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Zu viel Verkehr: Autobahnen zerfallen

Wegen eines Defekts an einer Brücke wurde die A9 bei Lausanne gesperrt. Sollte nicht mehr Geld fliessen, wird es laut SVP-Nationalrat Killer künftig häufiger solche Schäden geben.

Autobahn gesperrt: Eine beschädgte Brücke stört auf der A9 zwischen Vevey und Lausanne den Verkehr.
Autobahn gesperrt: Eine beschädgte Brücke stört auf der A9 zwischen Vevey und Lausanne den Verkehr.
Keystone

Viele Autobahnabschnitte in der Schweiz sind ins Alter gekommen. Am Dienstag musste das Bundesamt für Strassen die A9 von Vevey nach Lausanne zwischen Chexbres und Belmont sperren. Arbeiter entdeckten auf einer Kontrolltour einen schwerwiegenden Schaden: An einer Autobahnbrücke war eine so genannte Brückennaht defekt, welche die Schwingungen der Brücke absorbieren soll. Die Sperrung der Strasse hat in der Region ein Verkehrschaos verursacht: 60'000 Autos, die täglich über die Autobahn fahren, müssen sich noch bis Freitagabend zwei statt vier Fahrspuren teilen.

Verärgerte Autofahrer fragen sich nun, ob die Autobahn schlecht unterhalten wird. Frédéric Revaz, Sprecher des Bundesamts für Strassen, verneint dies heftig: «Die Brückennähte sind anfällig. Sie reagieren sensibel auf Feuchtigkeit und die Verkehrsbelastung», sagt er gegenüber Redaktion Tamedia. Laut Revaz kann es darum vorkommen, dass eine solche Brückennaht kaputtgeht – trotz regelmässiger Reparaturen. Entdecken Kontrolleure einen Schaden, rücken sofort Arbeiter aus, um diesen zu beheben.

Auch den oft gehörten Vorwurf, der Bund spare beim Autobahnbau, lässt Revaz nicht gelten: «Wir haben genug Geld, um das Nationalstrassennetz in regelmässigen Abständen zu erneuern.» Zurzeit geschieht dies je nach Autobahnabschnitt alle 25 bis 30 Jahre. Und warum nicht alle Abschnitte aufs Mal reparieren? «Wir renovieren Schritt für Schritt, sonst käme der Verkehr ins Stocken. Das wiederum würde uns zum Vorwurf gemacht.»

Gewaltige Verkehrszunahme

Die meisten Autobahnen in der Schweiz wurden zwischen 1965 und 1975 gebaut. Doch rechneten die Planer damals nicht damit, dass der Strassenverkehr so stark zunehmen wird: 2005 fuhren 50 Prozent mehr Fahrzeuge über die Autobahnen als 1990 – eine massive Zunahme. Viele der 1770 Kilometer Autobahn sind darum stark beansprucht. «Damit solche Schäden wie an der A9 die Ausnahme bleiben, muss der Werterhaltung der Strassen grösste Aufmerksamkeit beigemessen werden», sagt Hans Killer, Aargauer SVP-Nationalrat und Präsident der Interessensorganisation Infrastruktur Strasse.

Killer blickt besorgt in die Zukunft: Die Verkehrslast wird weiter steigen und das Nationalstrassennetz wird grösser – und älter. Zudem nehmen die Ansprüche an die Autobahnen betreffend Umweltschutz und Sicherheit stetig zu. Das wird ins Geld gehen. Killer sieht darum nur eine Möglichkeit, die Autobahnen künftig bezahlen zu können: «Es braucht neue Finanzierungsquellen.» Doch diese Diskussion ist für viele ein rotes Tuch. Zurzeit gibt es in der Politik keinen Konsens über eine allfällige Erhöhung der Mineralölsteuer oder Road-Pricing. Autofahrer werden sich künftig wohl noch öfter über beschädigte Autobahnen ärgern.

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