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Sexualtäter Urs B. wird verwahrt

Urs B. betäubte im Aargau und Wallis mehrere Dutzend Mädchen mit Chloroform und verging sich an ihnen. Jetzt wird der 69-Jährige verwahrt.

Urs B. soll verwahrt werden. Er zeigte sich laut einem Gutachten als nicht therapiefähig.
Urs B. soll verwahrt werden. Er zeigte sich laut einem Gutachten als nicht therapiefähig.
Christian Merz, Keystone

In den 1970er-Jahren missbrauchte Urs B. im Kanton Aargau mehrere Dutzend Mädchen. Er schlich sich in der Nacht in die Häuser und betäubte sie im Schlaf mit Chloroform. Nachdem er seine Haftstrafe für die Sexualdelikte abgesessen hatte, zog er ins Wallis – wo er wieder zuschlug. Jetzt soll der inzwischen 69-Jährige verwahrt werden, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

1977 stieg Urs B. erstmals in Häuser ein, nachdem er zuvor die Mädchen ausgespäht hatte. Dort betäubte er seine Opfer mit einem Wirkstoff. Bis zu seiner Verhaftung zwei Jahre später stieg er in über 50 Häuser ein. Dabei kam es zu mindestens fünf Vergewaltigungen und weiteren sexuellen Handlungen. Das Obergericht verurteilte ihn damals zu 10 Jahren Haft.

Stationäre therapeutische Massnahme angeordnet

Acht Jahre später wurde der Mann vorzeitig aus der Haft entlassen und zog in den Kanton Wallis, wo er sich in Binn ein Haus kaufte. Von seinem Treiben liess er aber nicht ab. Nur wenige Jahre später stieg er wieder in Häuser ein. Er sei getrieben vom Verlangen gewesen, Schamhaare zu sehen, sagte der Sexualtäter später über seine Motivation. Sein jüngstes Opfer im Wallis war erst neun Jahre alt.

2007 wurde Urs B. in Trimbach SO wieder festgenommen. Ein DNA-Vergleich zeigte das Ausmass seiner Straftaten. Das Walliser Gericht schickte Urs B. erstinstanzlich für 13 Jahre ins Gefängnis – mit Verwahrung. Weil eine Gutachterin ihm aber grundsätzliche Therapiefähigkeit attestierte, setzte das Kantonsgericht die Haftstrafe auf 11 Jahre und 8 Monate herunter und ordnete eine stationäre therapeutische Massnahme an.

Gutachter sei ein «trauriger Hund»

Am Dienstag ordnete das Walliser Straf- und Massnahmenvollzugsgericht an, dass die therapeutische Massnahme aufgehoben werden müsse. Gestützt auf ein psychiatrisches Gutachten, geht das Vollzugsgericht von einer unverändert hohen Rückfallgefahr ohne Aussicht auf Besserung aus. Urs B. zeige keinerlei Tateinsicht oder Therapiebereitschaft. Deshalb müsse wieder eine Verwahrung angeordnet werden.

Urs. B. zeigte sich in Sitten vor dem Gericht gar nicht zufrieden mit dem Urteil. Er bezeichnete den Gutachter als «einen traurigen Hund» und die verordnete Massnahme als «idiotisch». Sein Anwalt forderte die «sofortige Freilassung» seines Klienten.

Weil der Richter Marc Anthamatten Urs. B. kein Schlusswort eingesteht, kommt es schliesslich zu chaotischen Szenen im Gerichtssaal. Urs B. wird von fünf Sicherheitsbeamten überrumpelt und aus dem Verkehr gezogen. Im Tumult geht sein letztes Wort unter. Das Urteil wird den Parteien schriftlich zugestellt.

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