Zum Hauptinhalt springen

«Wir stellen uns nicht vor, dass die SNB Gold kaufen muss»

Die Initiative «Rettet unser Schweizer Gold» ist zustande gekommen. Das von der SVP lancierte Volksbegehren wurde heute bei der Bundeskanzlei deponiert. «Die Euphorie ist gross», sagt Mitinitiant Lukas Reimann.

Wollen sämtliches Gold in die Schweiz holen: Nationalrat Lukas Reimann, Alt-Nationalrat Bernhard Hess und Nationalrat Hans Fehr vom Initiativkomitee.
Wollen sämtliches Gold in die Schweiz holen: Nationalrat Lukas Reimann, Alt-Nationalrat Bernhard Hess und Nationalrat Hans Fehr vom Initiativkomitee.
Keystone

Am 10. März 2003 wollte der Nationalrat vom Bundesrat wissen, wo sich unsere Goldreserven befinden. Die Antwort des damaligen Finanzministers Kaspar Villiger fiel folgendermassen aus: «Wo diese Goldbarren nun genau liegen, kann ich Ihnen leider nicht sagen, weil ich es auch nicht weiss, es nicht wissen muss und es nicht wissen will. Denn sobald ich es weiss und mit einem ein Glas Wein trinke, könnte es mir ja ‹herausplatzen›.»

Leicht vorstellbar, dass diese Worte die kritischen Gemüter nicht zu besänftigen vermochten. Am 20. September 2011 lancierte die SVP die Goldinitiative. Sie möchte die Schweizer Nationalbank dazu verpflichten, die Reserven des Edelmetalls aufzustocken. Zudem soll sämtliches Gold in der Schweiz gelagert werden und nicht, wie bis jetzt, zum Teil im Ausland. Sprich: Die SNB soll kein Gold mehr verkaufen dürfen.

«Die Euphorie ist gross»

Heute sind die Initianten diesem Vorhaben etwas näher gekommen. Die notwendige Unterschriftenzahl wurde der Bundeskanzlei in Bern übergeben. 105'277 Menschen haben nach Angaben des Komitees das Anliegen unterschrieben: «Die Euphorie ist gross», sagt Mitinitiant Lukas Reimann. Anfang Jahr fehlten noch mehr als 10'000 Stimmen. Dank eines «Endspurtes» und einer «starken Kollektivleistung» seien diese doch noch zusammengekommen, sagt der Nationalrat.

Die Initianten kritisieren den Verkauf von insgesamt 1550 Tonnen Nationalbankgold ab Mai 2000. Dieser Verkauf «zu miserablem Preis» hätte der SNB aus heutiger Sicht einen Verlust von gegen 50 Milliarden Franken beschert, sagt der Co-Präsident der Initiative Luzi Stamm. Dieser «kapitale Fehler» dürfe sich nie wiederholen». Goldreserven seien nicht Spekulationsobjekt für die Nationalbank oder für Politiker. «Sie sind Volksvermögen», meint Stamm.

Fünf Jahre Zeit zur Aufstockung

Mit Annahme der Initiative würde die SNB zudem verpflichtet, 20 Prozent ihrer Aktiven in Gold zu halten. Für die Aufstockung der Goldreserven will ihr die SVP fünf Jahre Zeit geben. Im Parlament war die SVP mit diesen Forderungen gescheitert. Die Kritiker merken an, dass eine solche Aufstockung mit massiven Kosten für die SNB verbunden sei. Umso mehr, weil sich der Goldpreis seit Jahren auf konstant hohem Niveau hält. Reimann lässt diese Kritik nicht gelten: «Wir stellen uns nicht vor, dass die SNB Gold kaufen muss.» Stattdessen solle die SNB ihre «immensen ausländischen Währungsreserven abbauen», meint der Nationalrat.

Die SNB bietet keine Transparenz darüber, wo die Goldreserven gelagert werden. Reimann ist davon überzeugt, dass ein Grossteil davon in den Vereinigten Staaten gelagert würde. «Im heute weltweit wohl am gefährlichsten überschuldeten Land ist das Gold bedroht», sagt Reimann.

Das Beispiel Deutschland zeigt laut Reimann, dass das Misstrauen gegenüber den USA wachse. Das nördliche Nachbarland hatte kürzlich durch einen Bundestagsbeschluss eine Inspektion des in Manhattan lagernden deutschen Goldes verlangt. Dies wurde Deutschland aber untersagt. Dieser Fall zeige die Bereitschaft der USA, ihr Gold mit allen Mitteln zu erhöhen, sagte Reimann.

Optimistischer Stamm

Die Gültigkeit der Unterschriften muss nun von der Bundeskanzlei geprüft werden. Die rund 105'000 Unterschriften würden ausreichen, zeigte sich Stamm auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA überzeugt. Eine Initiative mit über 102'000 eingereichten Unterschriften komme seiner Erfahrung nach zustande.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch