Umstrittene Duros werden zu Russschleudern

Die Armee rüstet ihre Geländefahrzeuge mit veralteten Filtern nach. Parmelin müsse nun die Notbremse ziehen, fordert Ulrich Giezendanner.

558-Millionen-Franken-Sanierung: Die 20 Jahre alten Kleinlaster sollen im Dienst bleiben. (Archivbild)

558-Millionen-Franken-Sanierung: Die 20 Jahre alten Kleinlaster sollen im Dienst bleiben. (Archivbild)

(Bild: Keystone Gaetan Bally)

SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner lässt mit seiner Kritik am Rüstungsprogramm nicht locker: Er verlangt von Verteidigungsminister Guy Parmelin, die vom Parlament bereits bewilligte Sanierung der Duro-Kleinlaster doch noch zu stoppen.

Denn die Armee-Fahrzeuge werden mit Filtern ausgestattet, die der Luftreinhalteverordnung nicht genügen. Der Einbau eines völlig ungenügenden Filters komme nicht infrage, sagt Fuhrunternehmer Giezendanner gegenüber der «NZZ». Der Skandal werde nur noch grösser. «Jetzt modernisieren wir mit Steuergeldern ein veraltetes Fahrzeug, und dann entspricht es nicht mal dem neusten Stand der Technik», sagt der SVP-Nationalrat. Parmelin müsse nun wie beim Raketenabwehrsystem Bodluv die Notbremse ziehen.

Militärfahrzeuge unterstehen Verordnung nicht

Die Diesel-Geländefahrzeuge der Armee sollen für 558 Millionen Franken saniert werden. Dabei werden die bisherigen Euro-II-Dieselmotoren durch schadstoffärmere Euro-III-Motoren ersetzt. «Um dem Umweltgedanken im Verteidigungsdepartement nachzukommen» werden Russpartikelfilter eingebaut, wie das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) gegenüber der «NZZ» erklärt. Um die «Fähigkeit der Verwendung von minderwertigen Kraftstoffen (Multifuel)» und «Watfähigkeit (Fahren im Wasser)» erfüllen zu können, kommt ein offenes System zum Einsatz, sagt Armasuisse-Sprecherin Jacqueline Stampfli.

Diese haben aber den Nachteil, dass sie «den Anforderungen der Luftreinhalteverordnung (LRV) nicht entsprechen», wie es im Bericht des Bundesamtes für Umwelt steht. Trotzdem dürfen die Filter eingebaut werden, da Militärfahrzeuge der Verordnung nicht unterstehen.

Eine bessere Lösung wäre es laut Ulrich Giezendanner, neue, mit einem modernen Motor ausgestattete Geländefahrzeuge zu beschaffen. Fahrzeuge mit einem Euro-VI-Motor würden sämtliche Umweltvorschriften erfüllen und müssten nicht mit einem Filter nachgerüstet werden. Auch Ständerat Isidor Baumann, Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission findet, man «sollte sich überlegen, ob man für denselben Preis nicht eine bessere Lösung haben kann.»

ij

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