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Zürcher S-Bahn 2G

Der ZVV plant den grossen Wurf und rüstet sich für eine Verdoppelung der Pendlerzahlen. Die Eckwerte: Aufteilung in zwei Netze, einstöckige Züge, viel mehr Stehplätze.

Viele Türen, nur noch ein Stock: Die Münchner S-Bahn macht vor, was der Zürcher Verkehrsverbund ZVV auch will.
Viele Türen, nur noch ein Stock: Die Münchner S-Bahn macht vor, was der Zürcher Verkehrsverbund ZVV auch will.
Keystone

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) will langfristig Schluss machen mit dem Flickwerk der Bahnverbindungen. Zusammen mit der SBB arbeitet er am Projekt «S-Bahn 2G», wie er heute mitteilt. «2G» steht für 2. Generation. Hauptziel: Die Kapazität verdoppeln.

Man sei noch in der Konzeptionsphase, sagte ZVV-Sprecher Thomas Kellenberger. Es sei aber nötig, langfristig einen Systemwechsel anzustreben. Teilergänzungen reichten irgendwann nicht mehr aus, um die Kapazitäten in ausreichendem Mass erhöhen zu können.

25 Prozent mehr Passagiere in sechs Jahren

Der ZVV rechnet damit, dass die Bevölkerungszahl im Raum Zürich weiter ansteigt. Kommt dazu, dass die Bewohnerinnen und Bewohner immer häufiger und immer längere Strecken fahren. Nur schon bis 2019 dürften 25 Prozent mehr Passagiere unterwegs sein.

Bis ungefähr 2050 will der ZVV die Kapazitäten deshalb verdoppeln, mit dem Projekt «S-Bahn 2G». Dieser grosse Wurf besteht in erster Linie in einer Aufteilung des ZVV-Netzes in eine innere und eine äussere S-Bahn.

Einstöckige Züge mit vielen Türen

Während die äussere S-Bahn mit dem aktuellen Konzept mit Doppelstockzügen vergleichbar ist, soll die innere S-Bahn nur in der engeren Zürcher Agglomeration verkehren. Statt Doppelstockzüge sollen einstöckige Modelle mit grossen Stehplatzbereichen zum Einsatz kommen.

Um die Ein- und Aussteigezeiten der Passagiere deutlich zu verkürzen, sollen die Wagen nicht mehr nur zwei, sondern zahlreiche Türen haben. Verkürzt werden sollen gemäss Kellenberger auch die so genannten Zugsfolgezeiten, also der Abstand, mit dem die Züge hintereinander fahren dürfen.

Viertes Gleis am Stadelhofen

Um die Sicherheit zu gewährleisten, sind dafür allerdings einige technische Neuerungen nötig. Wie viel die S-Bahn der zweiten Generation kosten wird, ist noch unklar. Mit dem heutigen Netz könnte das ehrgeizige Projekt auch gar nicht umgesetzt werden: Voraussetzung für «2G» sind ein viertes Gleis am Bahnhof Stadelhofen und der Brüttemer Tunnel bei Winterthur.

Man werde das Projekt zusammen mit der SBB und in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verkehr weiter verfolgen, sagte Kellenberger weiter. Wird «2G» Wirklichkeit, soll ein erster Umsetzungsschritt frühestens 2025 bis 2030 erfolgen.

SDA/ep

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