Tony Blair gibt in Bern Tipps zur Klimapolitik

Er war der Stargast am Energie- und Klimaforum im Berner Kursaal: Tony Blair, der ehemalige britische Premierminister, präsentierte seine Ideen dafür, die Erwärmung des Erdklimas zu bekämpfen.

Unterhaltsamer Stargast: Tony Blair im Berner Kursaal.

Unterhaltsamer Stargast: Tony Blair im Berner Kursaal.

(Bild: swissECS)

Tobias Habegger@TobiasHabegger

Problemzonen gibt es derzeit viele auf der Welt. Und auch Tony Blair ist sich bewusst: Die Flüchtlingsströme bereiten in Europa derzeit weit mehr sorgen als die globale Klimaerwärmung.

«Ich werde oft gefragt: Weshalb sollen wir uns um das Klima kümmern, bei all den Krisenherden, die wir haben?», sagte der ehemalige britische Premierminister zu den 700 Gästen des vierten Energie- und Klimaforums im Berner Kursaal. «Leider tauchen die Probleme nicht eines nach dem anderen auf. Sondern die Probleme entscheiden selber, wann sie auf uns zukommen», so Blair.

Eine Vorsichtsmassnahme

Das Gespräch, das «Arena»-Moderator Jonas Projer mit Tony Blair auf der Bühne führte, war unterhaltsam und gespickt mit Anekdoten. Der ehemalige Spitzenpolitiker erzählte von seiner Zeit, als er noch Wahlkampfveranstaltungen im Norden Englands abgehalten hatte.

In dieser Region gebe es das ganzen Jahr hindurch gerade mal zwei Tage, an denen die Leute im Freien essen können, sagte er. «Als ich dort eine Rede über die Klimaerwärmung hielt, fanden die Leute diese drohende Entwicklung gar nicht mal so schlecht.»

Auf längere Sicht berge die Klimaerwärmung für die Menschheit eine grundlegende Gefahr mit grossen Auswirkungen, betonte Tony Blair. «Schon nur als Vorsichtsmassnahme wäre es wichtig, dagegen vorzugehen.»

Moderator Jonas Projer wollte wissen: «Aber wie am besten?» Tony Blair antwortete: «Wir glauben immer, wir müssen uns entscheiden zwischen Umweltschutz und Wachstum.» Diese Idee könne man vielleicht den Menschen hier bei uns im Westen verkaufen. Aber in ärmeren Ländern wie China oder Indien greife dieses Argument kaum.

Einen Weg mit China finden

«Solange wir den aufstrebenden Ländern wie China sagen, ihr dürft weder konsumieren noch reich werden, so lange scheitern wir», sagte Blair. «Aber wir können diesen Ländern helfen, einen Weg zu finden, nachhaltig zu wachsen.»

China könnte vom Westen lernen, wie man sinnvolle Bauvorschriften macht oder welche Baumaterialien sich aus energetischer Sicht eignen. «Wir können ihnen zeigen, wie ein gutes Gleichgewicht zwischen privatem und öffentlichem Verkehr aussieht.»

Berner Zeitung

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