Zum Hauptinhalt springen

«Zwischen der Aussen- und Heimfront»

Seit 50 Jahren ist die Schweiz in Brüssel bei der EU präsent. Wie sich die Arbeit in der offiziellen Mission verändert hat, erklärt Botschafter de Watteville. Und blickt auch in die Zukunft.

Fingerspitzengefühl gefragt: Der Schweizer Missionschef (Archivbild).
Fingerspitzengefühl gefragt: Der Schweizer Missionschef (Archivbild).
Keystone

Der aktuelle Missionschef, Botschafter Jacques de Watteville, streicht im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA die speziellen Herausforderungen des Postens hervor. Die wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen bei der Mission seien besonders vielfältig und wichtig. Das liege an den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU, die rund 70 Prozent des Schweizer Aussenhandels umfassten.

Die Rahmenbedingungen für diese 70 Prozent werden in Brüssel ausgehandelt. Dazu kommt die grosse Anzahl der Ansprechpartner in Brüssel. Neben der EU-Kommission sind dies der Rat mit den 27 Mitgliedstaaten sowie das EU-Parlament mit seinen neu 754 Abgeordneten.

Eine Doppelfunktion erfüllen

Im Vergleich mit «normalen Botschafterposten» sei vor allem die Intensität «der Interaktionen zwischen Aussen- und Heimfront» speziell, erklärt der Missionschef. Er und seine Mitarbeitenden führten dabei eine Doppelfunktion aus. «Wir müssen auf der einen Seite die Interessen der Schweiz gegenüber der EU verteidigen. Auf der anderen Seite ist es auch unsere Aufgabe, die Schweizer Besucher hier, aber auch die Behörden in Bern, darüber zu informieren, was in der EU in Brüssel geschieht», sagt de Watteville.

Eine offensichtliche Veränderung in der Schweizer Mission in den letzten Jahren ist laut de Watteville die Zunahme der Arbeit. Die Anzahl der Personen, die in Brüssel die Schweizer Interessen vertreten, ist auf 22 angewachsen. Auf der anderen Seite hat die EU inzwischen 27 Mitgliedstaaten.

Dies und die wachsenden Kompetenzen der Union, so de Watteville, «führen dazu, dass die EU weniger flexibel und verfügbar ist». Es sei einfacher gewesen, für Aussenministerin Micheline Calmy-Rey ein Treffen mit der damaligen EU-Aussenkommissarin Benita Ferrero-Waldner zu organisieren als heute ein Gespräch mit der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton.

Die EU als «zentraler Partner»

Die Europäische Union bleibt laut dem Botschafter voraussichtlich auch in Zukunft «der zentrale Partner für die Schweiz». Die Intensität der Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU werde in Zukunft wohl noch zunehmen, sagt der Schweizer Missionschef in Brüssel. Das Gleiche gelte auch für die Arbeit der Schweizer Mission in den nächsten Jahren.

SDA/raa

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch