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Schweizer sollen Ägypten verlassen

Das EDA hat alle in Ägypten lebenden Schweizer aufgefordert, das Land vorübergehend zu verlassen. Die Schweizer Botschaft, die im Zentrum Kairos steht, hat einen Krisenstab einberufen.

Die Lage spitzt sich zu: Demonstranten in Kairo.
Die Lage spitzt sich zu: Demonstranten in Kairo.
Keystone

Die Schweiz warnt seit Sonntag vor Reisen nach Ägypten. Vor Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen werde abgeraten, erklärte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Zudem forderte das EDA in Ägypten lebende Schweizer dazu auf, das Land vorübergehend zu verlassen. Bei der Schweizer Botschaft in Kairo sind gemäss EDA 1574 Landsleute gemeldet. Das EDA forderte diese dazu auf, ihre Abreise bei der Schweizer Botschaft in Kairo zu melden.

Die Botschaft werde ab Montag nach dem Ende der nächtlichen Ausgangssperre auf dem internationalen Flughafen in Kairo präsent sein, um den Ausreisewilligen zu helfen, sagte EDA-Sprecher Georg Farago am Sonntag. Zudem wurde eine Helpline beim EDA in Bern sowie bei der Botschaft in Kairo eingerichtet.

Inmitten der Protestbewegung

Die Botschaft selbst liegt mitten im Zentrum Kairos und damit «mitten in der Protestbewegung», schreibt das EDA. Man habe Massnahmen getroffen, um eine permanente Präsenz zu sichern - «natürlich ohne dabei die Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gefährden. In der Botschaft sei ein Krisenstab an der Arbeit, der am Freitag mit zusätzlichem Personal aus Bern verstärkt worden sei.

Am Sonntag hatten die USA, die Türkei und Indien ihre Bürger aufgefordert, Ägypten zu verlassen. Beide Länder bereiteten Sonderflüge vor, um ihre Bürger zu evakuieren. Zuvor hatten bereits Israel und mehrere arabische Länder begonnen, ihre Staatsbürger mit Sondermaschinen auszufliegen. Die Schweiz hingegen ordnete keine Evakuierungen an. Erst am Freitag hatte das EDA seine Reisehinweise im Internet verschärft und vor Aufenthalten in Kairo und den Grossstädten Alexandria, Suez und Ismailia gewarnt.

Keine Ferienflüge nach Ägypten mehr

Für Schweizer Touristen wiederum bedeutet die Reisewarnung, dass bis auf weiteres die Veranstalter keine Touristen mehr nach Ägypten fliegen. Die Flugzeuge fliegen jedoch weiter hinunter, um Touristen aus dem Land abzuholen.

Bereits gebuchte Reisen mit einer Abreise bis zum 15. Februar könnten wegen der Reisewarnung bei den Veranstaltern kostenlos umgebucht oder annulliert werden, sagte eine Sprecherin von Hotelplan am Sonntag.

Das Vorgehen sei mit Kuoni, Tui Suisse sowie dem Schweizerischen Reisebüroverband abgestimmt, sagte Sprecherin Prisca Huguenin-dit- Lenoir weiter. Ein Sprecher von Tui Suisse bestätigte die Angaben.

Sonderflüge möglich

Die meisten Touristen aus der Schweiz besuchen die Badestrände am Roten Meer, wo es bislang ruhig blieb. Eine Minderheit der Besucher kreuzt zudem auf dem Nil. In Kairo haben die Reiseveranstalter seit der EDA-Warnung vom Freitag keine Gäste mehr untergebracht. Das EDA riet den Touristen, sich nun mit ihren Reiseunternehmen in Verbindung zu setzen.

Kuoni hat nach Angaben vom Sonntag 600 Gäste in Ägypten, Tui Suisse rund 400. Mit Hotelplan hielten sich 568 Touristen in Ägypten auf. Die Reiseführungen vor Ort würden nun Kontakt mit den Gästen aufnehmen, um abzuklären, ob jemand frühzeitig abreisen wolle.

Sollte die Nachfrage gross sein, würden Sonderflüge organisiert, erklärten die Veranstalter. Bei Einzelanfragen würden die Rückkehrer auf freie Plätze in anderen Flugzeugen gebucht. Noch vor der Reisewarnung hatten Kuoni und Hotelplan am Sonntagmittag angegeben, das bislang kein einziger ihrer Kunden Ägypten vorzeitig verlassen wolle.

SDA/jak

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