CVP attackiert FDP wegen UBS-Boni

Die Mitteparteien geraten wegen der Banken-Boni aneinander. CVP Generalsekretär Reto Nause bezeichnet die Aufforderung der FDP zur Rückzahlung der Boni als scheinheilig.

Hubert Mooser@bazonline

Kaum war der Deal zwischen Bund, Nationalbank und UBS unter Dach, polterte die FDP ungewöhnlich scharf drauflos. Liberal sei kein Freipass für unverantwortliche Unternehmensführung, kritisierte der Freisinn. «Wir fordern, dass mindestens die in den letzten zwei Jahren bezogenen Boni zurückgezahlt werden» präzisierte Parteisekretär Stefan Bruppacher gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz.

FDP war für Selbstregulierung

Brupbachers Amtskollegen bei der CVP, Generalsekretär Reto Nause, lüpft es wegen dieser Forderung fast den Hut. «Wenn wir in den vergangenen Jahren von Corporate Governance gesprochen haben, hat die FDP stets auf Selbstregulierung gepocht.» Das UBS-Debakel sei eine Folge dieser Selbstregulierung. Sich an den hohen Boni zu stören sei richtig, nur seien die Absender nicht gerade diejenigen, welchen man es abnimmt. «Aus den Reihen der FDP, im speziellen auch der Freunde der FDP, war bis jetzt wenig Kritik zu hören an diesem Anreizsystem, das letztlich zu den Exzessen geführt hat. Im Gegenteil.»

Dass ausgerechnet also jene Partei, die in den letzten Jahren dieses Salärsystem verteidigt habe, jetzt die Boni zurückverlangt, bezeichnet Nause als scheinheilig. «Wahrscheinlich sind sie in Panik, dass sie wie nach der Swissair-Krise wieder Wähleranteile verlieren», vermutet Reto Nause.

FDP meinte Ospel und nicht Wuffli

Mit der Swissair stürzte damals auch der Zürcher Freisinn ab. Bei UBS ist jetzt die FDP ähnlich verhängt wie bei der Swissair. Der frühere UBS-CEO Peter Wuffli, der vor mehr als einem Jahr den Sessel räumen musste und sich seinen Abgang mit happigen Salärnachzahlungen und vertraglich zugesicherten Entschädigungen vergolden liess, ist Präsident des Fördervereins «Freunde der FDP». Der Klub unterstützt die Partei mit Ideen und Geld. Pikant: Die Partei erwartet denn auch nicht in erster Linie von Wuffli Rückzahlungen, obwohl dieser das Debakel bei der UBS mit zu verantworten hat, sondern vom früheren Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel. Er ist ein Freund der SVP

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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