ich keine Lust auf eine Quarantäne.» Mit einem Sportlervisum hätte Trummer zwar problemlos nach Amerika einreisen können – jedoch nicht zurück. Denn wer aus den USA in die Schweiz einreist, muss hier laut BAG in Quarantäne. Und ein Rückflug beispielsweise nach Deutschland und danach in die Schweiz kam für den Oberländer nicht infrage. «Ich weiss, dass das gemacht wird. Aber das ist illegal, kann bemerkt werden und war deshalb für mich keine Option.»

So bleibt das 24-Stunden-Rennen von Daytona Ende Januar vorerst Trummers einziger Start dieses Jahr in der nordamerikanischen Serie. Mit dem Team PR1/Mathiasen Motorsports belegte er in der zweithöchsten LMP2-Klasse den 2. Rang. «Klar ist es ärgerlich, dass ich jetzt Rennen verpasse. Ich denke aber, dass das meine Karriere in den USA nicht gefährdet, schliesslich haben wir wirklich eine Ausnahmesituation», sagt der Berner, der das dritte Jahr in der IMSA-Sportwagen-Meisterschaft startet.

In Daytona resultierte für den Berner Oberländer Ende Januar im Auto von Mathiasen Motorsports der 2. Rang.
In Daytona resultierte für den Berner Oberländer Ende Januar im Auto von Mathiasen Motorsports der 2. Rang.
PR1/Mathiasen Motorsports

Rennen in Europa

Ohne Arbeit ist Trummer dennoch nicht. Statt in Florida fährt er nun am Sonntag in Frankreich. Mit dem portugiesischen LMP2-Team Algarve Pro Racing nimmt er am 4-Stunden-Rennen von Le Castellet an der European Le Mans Series 2020 (ELMS) teil. Für Teamchef Stewart Cox ist der Schweizer ein Glücksfall: «Wir sind froh, kann Simon gleich zum Auftakt der Saison bei uns sein.» Auch Trummer ist zufrieden. Es sehe gut aus, teilte er nach den Testtagen am Dienstag und Mittwoch mit. «Wir sind das Werksteam von Goodyear, ich sehe uns dadurch in einer guten Position.» Mit den Portugiesen wird der Kandertaler am 18./19. September auch das 24-Stunden-Rennen von Le Mans bestreiten.

Das Auto im Algarve-Team teilt sich der Schweizer (M.) in Le Castellet mit John Falb (USA) und  Gabriel Aubry (FRA).
Das Auto im Algarve-Team teilt sich der Schweizer (M.) in Le Castellet mit John Falb (USA) und Gabriel Aubry (FRA).
Algarve Pro Racing

Reise nach Chicago

Trummer ist bestrebt, trotz der Corona-Krise auch in den USA zu fahren. «Ich weiss, dass ich mich dort noch zeigen und Rennen absolvieren muss.» Deshalb will er Ende Juli am Road America in Elkhart Lake (Wisconsin), unweit von Chicago, starten. «Dort ist die Lage weniger dramatisch als in Florida, es gibt fast keine Covid-Fälle.» Anschliessend wird er nicht in die Schweiz, sondern nach Belgien reisen, wo eine Woche später mit dem Algarve-Team das Rennen in Spa ansteht und keine Quarantäne-Pflicht besteht.

In Amerika will Simon Trummer (2. von rechts)  2020 noch weitere Podestplätze feiern.
In Amerika will Simon Trummer (2. von rechts) 2020 noch weitere Podestplätze feiern.
PD

Sieg und Disqualifikation

Am vergangenen Sonntag hatte Trummer bereits Historisches in der Nürburgring-Langstreckenserie VLN erlebt. Im Ferrari (GT3) feierte er den ersten Sieg für das Zürcher Team Octane126 auf der Nordschleife. Doch wenige Stunden später folgte der Schock: Disqualifikation wegen eines nicht gekennzeichneten Reifens. Das Team hat Berufung eingelegt. «Es ist bewiesen, dass das nicht unser Fehler war. Wir haben gewonnen», hält Trummer fest. Der offizielle Entscheid steht indes noch aus.

Im Ferrari 488 GT3 gehörte Simon Trummer am vergangenen Sonntag auf dem Nürburgring zum Siegerteam, bis die Disqualifikation kam.
Im Ferrari 488 GT3 gehörte Simon Trummer am vergangenen Sonntag auf dem Nürburgring zum Siegerteam, bis die Disqualifikation kam.
PD