Sean Simpsons komplizierte Rechenarbeit

Der Nationaltrainer ist in ständiger Planung – im Test heute in Slowenien und am Austria-Cup kann er auch wieder an der Bande stehen.

Eishockey-Nationalteam Von Silvan Schweizer Sean Simpson hat seit seinem Amtsantritt im Frühling 2010 seine Computerkenntnisse stark verbessern können. In einer Excel-Datei trägt der Nationaltrainer jeweils seine aufgebotenen Spieler ein. Diese Hilfe benötigt er auch, um die Übersicht zu bewahren: Vor dieser Woche mit Partien in Ljubljana und Klagenfurt hat er in diesem Winter bereits wieder 4 Torhüter und 38 Feldspieler aufgeboten. Und doch bringen Verletzte immer wieder alles durcheinander. Die Menge ist das eine, der komplizierte Verteilschlüssel das andere. Beides ergibt sich aus einer Vereinbarung mit den Klubs, wonach Simpson Spieler nur an zwei von drei Terminen aufbieten und nur in jeweils maximal drei Partien einsetzen soll. Zudem sind die Teilnehmer des Spengler-Cups, diesmal Davoser und Klotener, für die Testwoche im Dezember tabu, damit sie sich schonen können. Erstaunt nahm Simpson zur Kenntnis, dass dennoch ein kurzer Aufschrei erfolgte, als er sein aktuelles Kader bekannt gab: Brunner fehlte. Dabei soll der Liga-Topskorer ganz einfach erst im Februar erneut zum Zug kommen.Simpson hat eine «Mischung aus Erfahrenen und Jungen» aufgeboten: Mathias Seger (34), Ivo Rüthemann (35) und Martin Plüss (34) sind ebenso dabei wie Romain Loeffel (20) und Inti Pestoni (20), die schon beim Deutschland-Cup, dem eigentlichen Sichtungsturnier für aufstrebende Jungspieler, positiv in Erscheinung getreten sind.Eigentlich hätte die Schweiz wie im Vorjahr ein Heimturnier organisieren wollen. Doch die Halle in Arosa ist weiterhin noch nicht betriebsbereit, zudem fände mit dem Humor-Festival eine Konkurrenzveranstaltung statt. Dankbar nahm man deshalb die Einladung des österreichischen Verbands an, der in Klagenfurt sein 100-jähriges Bestehen mit dem Austria-Cup feiert. Ebenfalls zu Gast sind Weissrussland und die Slowakei – die grossen europäischen Eishockey-Nationen jedoch sind weiterhin vertraglich gebunden und spielen untereinander. Aus logistischen Gründen testet das Nationalteam heute zusätzlich noch im grenznahen Slowenien. Wie auch die Österreicher (15.) liegen die Slowenen (18.) in der Weltrangliste im Bereich des ersten WM-Gegners Kasachstan (16.) und fungieren für Simpson und sein Team somit als Sparringpartner. Besuch bei den NHL-Spielern Der Nationalcoach freut sich, nach Wochen der Planung wieder einmal selbst an der Bande zu stehen. Die Zukunft bringt ihm jedoch einigen Stress: Am Montag fliegt er nach Calgary, um dort WM-Gegner der U-20 zu beobachten. Am Turnier selbst wird er dann als Berater von Trainer Manuele Celio wirken. Danach jettet Simpson quer durch die Staaten und Zeitzonen und besucht alle Schweizer NHL-Spieler der Reihe nach in Anaheim, New York, Nashville und Montreal. Auch das Zusamenstellen dieses Trips bedurfte einiger Rechenarbeit. Tor Reto Berra Biel Martin Gerber Växjö (Sd)Abwehr Goran Bezina Servette Severin Blindenbacher ZSC Lions Alessandro Chiesa Zug Philippe Furrer Bern Steve Hirschi Lugano Romain Loeffel Fribourg Mathias Seger ZSC Lions Thomas Wellinger Biel Sturm Andres Ambühl ZSC Lions Pascal Berger Bern Björn Christen Zug Simon Moser SCL Tigers Inti Pestoni Ambri-Piotta Benjamin Plüss Fribourg Martin Plüss SC Bern Daniel Rubin Servette Ivo Rüthemann SC Bern Julien Sprunger Fribourg Daniel Steiner Lugano Reto Suri Lakers Morris Trachsler Servette TestspielHeute Slowenien - SchweizLjubljana 19.15Austria-CupFreitag Österreich - SchweizKlagenfurt 20.15Samstag Final oder Spiel um Platz 3 gegen Weissrussland oder Slowakei

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