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Streik – ausgerechnet bei der Unia

Die Gewerkschaft Unia ist von einem Streik betroffen: 30 bis 40 Mitarbeiter der Unia-Region Bern haben ihre Arbeit niedergelegt. Sie protestieren gegen einen umstrittenen Führungswechsel.

Die Unia wird bestreikt: Protestkundgebung gegen die Firma Xstrata in Zug.
Die Unia wird bestreikt: Protestkundgebung gegen die Firma Xstrata in Zug.
Keystone

Die Regionsleitung solle die Absetzung von Roland Herzog als Chef der Sektion Bern rückgängig machen, fordern die Streikenden aus den Sektionen Bern und Emmental-Oberaargau. Am Nachmittag wollen sie vor die Medien treten.

Unia-Sprecher Nico Lutz sagte der Nachrichtenagentur SDA, die Regionsleitung bedaure die Entwicklung. Der Streik schade nicht zuletzt den Unia-Mitgliedern, wenngleich ein Teil der Dienstleistungen weiterliefen. So wird das Pikett-Telefon weiterhin betrieben.

Dass bei einer Gewerkschaft gestreikt werde, sei in der Tat ungewöhnlich, räumte Lutz ein. «Aber wir haben ein Streikrecht in diesem Land, das gilt auch für Gewerkschaften.»

«Leitungssituation blockiert»

Dass ein Teil der Belgschaft loyal zum Ex-Sektionschef stehe, sei nachvollziehbar. «Doch die Leitungssituation in der Region Bern war seit Monaten blockiert, wir mussten handeln.»

Am Mittwoch war es soweit: Der 59-jährige Roland Herzog, der Berner Öffentlichkeit unter anderem als Kämpfer für die Arbeiter in Deisswil bekannt, wurde als Sektionschef per sofort abgesetzt. Die verbleibende Zeit bis zur Pensionierung solle er auf dem Zentralsekretariat verbringen, beschied ihm die Regionsleitung.

Harte Vorwürfe

Sie wirft Herzog vor, ihm fehle die Bereitschaft zur konstruktiven Zusammenarbeit. Er habe «Abmachungen nicht eingehalten, Informationen vorenthalten und Beschlüsse nicht umgesetzt», sagte Mediensprecher Lutz.

Herzog wies die Vorwürfe auf Anfrage der SDA zurück. Zugleich bedankte er sich für die «grosse Solidarität», die er vom Personal und von der Basis der Sektionen Bern und Oberaargau-Emmental erfahren habe.

Wie viel Mitarbeiter genau streiken, ist offen. Lutz spricht von rund 30 der 87 Mitarbeitenden der Unia-Region Bern. Die Streikenden selber machen geltend, es handle sich um 40 Mitarbeiter.

Die Regionsleitung hat ihnen laut Lutz ein Gesprächsangebot gemacht. Das sei zunächst aber abgelehnt worden.

SDA/bru

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