Das Wallis schickt erstmals eine Frau in den Ständerat

Der SP-Kandidat scheitert knapp. Trotz der bestehenden CVP-Hegemonie ist die Wahl historisch für den Bergkanton.

Jubel bei der Walliser CVP: Beat Rieder und Marianne Maret vertreten den Kanton weiterhin im Ständerat. (Video: Keystone-SDA)

Die Doppelvertretung der CVP Wallis im Stöckli bleibt bestehen. Favorit Beat Rieder (bisher) und Marianne Maret setzten sich im zweiten Wahlgang vom Sonntag durch. Mit Maret hat das Wallis damit erstmals eine Ständerätin.

Das beste Resultat erzielte wie bereits im ersten Wahlgang der Oberwalliser Rieder mit 52'355 Stimmen vor Maret (48'402 Stimmen). Auf dem dritten Platz landete mit nur geringem Abstand der 32-jährige SP-Kandidat Mathias Reynard (47'032 Stimmen). Damit trennten Maret und Reynard nur gerade 1370 Stimmen.

Erwartungsgemäss nur eine Nebenrolle spielten die beiden anderen Kandidaten. Auf die Grüne Brigitte Wolf kamen 31'411 Stimmen, der SVP-Vertreter Cyrille Fauchère erzielte 14'227 Stimmen.

Die Wiederwahl des Bisherigen Rieder ist keine Überraschung. Mit der 61-jährigen Grossrätin aus Troistorrents vertritt erstmals eine Frau das Wallis im Ständerat. Ohne die Wahl Marets hätte das Wallis eine reine Männerdelegation nach Bern geschickt.

Handschlag nach geschlagener Wahlschlacht: SP-Mann Mathias Reynard gratuliert in Sitten der neuen Ständerätin Marianne Maret. (Keystone/Olivier Maret/3. November 2019)

Pikant sind die Zahlen, die der «Walliser Bote» in Sachen Wahlbeteiligung präsentierte. «Die Stimmbeteiligung liegt im Wallis bei 50,4 Prozent. Im Oberwallis gar bei 55,21 Prozent. Im Unterwallis konnten mit 42,49 Prozent im 2. Wahlgang weniger Personen an die Urnen mobilisiert werden.» Die niedrige Stimmbeteilung im Unterwallis dürfte wohl dem SP-Kandidaten zum Verhängnis geworden sein.

In einer ersten Stellungnahme erklärte Rieder der Regionalzeitung: «Ich freue mich unheimlich über das gute Resultat. Das Wallis hat mich klar gewählt, vor allem das Oberwallis. Es war ein harter Wahlkampf. Aber ich weiss das Resultat richtig einzuschätzen.»

Schon vier CVP-Ständerätinnen

Die Walliser CVP-Bundesrätin Viola Amherd gratulierte den beiden Gewählten am Sonntag via Twitter. Ständerätin Brigitte Häberli (CVP/TG) twitterte: «Wir sind schon vier CVP-Ständerätinnen.» Neben Maret und Häberli gewählt sind bisher Heidi Z'graggen (CVP/UR) und Andrea Gmür (CVP/LU).

fal/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt