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«Wie haben Sie es mit Ihrem Mann?»

Die Deutsche Claudia M. lebt seit über 20 Jahren in der Schweiz. Nun will sie sich einbürgern lassen – und macht dabei seltsame Erfahrungen. Ein Porträt.

Sie will wählen und abstimmen: Claudia M. im Stadthaus Zürich.
Sie will wählen und abstimmen: Claudia M. im Stadthaus Zürich.
Doris Fanconi

Der Anruf erreichte sie an einem hektischen Arbeitstag in der psychiatrischen Klinik. Dort arbeitet Claudia M. seit Jahren. «Wie haben Sie es mit Ihrem Mann?», fragte der Polizist. M. war perplex. Sie antwortete: «Wie man es so hat, nach 20 Jahren Ehe.» Beide lachten ob der, wie M. sagt, absurden Situation. Der Polizist sagte zu seiner Verteidigung: «Wir müssen das abklären. Wenn Sie sich demnächst trennen würden, wäre das nicht in Ordnung.» Daraufhin hat sie dem Polizisten gesagt, dass sie sich nicht von ihrem Mann trennen werde. Später fand sie die Fragen seltsam und ärgerte sich, dass sie dieses Versprechen abgegeben hat. «Wenn wir uns nun doch trennen, habe ich dann die Schweiz betrogen?», fragt sie sich.

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