Zum Hauptinhalt springen

Zum Tod von Doris De AgostiniSie war eine Schönheit und veränderte den Zeitgeist

Doris De Agostini galt als «Miss Weltcup». Die Tessinerin schäkerte mit Bundesräten, füllte Zeitschriften – die einst weltbeste Abfahrerin wurde auch als Mensch geschätzt.

Ski-WM in Garmisch 1978: Doris De Agostini gewinnt in der Abfahrt Bronze.
Ski-WM in Garmisch 1978: Doris De Agostini gewinnt in der Abfahrt Bronze.
Foto: Getty Images

Doris De Agostini war ein Talent, aber sie hatte Sorgen: Das Geld für schnelle Rennski fehlte. Also arbeitete sie im Sommer wochenlang auf dem Gotthard-Pass, verkaufte Postkarten und Souvenirs. Es war ein gutes Geschäft in den Siebzigern, Kundschaft gab es reichlich, der Strassentunnel war noch nicht gebaut.

Bald wurde De Agostini ins Kader des Schweizer Skiverbandes aufgenommen, nun reiste sie quer durchs Land zu den Skifirmen, sammelte das Material zusammen. Sie tat es mit dem Zug; dank dem Vater, einem Eisenbahner, erhielt sie Freibillette.

De Agostini war also ausgerüstet für den Weltcup. Und schlug ein wie der Blitz. 1976 fuhr sie in Bad Gastein ihr erstes Rennen, das wegen Schneefalls und dichten Nebels gar nicht hätte gestartet werden dürfen. Die Tessinerin gewann die Abfahrt und wurde als Zufallssiegerin verschrien, sie litt darunter, gab die Antwort später auf der Piste. Sieben weitere Triumphe kamen hinzu, 1978 holte sie in Garmisch WM-Bronze.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.