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Strobo-Politik

Neulich las ich, wer als Goalie gross rauskommen will, trainiert heute stroboskopisch. Mit einer Spezialbrille,...

...deren Gläser sich in Millisekunden stufenlos abdunkeln lassen. Der Clou: Der Goalie sieht die Bälle später – und schult so Reaktion und Reflexe. Im Fussball ist der Strobo-Effekt also neu, wunderte ich mich. Dabei ist er so simpel: Das Gehirn hat weniger Informationen zur Verfügung und wird entsprechend trainiert. Kennt man doch längst von Politikern, dachte ich so bei mir.

Je weniger sie wissen, desto schneller sprudeln ideologische Phrasen und Floskeln. Strobopolitische Reflexrhetorik würde ich das nennen, wäre ich Neurowissenschaftler.Was damit gemeint ist, zeigt der Brexit. Unsäglich, was nach dem britischen EU-Referendum alles rausposaunt wurde. Ein Krisensuperlativ jagte das nächste Untergangsszenario, kaum lag das Ergebnis vor – hyperventilieren statt analysieren. Politiker quer durch Europa schrien entsetzt auf: «Die spinnen, die Briten – wie können die nur?!»

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