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Wie steuerehrlich sind die Schweizer?

Der Bundesrat bricht ein Tabu: Er will das Ausmass der Steuerhinterziehung ­untersuchen lassen.

Ist die Steuermoral in der Schweiz wirklich so hoch wie angenommen? Der Bundesrat unterstützt ein Postulat, das einen Bericht zum Ausmass der Steuerhinterziehung verlangt. Foto: Christian Beutler / Keystone
Ist die Steuermoral in der Schweiz wirklich so hoch wie angenommen? Der Bundesrat unterstützt ein Postulat, das einen Bericht zum Ausmass der Steuerhinterziehung verlangt. Foto: Christian Beutler / Keystone

53 Jahre ist es her, dass sich der Bundesrat letztmals ausführlich mit der Steuerhinterziehung in der Schweiz beschäftigt hat. Mit 268 bis 346 Millionen Franken bezifferte die Landesregierung den ­Betrag an hinterzogenen Steuern, was damals rund fünf Prozent der Steuer­einnahmen entsprach. Im Bericht schlug der Bundesrat harsche Töne gegenüber den unehrlichen Bürgern an. Er schrieb von Egoismus, Eigennutz und Habgier. Dabei sei die «Steuerfraudation» eine schreiende Ungerechtigkeit gegenüber den ehrlichen Steuerzahlern». Das Bankgeheimnis begünstige den Betrug, hielt die Regierung fest. Der Aufschrei der Banken war gross, das bundesrätliche Mantra änderte sich: Die Steuermoral sei hoch, heisst es seither. Parlamentarische Vorstösse, die ­Untersuchungen zur Steuerhinterziehung forderten, wurden stets abgelehnt. Im letzten Oktober hielt das Eidgenössische Finanzdepartement gegenüber der «Nordwestschweiz» fest: «Es liegt in der Natur der Sache, dass es zum Tat­bestand der Steuerhinterziehung keine offiziellen Zahlen geben kann.»

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