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US-Botschaft warnt davor, Assange Asyl zu geben

Nach der Veröffentlichung von Geheimdokumenten durch Wikileaks übt sich der US-Botschafter in Bern in Schadensbegrenzung. Zugleich warnt er die Schweiz, dem Wikileaks-Betreiber Unterschlupf zu bieten.

jak/mrs
Vorgeführt: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist laut «Focus» offenbar schon Opfer von abgehörten Telefonaten geworden. (November 2015)
Vorgeführt: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist laut «Focus» offenbar schon Opfer von abgehörten Telefonaten geworden. (November 2015)
Bernd von Jutrczenka, Keystone
Daraufhin gerät Assange immer stärker unter Druck. Die USA beginnen zu ermitteln. Ehemalige Mitstreiter distanzieren sich zudem von ihm und fordern, dass Wikileaks transparenter werden müsse. Den Gründer charakterisieren sie als beratungsresistent und selbstherrlich. (Juli 2010)
Daraufhin gerät Assange immer stärker unter Druck. Die USA beginnen zu ermitteln. Ehemalige Mitstreiter distanzieren sich zudem von ihm und fordern, dass Wikileaks transparenter werden müsse. Den Gründer charakterisieren sie als beratungsresistent und selbstherrlich. (Juli 2010)
Keystone
Die schwedische Staatsanwaltschaft erlässt darum zwei Haftbefehle gegen den Australier. Ende November 2010 nimmt Interpol die Jagd auf – Assange steht nun auf einer internationalen Fahndungsliste. Er bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.
Die schwedische Staatsanwaltschaft erlässt darum zwei Haftbefehle gegen den Australier. Ende November 2010 nimmt Interpol die Jagd auf – Assange steht nun auf einer internationalen Fahndungsliste. Er bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.
Keystone
Am 7. Dezember 2010 stellt sich Assange der Polizei. Er wird verhaftet und sitzt mehrere Tage in Untersuchungshaft.
Am 7. Dezember 2010 stellt sich Assange der Polizei. Er wird verhaftet und sitzt mehrere Tage in Untersuchungshaft.
Keystone
Assanges Inhaftierung sorgte in London für ein grosses Medieninteresse. (14. Dezember 2010)
Assanges Inhaftierung sorgte in London für ein grosses Medieninteresse. (14. Dezember 2010)
Keystone
Wikileaks-Unterstützer forderten mit Plakaten die Freilassung von Julian Assange. (14. Dezember 2010)
Wikileaks-Unterstützer forderten mit Plakaten die Freilassung von Julian Assange. (14. Dezember 2010)
Keystone
Mehrere Prominente bieten ihre Bürgschaft für Assange an. So setzen sich etwa Bianca Jagger (im Bild), die Ex-Frau von Mick Jagger, der britische Regisseur Ken Loach oder der Schriftsteller Hanif Kureishi für ihn ein. (14. Dezember 2010)
Mehrere Prominente bieten ihre Bürgschaft für Assange an. So setzen sich etwa Bianca Jagger (im Bild), die Ex-Frau von Mick Jagger, der britische Regisseur Ken Loach oder der Schriftsteller Hanif Kureishi für ihn ein. (14. Dezember 2010)
Keystone
Am 16. Dezember wird der Wikileaks-Gründer gegen Kaution und auf Bewährung wieder freigelassen. Im Bild: Der Australier einen Tag danach.
Am 16. Dezember wird der Wikileaks-Gründer gegen Kaution und auf Bewährung wieder freigelassen. Im Bild: Der Australier einen Tag danach.
Keystone
Sie freut sich über die Freilassung ihres Sohns: Assanges Mutter Christine.
Sie freut sich über die Freilassung ihres Sohns: Assanges Mutter Christine.
Keystone
Assange hält sich daraufhin auf dem Landsitz Ellingham Hall in England auf (im Bild). Er muss sich täglich bei der Polizei melden.
Assange hält sich daraufhin auf dem Landsitz Ellingham Hall in England auf (im Bild). Er muss sich täglich bei der Polizei melden.
Keystone
Das Leben des Wikileaks-Gründers soll verfilmt werden. Noch fehlen Buchvorlage, Regisseur und Schauspieler. Akteure, die ihm ähnlich sähen, gäbe es einige. Einer davon ist der Brite Paul Bettany («Da Vinci Code»).
Das Leben des Wikileaks-Gründers soll verfilmt werden. Noch fehlen Buchvorlage, Regisseur und Schauspieler. Akteure, die ihm ähnlich sähen, gäbe es einige. Einer davon ist der Brite Paul Bettany («Da Vinci Code»).
Keystone
Am 1. Februar 2012 beginnt eine zweitägige Anhörung. Am 30. Mai entscheidet der Supreme Court schliesslich, dass Assange innerhalb von zehn Tagen nach Schweden ausgeliefert werden muss.
Am 1. Februar 2012 beginnt eine zweitägige Anhörung. Am 30. Mai entscheidet der Supreme Court schliesslich, dass Assange innerhalb von zehn Tagen nach Schweden ausgeliefert werden muss.
Keystone
Seine Verteidiger reichen am 12. Juni 2012 einen Antrag auf eine Neuaufnahme des Falls ein – er wird zwei Tage später abgewiesen. Damit kann Assange ab dem 28. Juni innerhalb von zehn Tagen nach Schweden ausgeliefert werden.
Seine Verteidiger reichen am 12. Juni 2012 einen Antrag auf eine Neuaufnahme des Falls ein – er wird zwei Tage später abgewiesen. Damit kann Assange ab dem 28. Juni innerhalb von zehn Tagen nach Schweden ausgeliefert werden.
Reuters
Um der Auslieferung zu entgehen, sucht Assange im Juni 2012 Zuflucht in der ecuadorianischen Botschaft in London und stellt einen Antrag auf politisches Asyl. Im Bild: Demonstranten machen sich vor der Botschaft für den Wikileaks-Gründer stark. (20. Juni 2012)
Um der Auslieferung zu entgehen, sucht Assange im Juni 2012 Zuflucht in der ecuadorianischen Botschaft in London und stellt einen Antrag auf politisches Asyl. Im Bild: Demonstranten machen sich vor der Botschaft für den Wikileaks-Gründer stark. (20. Juni 2012)
Keystone
Am 16. August teilt der ecuadorianische Aussenminister Ricardo Patiño in Quito mit, dass Assange diplomatisches Asyl gewährt werde. Grossbritannien macht aber deutlich, dass der Wikileaks-Gründer verhaftet werde, sobald er die ecuadorianische Botschaft verlasse.
Am 16. August teilt der ecuadorianische Aussenminister Ricardo Patiño in Quito mit, dass Assange diplomatisches Asyl gewährt werde. Grossbritannien macht aber deutlich, dass der Wikileaks-Gründer verhaftet werde, sobald er die ecuadorianische Botschaft verlasse.
Keystone
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Die Schweiz werde sehr sorgfältig überlegen müssen, ob sie jemanden, der vor der Justiz flüchtet, Unterschlupf gewähren möchte, sagt Donald S. Beyer gegenüber dem «Sonntag». Beyer verweist darauf, dass gegen Assange in Schweden ein Haftbefehl erlassen worden sei und er auf der Interpol-Liste stehe - wegen des Verdachts auf Vergewaltigung.

Zugleich distanziert sich Beyer von seinem Vorgänger Peter Coneway, der gemäss den von Wikileaks veröffentlichten Depeschen die Schweiz als «frustrierende Alpendemokratie» bezeichnet hatte. «Meine Frau und ich finden die Schweiz überhaupt nicht frustrierend», sagte er im Interview. Sein Vorgänger habe George W. Bush vertreten, er vertrete nun die Regierung Obama: «Es war eine andere Zeit und eine andere Situation».

Beyer möchte die Depeschen, welche aus der ganzen Welt in die USA geschickt wurden, nicht kommentieren. Es handle sich bloss um interne Arbeitsdokumente - und nicht um offizielle Regierungspolitik. Es sei aber sehr wichtig, dass die Diplomaten ehrliche und klare Berichte nach Washington schicken.

Gute Zusammenarbeit

Auch gegenüber der «SonntagsZeitung» wiegelt Beyer ab. «Wir müssen uns keine Sorgen machen. Beide Seiten wissen, wie nahe sich die Schweiz und die USA stehen», sagte er. In anderen Teilen der Welt seien härtere Worte gefallen.

Der höchste US-Vertreter in Bern bezeichnet die Zusammenarbeit mit den Bundesrätinnen Widmer-Schlumpf, Calmy-Rey und Leuthard «alles andere als frustrierend». Diplomat Beyer liess gegenüber der «SonntagsZeitung» offen, wie sich die USA verhalten werde, falls die Schweiz Julian Assange Zuflucht gewährt.

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