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Splitting und Gutschriften

1995 hat das Stimmvolk die 10. AHV-Revision von SP-Bundesrätin Ruth Dreifuss mit satten 60,7 Prozent angenommen – obwohl sie das Rentenalter für die Frauen gleich um zwei Jahre erhöhte.

Wie ist das gelungen? Den Frauen wurde mit der Revision mehr gegeben als genommen. Am wichtigsten waren für sie das Splitting und die Betreuungsgutschriften. Vor der 10. AHV-Revision lief die Altersvorsorge über den Ehemann. Liess sich ein Ehepaar scheiden, fehlten der Frau die Beitragsjahre während der Ehe. Dank Dreifuss’ Revision haben heute der Ehemann und die Ehefrau je ein eigenes AHV-Konto, denen die Beiträge des Paares immer hälftig gutgeschrieben werden. Zudem erhalten Väter und Mütter Erziehungsgutschriften, solange sie Kinder unter 16 Jahren betreuten. Und nicht zuletzt konnte sich eine Übergangsgeneration zu bevorzugten Konditionen vor dem 64. Altersjahr pensionieren lassen. Diese Verbesserungen waren für die Frauen so wertvoll, dass sie dafür eine spätere Pensionierung akzeptierten.

Ganz früher galt Rentenalter 65

Nur: Nachdem das Volk im September 2017 die Altersvorsorge 2020 abgelehnt hat, will der Bundesrat zuerst nur die AHV reformieren. Innerhalb der ersten Säule gibt es jedoch nichts Vergleichbares mehr, das sich als Kompensation anbieten würde. Ende Februar 2018, so der Plan, will Bundesrat Alain Berset konkretere Angaben machen, wie er die AHV reformieren will. Bereits bekannt sind folgende vier Eckpunkte: erstens: Frauenrentenalter 65. Zweitens: Der Altersrücktritt soll zwischen 62 und 70 Jahren flexibel möglich sein. Drittens: Es sollen Anreize gesetzt werden, über das 65. Altersjahr hinaus zu arbeiten. Viertens: Der Bundesrat stellt Massnahmen in Aussicht, wie Frauen für ein Rentenalter 65 entschädigt werden können.

Würde die Reform gutgeheissen, wäre es übrigens nicht das erste Mal, dass Frauen bis 65 arbeiten; schon als die AHV 1948 eingeführt wurde, lag das Rentenalter für Mann und Frau bei 65. Es wurde aber bis 1964 schrittweise auf 62 Jahre gesenkt – weil die Körperkräfte der Frauen angeblich früher nachlassen würden als jene der Männer. (jho)

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