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Schweizer Tunnel sind Testverlierer

Der Schweizer TCS und der deutsche ADAC beteiligen sich jährlich an einem Sicherheitstest der wichtigsten Tunnel in Europa. Zwei Schweizer Röhren fielen dabei dieses Jahr negativ auf. Es ist von «gravierenden Mängeln» die Rede.

«Die Tunnel-Testverlierer kommen aus der Schweiz», titelt «Focus online» heute. Der Artikel basiert auf dem neusten Test der EuroTAP, der europäischen Stelle zur Beurteilung der Tunnel. Am Stichprobentest waren fünf nationale Automobil-Clubs beteiligt, unter ihnen auch der Schweizer TCS sowie der Deutschen Automobil-Club (ADAC). Darin hat der Schweizer Isla-Bella-Tunnel zwischen Reichenau und Rothenbrunnen auf der A 13 am schlechtesten abgeschnitten. Er erreichte lediglich die Note «ausreichend». Getestet wurden insgesamt zehn Tunnel in der Schweiz, in Österreich, Deutschland, Italien und den Niederlanden.

Am besten abgeschnitten hat der österreichische Tauerntunnel. Dieser erlangte 1999 traurige Berühmtheit durch die Brandkatastrophe, bei der zwölf Menschen starben und 42 verletzt wurden. Im Katastrophenjahr erhielt der Tauern das Testurteil «bedenklich», heute, 13 Jahre später, erreicht er dank der zweiten Röhre ein «sehr gut». Ebenfalls mit dem Prädikat «sehr gut» wurde der Roer-Tunnel in den Niederlanden bewertet.

Schweizerhalle-Tunnel wird mit «gut» bewertet

Der Isla-Bella-Tunnel, so hält die Zusammenfassung fest, konnte sich seit dem Jahr 2000 bereits verbessern – damals erhielt er das Urteil «bedenklich». Die Verbesserungen vermögen aber gemäss einer Mitteilung des TCS verschiedene Mängel, die für den Benutzer eine Gefahr darstellen, nicht wettzumachen. «Gravierende Mängel sind aber immer noch die fehlenden zusätzlichen Flucht- und Rettungswege, da der Verkehr nach wie vor durch eine Röhre geleitet wird», schreibt der deutsche ADAC. Auch die fehlenden Lautsprecher kritisierten die Tunnelexperten aus fünf Ländern. Eine Besserung sieht der deutsche Automobil-Club im Fluchtstollen, dessen Bau für 2018/19 geplant ist.

In der Schweiz wurden nebst dem Isla-Bella- auch der Schweizerhalle- sowie der Gubrist-Tunnel getestet. Testsieger unter den drei ist der Schweizerhalle-Tunnel auf der A 2 bei Muttenz – er erhält die Note «gut». Als «ausreichend» wird der Gubrist-Tunnel zwischen Weinigen und Zürich-Affoltern bewertet. «Das auf 100 Kilometer pro Stunde limitierte Zürcher Nadelöhr wird wegen der häufigen Staus und dem Fehlen von Pannenstreifen abgestraft», schreibt der TCS in seiner Mitteilung. Im Jahr 2000 hatte der Gubristtunnel aber noch die Note «gut» erhalten.

Hartnäckige Anstrengungen notwendig

Gemäss der Mitteilung des TCS werden die Tunnel mit Hilfe von acht Kriterien bewertet. Die Experten beurteilen die Konzeption des Tunnels, die Beleuchtung und die Stromversorgung, der Verkehr und die Verkehrsüberwachung, die Kommunikation, die Notausgänge, der Brandschutz, die Ventilation und das Notfallmanagement.

Die häufigsten Mängel gibt es gemäss dem ADAC allgemein in den Kategorien Verkehr und Verkehrsüberwachung, Flucht- und Rettungswege sowie Brandschutz. Insgesamt würden die europäischen Tunnel aber immer sicherer, fasst der ADAC die Ergebnisse zusammen. Doch es bedürfe noch immer hartnäckiger Anstrengungen, damit bis 2014 alle wichtigen Tunnel Europas dem einheitlichen Mindeststandard nach EU-Richtlinie entsprechen.

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