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Sunrise verteidigt den Spitzenplatz

Swisscom, Sunrise und Salt haben in den vergangenen sechs Monaten bei der Verfügbarkeit ihrer 4G-Netze deutlich zugelegt. Bei der Geschwindigkeit hat sich vor allem ein Mobilfunkanbieter klar verbessert.

Praktisch fürs Surfen auf dem Smartphone: Schweizer ­Mobilfunk­nutzer profitieren von einer besseren Leistungsfähigkeit der schnellen 4G-Netze.
Praktisch fürs Surfen auf dem Smartphone: Schweizer ­Mobilfunk­nutzer profitieren von einer besseren Leistungsfähigkeit der schnellen 4G-Netze.
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Gute Nachrichten für die Kunden von Swisscom, Sunrise und Salt (ehemals Orange): Die drei Anbieter haben seit Mai 2017 die Leistungsfähigkeit ihrer Netze der vierten Mobilfunkgeneration (4G) erhöht. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle Schweizer Mobilfunkbericht von Open Signal, der nachts um 1 Uhr veröffentlicht wurde. Diese Zeitung konnte den Report schon vorgängig einsehen und mit dessen Autor Kevin Fitchard sprechen.

Open Signal bietet die gleichnamige Anwendung für Smartphones an, mit der die Nutzer die Geschwindigkeit von Telekommunikationsnetzen testen können. Die britische Firma sammelt diese Daten weltweit und wertet sie aus. Vor einem halben Jahr hatte das unabhängige Unternehmen seinen allerersten Bericht zur Schweiz veröffentlicht. Es ist deshalb ein Vergleich der Ergebnisse möglich.

Salt macht Boden gut

Bei der Verfügbarkeit des 4G-Netzes macht Salt den grössten Fortschritt: Die Quote nimmt von 70 Prozent auf 79 Prozent zu. Das heisst, dass die Kunden von Salt in 79 von 100 Versuchen auf Anhieb mit dem schnellen 4G-Netz verbunden wurden. Swisscom und Sunrise teilen sich bei der Verfügbarkeit den ersten Rang mit einer Quote von 84 respektive 85 Prozent.

4G stellt unter anderem sicher, dass pro Funkzelle mehrere Smartphone-Nutzer gleichzeitig einen schnellen Zugang zum mobilen Internet haben.

Bei der Downloadgeschwindigkeit im 4G-Netz konnte Sunrise die Goldmedaille verteidigen. Open Signal mass eine durchschnittliche Rate von 37 Megabit pro Sekunde. Damit ist das Netz von Sunrise um 4 Prozent schneller geworden. Der Vorsprung von Sunrise auf den nächsten Rivalen Swisscom beträgt 8 Megabit pro Sekunde.

Temposchub um 40 Prozent

Der blaue Riese verdrängt den Konkurrenten Salt vom zweiten auf den dritten Rang. Die Swisscom kommt auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 29 Megabit pro Sekunde. «Das ist eine Zunahme um erstaunliche 40 Prozent», hält Kevin Fitchard fest, der Autor des Berichts. Die Geschwindigkeit bei Swisscom sei buchstäblich «wie eine Rakete» abgegangen.

Es scheint, als könnten Kunden mit günstigen Preisplänen das Potenzial des 4G-Netzes von Swisscom noch besser ausschöpfen.»

Kevin Fitchard, Open Signal

Was sind die Gründe? Möglicherweise habe die Swisscom ihre Infrastruktur soeben mit neuen Netzwerkkomponenten aufgerüstet, so Fitchard. Viel wahrscheinlicher sei jedoch, dass der Schweizer Marktführer bei 4G insgesamt den Geschwindigkeitshahn aufgedreht habe.

Das käme einer heimlichen Lockerung der Tarifpolitik gleich. Die Swisscom verrechnet ihre Mobilfunkangebote nach Downloadgeschwindigkeit und nicht mehr nach dem Volumen der verbrauchten Daten. Es ist deshalb laut Open Signal vorstellbar, dass der staatsnahe Betrieb die Übertragungsraten weniger stark drosselt als noch im vergangenen Frühling.

Damals machte die Swisscom aufgrund ihres speziellen Preismodells geltend, dass die Vergleiche von Open Signal nicht aussagekräftig seien. Die App der britischen Firma erkenne den Unterschied zu den herkömmlichen Tarifstrukturen nicht.

Eine Kritik, die der Verfasser des aktuellen Reports nicht gelten lässt. «Wir messen nicht die bestmögliche Geschwindigkeit auf einem Netz, sondern die ty­pische Geschwindigkeit, die dem Kunden zur Verfügung steht», sagt Kevin Fitchard. «Offenbar hat die Swisscom ein leistungsstarkes 4G-Netz. Jetzt scheint es, als könnten Kunden mit günstigen Preisplänen dessen Potenzial noch besser ausschöpfen.»

Salt verzeichnet eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 26 Megabit pro Sekunde. Das Plus beträgt 9 Prozent.

Die Daten für den jüngsten Bericht zum Schweizer Mobilfunkmarkt sammelte Open Signal in der Zeit vom 1. August bis zum 31. Oktober 2017. Auf 10 593 mobilen Endgeräten stellten Anwender via App ihre Nutzungsinformationen freiwillig zur Verfügung. Die Firma aus London konnte so total 97,8 Millionen Messungen auswerten.

Hier gehts zum aktuellen Report: https://opensignal.com/reports/2017/11/switzerland/mobile-networks-update

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