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Streit um Impfung – Biobauer verurteilt

Vier Gegner der Impfung von Schafen gegen die Blauzungenkrankheit sind am Freitag vom Bezirksgericht Inn in Scuol GR wegen Behinderung einer Amtshandlung verurteilt worden.

Zankapfel: Bündner Schafe.
Zankapfel: Bündner Schafe.
Keystone

Die vier Personen verhinderten im Juni 2009 den Abtransport ungeimpfter Schafe durch den Kantonstierarzt. Der Bündner Kantonstierarzt Rolf Hanimann wollte damals die ungeimpften Tiere des Unterengadiner Biobauern Tumasch Planta aus einer grösseren Herde auf einer Alp entfernen und an einen isolierten Ort transportieren. Hanimann vertrat die Meinung, dass die ungeimpften Schafe ein Ansteckungsrisiko für die anderen Schafe der Herde seien.

Die vier Männer hatten sich zusammen mit rund 50 weiteren Personen Hanimann und drei angerückten Kantonspolizisten den Weg zur Herde versperrt. Sie befürchteten, dass Plantas Tiere nach dem Abtransport zwangsgeimpft würden. Der Kantonstierarzt musste unverrichteter Dinge abrücken. Die Konfrontation erfuhr eine landesweite Beachtung.

«Nicht Gegenstand der Verhandlung»

Vor dem Gericht plädierten die Angeklagten auf «unschuldig», wie Richter Georg Buchli gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte. Die Angeklagten argumentierten, sie hätten mit der Blockade eine ihrer Meinung nach schädliche Impfung verhindern, also «Gutes» tun wollen. «Dieser Punkt war aber nicht Gegenstand der Verhandlung», sagte Buchli.

Es sei einzig um die Frage der Behinderung einer Amtshandlung gegangen und nicht um die Motive dahinter. Die Angeklagten wurden von einem Dreier-Ausschuss des Gerichts schuldig gesprochen und zu bedingten Geldstrafen von sieben Tagessätzen zu 30 Franken verurteilt.

(SDA)

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