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Strombranche fordert Ausbau des Stromnetzes

Erneuerbare Energien müssen zukünftig mehr zur Systemstabilität beitragen. Deshalb sehen die Elektrizitätsunternehmen einen Umbau des Stromnetzes als entscheidend für die sichere Versorgung in der Zukunft.

kpn
Die Energiewende erfordert Investitionen: Ein Warnschild an einem Strommast bei der Schaltanlage Mettlen bei Inwil LU.
Die Energiewende erfordert Investitionen: Ein Warnschild an einem Strommast bei der Schaltanlage Mettlen bei Inwil LU.
Keystone

In der Schweiz müssen die Stromnetze, die erneuerbaren Energien und Speicherkapazitäten aufeinander abgestimmt werden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE). Der Umbau des Netzes sei für die künftige Stromversorgung entscheidend. Für eine sichere Stromversorgung müssten künftig wirtschaftliche Grundsätze und das europäische Umfeld berücksichtigt sowie das Höchstspannungs- und Verteilnetz zielgerichtet ausgebaut werden, teilte der VSE vor den Medien in Aarau mit.

Die Sicherstellung des Netzausbaus sei ein ganz zentraler Punkt, sagte VSE-Direktor Michael Frank. Der Ausbau der erneuerbaren Energie wie Photovoltaik und Windkraft müsse auf das Stromnetz abgestimmt werden.

Zur Systemstabilität beitragen

Der Netzausbau sei daher ein entscheidender Faktor in der künftigen Stromversorgung, damit das Netz bedeutend grössere Mengen erneuerbarer Energie als heute aufnehmen und transportieren könne. Je intensiver die erneuerbaren Energien ausgebaut würden, desto schneller würden umfangreiche Netzausbauten notwendig.

Die neuen Produktionsanlagen für erneuerbare Energien müssten verstärkt zur Systemstabilität beitragen, heisst es in der Studie. Um den grössten Nutzen für die Gesamtwirtschaft zu erreichen, seien die Netze und die erneuerbaren Energien zeitgleich auszubauen.

Aus der Sicht der Strombranche ist einer starker Zubau der erneuerbaren Energien jedoch erst längerfristig sinnvoll. Photovoltaik sei von allen erneuerbaren Energien derzeit die teuerste Quelle. Weil die Preise ständig sinken würden, mache es Sinn, die bessere und günstigere Technik abzuwarten.

Stromimporte und Gaskraftwerke

Mit den erneuerbaren Energien würden viele kleine, über das ganze Land verteilte Produktionsanlagen Strom ins Netz einspeisen. Diese müssten effektiv und effizient gefördert, zum Markt geführt und in Zukunft einen Beitrag zur Systemstabilität leisten, wie der VSE festhält.

Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien werde ein intensiverer Stromaustausch mit und in Europa notwendig, sagte VSE-Direktor Frank. Es sei eine Einbettung in europäische Märkte und Pumpspeicherung nötig.

Neben den bestehenden Kraftwerken seien auch Importe und Gaskraftwerke notwendig. Die Schweiz verfüge mit dem bestehenden Kraftwerkspark, namentlich der Speicherwasserkraft, über eine hervorragende Grundlage, flexibel reagieren zu können.

Ohne Importe werde es nicht gehen, hielt Niklaus Zepf vom VSE fest. Der Import und Export von Strom werde an Bedeutung gewinnen. Die Auslastung der Pumpspeicherkraftwerke werde im Jahresdurchschnitt von derzeit rund 13 auf bis zu 21 Prozent steigen.

Wege für eine Schweiz ohne AKW

Der VSE fordert von der Politik stabile Rahmenbedingungen für eine zunehmend komplexere Systemstruktur und für Investitionen. Die Politik müsse einen «robusten Rahmen» setzen, sagte VSE-Direktor Frank. Es brauche Zielvorgaben und Anreize, jedoch keine Detailregelungen.

Der Verband hatte im Juni Wege für eine Schweiz ohne Atomkraftwerke aufgezeigt. Der VSE entwickelte anhand mehrerer Studien drei Szenarien bis ins Jahr 2050. Der Verband rechnet je nach Szenario und Strommix mit Investitionen von 118 Milliarden bis 150 Milliarden Franken.

Gemäss VSE wird der Weg in die Stromzukunft «kein Spaziergang». Der Strom werde deutlich teurer. Für einen Vier-Personen-Haushalt würde dies gemäss VSE zu jährlichen Zusatzkosten von 300 bis 900 Franken führen. Eine Lösung sei, sparsamer mit Strom umzugehen.

(SDA)

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