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Wunschstelle für Rossier, Trostpreis für Marty Lang

Yves Rossier wird Botschafter in Moskau, obschon der Bundesrat den Posten bereits vergeben hatte. Diplomaten und Beobachter wundern sich.

Yves Rossier während einer Pressekonferenz in Genf. (Archivbild)
Yves Rossier während einer Pressekonferenz in Genf. (Archivbild)
Martial Trezzini, Keystone

Wegen der Ernennung von Pascale Baeriswyl zur neuen Staatssekretärin am vergangenen Freitag verkam Yves Rossiers Versetzung als Botschafter nach Moskau praktisch zur Randnotiz. Der seit 2012 amtierende Staatssekretär im Aussendepartement EDA hatte im vergangenen August um Versetzung auf einen Posten im Ausland ersucht. Gemäss NZZ stand dabei Moskau ganz oben auf Rossiers Wunschliste.

Rossiers künftige Tätigkeit wurde vom Bundesrat zwar kommuniziert; auch, dass Krystyna Marty Lang zur neuen stellvertretenden Staatssekretärin und stellvertretenden politischen Direktorin im EDA-Staatssekretariat ernannt wurde. Nicht erwähnt hat die Regierung allerdings, dass sie vor knapp einem Jahr Marty Lang bereits als Botschafterin in Moskau berufen hatte.

Umzug bereits organisiert

Marty Lang, bis vor kurzem Botschafterin in Kosovo, hätte in Russland per Ende Jahr Pierre Helg ablösen sollen. Wie die NZZ schreibt, sei Marty Langs Umzug bereits organisiert gewesen, als das EDA den Prozess nach Rossiers Rücktrittsankündigung plötzlich sistierte; man wolle zuerst Rossiers Posten neu besetzen, lautete die Begründung.

Während Rossier auf Antrag von Aussenminister Didier Burkhalter seine gewünschte Residenz im Ausland antreten wird, muss sich Marty Lang, die als profunde Russland-Kennerin gilt, mit einem Trostpreis begnügen. Diese Personalrochade sei unter Diplomaten und Beobachtern auf Irritation gestossen.

«Möglichst optimal qualifiziert»

Auf Anfrage der NZZ teilte das EDA mit, dass bei über 30 jährlichen Neubesetzungen von Missionschefs kurzfristige Änderungen jederzeit möglich seien. Auf die Frage, was Rossier für die Stelle in Moskau prädestiniere, antwortete das Departement ausweichend.

Für die Besetzung von Botschafterposten würden – jeweils «im Rahmen des Möglichen» – die «Übereinstimmung von Eignung, Kenntnissen und Erfahrungen» mit den jeweils verlangten Kompetenzen, aber auch die familiäre Situation der Kandidaten sowie deren Präferenzen berücksichtigt. Offene Posten sollten «mit möglichst optimal qualifizierten» Diplomaten besetzt werden, heisst es seitens des EDA.

Diplomatisch äusserte sich Marty Lang zum über den Haufen geworfenen Personalentscheid: Kurzfristige Wechsel in der Einsatzplanung gehörten zum Alltagsgeschäft einer Diplomatin. Sie freue sich nun auf ihre neue Aufgabe als stellvertretende Staatssekretärin in Bern.

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