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«Staatsanwälte haben eine enorme Macht»

Wer in der Schweiz ein Delikt begeht, sieht künftig in mehr als neun von zehn Fällen nie einen Richter. Das ist hoch problematisch, sagt der Strafrechtsexperte Franz Riklin.

Neun von zehn Beschuldigten sehen nie einen Richter: Polizeiübung in Chur.
Neun von zehn Beschuldigten sehen nie einen Richter: Polizeiübung in Chur.

Ab dem 1. Januar gilt in der Schweiz eine neue Strafprozessordnung. Sie schafft den Untersuchungsrichter ab, stattdessen trägt nur der Staatsanwalt die notwendigen Beweise und Akten für ein Verfahren zusammen. Ausserdem gibt es die Möglichkeit eines Schnellverfahrens: Der Staatsanwalt entscheidet selber über Delikt und Strafe – der Fall kommt nie vor Gericht. Dieses sogenannte Strafbefehlsverfahren soll die Justiz effizienter machen und die Gerichte entlasten. Den Strafbefehl erhält der Beschuldigte per Brief nach Hause.

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