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Tempo 140 erhält Unterstützung

Der Automobil-Club der Schweiz (ACS) stellt sich hinter die Volksinitiative «Höchstgeschwindigkeit 140 km/h auf Autobahnen».

Bald schneller um diese Kurve? Autobahnabschnitt bei Montreux.
Bald schneller um diese Kurve? Autobahnabschnitt bei Montreux.
Keystone

Der ACS erachte den Vorstoss für «angemessen und zweckmässig, insbesondere unter der im Initiativtext explizit aufgeführten Bedingung, dass günstige Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse vorherrschen müssen», schreibt der ACS in einer Mitteilung.

Die Autobahnen seien für eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h konzipiert worden. Der Bundesrat habe im Jahr 1977 die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h festgelegt. 1985, im Zuge der Diskussion um das Waldsterben, habe der Bundesrat die Tempolimiten 80 km/h ausserorts und 120 km/h auf Autobahnen eingeführt. Das sei als «beschränkte Sofortmassnahme bis 1987» ausgelegt gewesen. Aus diesem Provisorium sei aber ein Dauerzustand geworden. Der ACS betrachte «Tempo 140 nicht als relevantes Sicherheitsrisiko». Die Autobahnen seien ohnehin die mit Abstand sichersten Strassen.

Es wird gesammelt

Seit Mitte Mai läuft die Sammelfrist für eine Initiative, welche eine Erhöhung der Tempolimite von 120 auf 140 Stundenkilometer verlangt. Bis zum 20. November 2015 haben die Initianten Zeit, die nötigen 100'000 Unterschriften zu sammeln.

Hinter der Initiative steht Marco Schläpfer, der Ende Januar auf Facebook eine virtuelle Initiative mit dem gleichen Anliegen aufgeschaltet hatte. Am Dienstagmorgen hatte die Facebook-Initiative knapp 152'000 Likes.

«Ich bin unzufrieden mit der Verkehrspolitik des Bundes», sagte Schläpfer im Mai gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Es gebe immer mehr Einschränkungen, Abgaben und Gebühren. Tempo 120 ist seiner Meinung nach den Verhältnissen auf Schweizer Autobahnen nicht angepasst. «Wenn es die Strassenverhältnisse zulassen, ist 140 auf jeden Fall verhältnismässig», sagte Schläpfer.

Wenn möglich schneller

Studien, die darauf hinweisen, dass der Verkehr bei höherem Tempo weniger flüssig würde, hält Schläpfer für «ideologisch». Sie stammten von Leuten, die das Autofahren unattraktiv machen wollten, sagte Schläpfer. 140 km/h solle dann gefahren werden können, wenn es möglich sei, «nicht morgens um 7 Uhr vor dem Gubristtunnel».

Schläpfer ist überzeugt, dass es bei höherem Tempo nicht mehr Unfälle geben würde, «weil die Leute aufmerksamer sind». 99,9 Prozent der Autofahrer hätten nie einen Unfall auf der Autobahn. «Verkehrspolitik muss man für die 99,9 Prozent machen.»

Lukas Reimann zieht mit

Im Initiativkomitee sitzt unter anderem der St. Galler SVP-Nationalrat Lukas Reimann. Unterstützung erhält Schläpfer auch von der Jungen SVP: Auch sie geht davon aus, dass die Unfallgefahr nicht grösser, der Verkehr aber flüssiger würde und es zu weniger Staus käme.

Das Beispiel Deutschland zeige, dass es problemlos funktioniere, sagte bereits zuvor JSVP-Präsident Anian Liebrand. Dafür brauche es keine grossen baulichen Massnahmen. Und wo solche doch nötig seien, liessen sie sich aus den Strasseneinnahmen finanzieren.

TCS hält 120 für angemessen

Seit einem Jahr läuft die Unterschriftensammlung für die Volksinitiative «Ja zu vernünftigen Tempolimiten» der Autopartei. Diese verlangt Höchstgeschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen und 100 Stundenkilometern ausserorts.

Keine Unterstützung finden die beiden Volksbegehren beim grössten Schweizer Verkehrsverband, dem Touring-Club Schweiz (TCS). Aus Sicht des TCS seien die geltenden Geschwindigkeitsvorschriften ausreichend für einen flüssigen Verkehr. Das Problem sei, dass die Infrastruktur nicht ausreiche, um die Tempolimiten auszunützen. Der TCS sehe den Handlungsbedarf bei der Infrastruktur und nicht bei den Tempolimiten.

SDA/cpm

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