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Wo das Personal fehlt, wenn die Grenzen dicht sind

Ohne italienische Grenzgänger würde die Tessiner Wirtschaft arg ins Stottern geraten. Fast alle Bereiche sind betroffen.

Das Tessin ist stark abhängig von den rund 68’000 Frontalieri, die inzwischen rund 29 Prozent aller Beschäftigten im Kanton ausmachen. Foto: Elia Bianchi (Keystone)
Das Tessin ist stark abhängig von den rund 68’000 Frontalieri, die inzwischen rund 29 Prozent aller Beschäftigten im Kanton ausmachen. Foto: Elia Bianchi (Keystone)

Tourismus, Industrie, Handwerk und Finanzen sind die Hauptpfeiler der Tessiner Wirtschaft, die sich in den letzten Jahrzehnten vor allem auf den Dienstleistungs- und den Informationssektor konzentriert hat. Und das durchaus erfolgreich: Eine breit angelegte Studie von BAK Economics zeigte vor einem Jahr, dass die Wirtschaft in den letzten zehn Jahren im Tessin stärker gewachsen ist als im Rest der Schweiz.

Wesentlicher Bestandteil dieses Erfolgs sind laut der Studie die Grenzgänger, die laut Studie massgeblich dazu beigetragen haben, die Produktivität des Kantons zu steigern. Im Raum Lugano, wo die meisten Grenzgänger arbeiten, ist die Produktivität gar am grössten.

Damit ist das Tessin aber auch stark abhängig von den rund 68’000 Frontalieri, die inzwischen rund 29 Prozent aller Beschäftigten im Kanton ausmachen. Der grösste Anteil der Grenzgänger arbeitet im Dienstleistungssektor, insgesamt über 40’000. Davon etwas über 4000 im Gesundheitssektor, etwa als Pflegende in Alters- und Pflegeheimen oder in Spitälern.

Rein zahlenmässig ist das im Vergleich zu anderen Branchen nicht sehr hoch, fällt aber bei rund 17’000 Beschäftigten im Tessiner Gesundheitswesen insgesamt doch ins Gewicht. Insbesondere, weil für ihre Arbeit die Anwesenheit vor Ort notwendig ist.

Auch in der Industrie, im Tourismus oder auf dem Bau kann die Arbeit nicht einfach von zu Hause aus erledigt werden. Dies sei nicht nur für die Tessiner Wirtschaft problematisch, betont Luca Albertoni, Direktor der Tessiner Handelskammer, gegenüber SRF. Homeoffice sei bei den Frontalieri nicht sehr beliebt, weil ihnen erhebliche finanzielle Einbussen drohen: «Falls diese Personen mehr als 25 Prozent ihrer Arbeit in Italien ausüben, werden sie Steuersubjekt in Italien.» Giorgio Garganti von der Gewerkschaft Unia bestätigt, dass die Grenzgänger vor allem die Arbeitsmarktsituation umtreibt.

Kaum betroffen von einer Schliessung der Südgrenze wären das Bildungswesen, die öffentliche Verwaltung oder die Finanz- und Versicherungsbranche. In diesen Branchen arbeiten nur sehr wenige Grenzgänger.

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