Zum Hauptinhalt springen

Seit fünf Jahren nicht mehr so wenig Blut

Jeden Sommer das gleiche Problem: Bei der Blutversorgung droht ein ernsthafter Engpass. Dieses Jahr ist die Situation aber besonders prekär.

Leben retten: Blutspende im Restaurant Le Pont de Brent a Brent, Lausanne.
Leben retten: Blutspende im Restaurant Le Pont de Brent a Brent, Lausanne.
Keystone

In der Blutversorgung droht ein ernsthafter Engpass. Nie in den letzten fünf Jahren waren die Blutreserven in der Schweiz so tief wie im Moment. Nun schlägt der Blutspendedienst des Roten Kreuzes Alarm und ruft die Bevölkerung zum Blutspenden auf.

Wenn in den nächsten Wochen nicht mehr Blut gespendet werde, müssten Operationen in den Spitälern verschoben werden. Die Sommermonate seien zwar generell eine schwierige Zeit, dieses Jahr drohe aber eine ernsthafte Versorgungskrise, heisst es in einer Medienmitteilung von Blutspende SRK Schweiz.

Unfälle und Komplikationen

Ausgelöst worden ist die aktuelle Blutknappheit dadurch, dass verschiedene Spitäler grosse Mengen an Blutprodukten angefordert hatten. Grund seien Unfälle und Komplikationen gewesen, sagte Rudolf Schwabe, Direktor von Blutspende SRK Schweiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Nicht alle Blutgruppen sind davon gleichermassen betroffen. Von der seltenen Blutgruppe A negativ sind laut Schwabe normalerweise rund 600 Beutel am Lager. Kürzlich habe ein Patient in einer einzigen Nacht 150 Beutel benötigt, wodurch der Bestand empfindlich gesunken sei.

Genug Blut für Notoperationen

Ähnlich knapp sind inzwischen auch fast alle anderen Blutgruppen. Bei durchschnittlichem Verbrauch würden diese für rund fünf Tage ausreichen, sagte Schwabe. Sinken die Vorräte weiter, würden Wahloperationen in Spitälern verschoben. «Notoperationen sind davon nicht betroffen. Dafür garantieren wir die Versorgung», sagte Schwabe.

Auch dafür muss die Schweizer Bevölkerung aber genug Blut spenden, denn im Ausland können die Vorräte nicht aufgestockt werden. Mit Ausnahme sehr seltener Blutgruppen gibt es keine internationale Zusammenarbeit. Ohnehin stehe die Schweiz noch vergleichsweise gut da. «Im Ausland würde uns niemand Blut abgeben, weil keines vorhanden ist», sagte Schwabe.

SDA/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch