Ursula Wyss tritt als Nationalrätin zurück

Die SP-Politikerin möchte sich auf ihr Amt in der Berner Stadtregierung konzentrieren und tritt deshalb nach 13 Jahren aus dem Nationalrat zurück. Eine Nachfolgerin wurde bereits ernannt.

Rücktritt kommt nicht unerwartet: Ursula Wyss. (Archivbild)

Rücktritt kommt nicht unerwartet: Ursula Wyss. (Archivbild)

(Bild: Keystone)

SP-Nationalrätin Ursula Wyss hat am Dienstag, wie angekündigt, ihren Rücktritt eingereicht. Die 39-Jährige will sich fortan auf ihr Amt in der Berner Stadtregierung konzentrieren. Mit Wyss tritt ein Schwergewicht von der nationalen Politbühne ab.

Obschon noch keine 40 Jahre alt, kann Wyss bereits auf eine lange und erfolgreiche Politkarriere zurückblicken. 13 Jahre sass sie im Nationalrat, sechs davon als Chefin der SP-Bundeshausfraktion. Ihre politische Karriere auf Bundesebene startete Wyss 1999 als Jungsozialistin: Fulminant zog sie, erst 26-jährig und alleinerziehende Mutter, in den Nationalrat ein. Zuvor hatte die promovierte Ökonomin zwei Jahre lang dem Berner Kantonsparlament angehört.

Gut vernetzt und einflussreich

Der Fraktionsvorsitz verschaffte der Bernerin Führungserfahrung, Medienpräsenz und Respekt. Im nationalen Parlament galt sie als sehr gut vernetzt und einflussreich. Wyss gilt als eine der Architektinnen der Abwahl von Christoph Blocher aus dem Bundesrat.

Im März 2011 kandidierte Wyss in einer Ersatzwahl im Kanton Bern für den Ständerat und verlor nur knapp gegen ihren SVP-Kontrahenten Adrian Amstutz. Wegen einer Schwangerschaft verzichtete sie im Herbst 2011 darauf, erneut für den Ständerat zu kandidieren. Als Nationalrätin wurde sie jedoch mit Glanzresultat wiedergewählt.

Wyss habe sich mit viel Engagement für sozialdemokratische Anliegen eingesetzt, schreibt ihre Partei, die SP, in einer Mitteilung vom Dienstag. Die SP nimmt den angekündigten Rücktritt denn auch «mit etwas Wehmut» zur Kenntnis.

Neben ihrer Aufgabe als Fraktionschefin war Wyss auch langjähriges Mitglied der Umwelt-, Raumplaungs- und Energiekommission (Urek) sowie der staatspolitischen, der finanzpolitischen und der aussenpolitischen Kommission.

Glanzresultat

Ein Glanzresultat, nämlich auf Anhieb das beste aller Kandidaten, erzielte Wyss Ende November auch bei den Wahlen in die Berner Stadtregierung. So zieht nun Ursula Wyss vom Bundeshaus in den Erlacherhof, den Sitz der Berner Stadtregierung.

An einem Sitz im Stadtberner Gemeinderat reizte Wyss die Möglichkeit «rasch und direkt Wirkung zu erzielen», wie sie einmal sagte. In der Stadt Bern ist es zudem ein offenes Geheimnis, dass die SP damit rechnet, dass Wyss in vier Jahren das Stadtpräsidium von Alexander Tschäppät übernehmen will.

Schon im Vorfeld der Stadtberner Wahlen von Ende November hatte Wyss stets betont, sie werde im Falle einer Wahl in den Stadtberner Regierung ihr Nationalratsmandat abgeben.

Für Wyss wird SP-Grossrätin Nadine Masshardt in den Nationalrat nachrutschen. Sie wird ihr neues Amt in der Frühjahrssession im März antreten.

mrs/sda

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